Geld und Glück: Wie das Gehirn auf finanzielle(n) Sorgen und Segen reagiert

Geld und Glück: Wie das Gehirn auf finanzielle(n) Sorgen und Segen reagiert

Geld allein macht nicht glücklich - aber zumindest ein wenig glücklicher. Mit finanziellen Sorgen im Hinterkopf lässt sich das Leben eben weniger genießen, mit einem Geldgewinn dagegen umso besser.

Doch was genau passiert im Gehirn, wenn man Geld gewinnt? Und wie wirken sich finanzielle Entscheidungen generell auf das Wohlbefinden aus?

Rund 8,4 Millionen Menschen tun es regelmäßig und 22 Millionen zumindest gelegentlich - sie versuchen ihr Glück im Lotto oder Toto . Hinzu kommen Freunde von Onlinecasinos bzw. Glücksspiel im Allgemeinen und diejenigen, die bei Onlineportalen wie Winario an Gewinnspielen teilnehmen . Sie alle verbindet das Streben nach Glück, das zu einem satten Gewinn verhelfen soll.

Dass das Gewinnen eine derartige Attraktivität auf die Menschen ausübt, hat nicht zuletzt neurologische Gründe. Im Rahmen einer Studie ließen US-Forscher rund ein Dutzend Probanden an einem Spiel teilnehmen, bei dem sie Geld gewinnen oder es verlieren konnten. Schnell zeigte sich, dass die Kernstruktur im Gehirn, die eine wichtige Rolle im Belohnungssystem spielt - Nucleus accumbent genannt -, neurologisch deutlich aktiver war als üblicherweise . Abschließend verglichen die Forscher die Scans der Teilnehmer mit denen von drogenabhängigen Menschen, die unter Kokaineinfluss standen. Die Ergebnisse waren mehr als überraschend, denn deren Gehirn-Vorgänge ähnelten sehr stark denen der Teilnehmer, die im Spiel gewonnen hatten. Der Gewinn löste bei den Probanden also eine Art Rausch im Gehirn aus - ähnlich wie es bei verbotenen Substanzen der Fall ist.

Und was passiert im Körper, wenn das Gegenteil der Fall ist und die finanzielle Situation einem zu schaffen macht? Das unangenehme Gefühl in der Magengegend bei Geldproblemen ist doch nur Kopfsache, könnte man meinen. Einer Studie zufolge ist daran allerdings nicht nur unsere Einbildungskraft schuld, sondern ein ganz bestimmter Teil im Gehirn - und zwar die anteriore Insula. Wenn wir Schmerz, Angst oder Hunger verspüren, kann man fest davon ausgehen, dass sie zu einem beachtlichen Teil dafür verantwortlich ist. Und da die anteriore Insula sogenannte Spindelzellen enthält, die stärker auf das Verdauungssystem einwirken können, bereiten finanzielle Sorgen eben Magenprobleme.

Wer keine finanziellen Probleme hat, ist also automatisch ein wenig glücklicher, unabhängig von seinen persönlichen Prioritäten im Leben. Die Norweger sind wohl das beste Beispiel dafür, denn ihr Land ist dem jährlichen Weltglücksreport zufolge aktuell das glücklichste der Welt . Und das liegt nicht zuletzt daran, dass Norwegen ein reiches Land mit vielen Ressourcen und hohem Einkommen ist. Zudem hat Norwegen, wie generell die nordischen Länder, äußerst geringe Einkommensunterschiede, wenig Armut und eine niedrige Arbeitslosigkeit.

Doch natürlich spielt auch das soziale Umfeld eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, glücklich zu sein. Eine gesunde Familie, Freunde und eine Arbeitsstelle - wer all das hat, schätzt sich dem Bericht zufolge viel glücklicher. Denn das sorgt bei den Menschen nicht zuletzt für Sicherheit, die stark zum Wohlbefinden beiträgt. Deutschland landet im Weltglücksbericht, bei dem 155 Länder untersucht wurden, übrigens wieder einmal "nur" auf Platz 16. Aber das kann im nächsten Weltglücksreport ja schon wieder ganz anders aussehen.

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