Online-Fotoatlas erinnert an Bücherverbrennungen

Küsten (dpa/tmn) · Eine Webseite erinnert mit einem Foto-Atlas an die Bücherverbrennungen aus dem Jahr 1933. Auf der Karte sind die Orte markiert, in denen „undeutsches Schrifttum“ in Flammen aufging. Dazu gibt es nähere Informationen.

 Landkarte als Mahnmal: Auf Verbrannte-orte.de können sich Besucher über die Bücherverbrennungen von 1933 informieren. Foto: verbrannte-orte.de

Landkarte als Mahnmal: Auf Verbrannte-orte.de können sich Besucher über die Bücherverbrennungen von 1933 informieren. Foto: verbrannte-orte.de

Am 10. Mai 1933 wurden in Berlin und 21 weiteren deutschen Universitätsstädten Bücher verbrannt. Mitglieder des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes warfen Werke jüdischer, linker, liberaler und pazifistischer Autoren in die Flammen. Für die Schriftsteller begann eine Zeit der Ausgrenzung, Verfolgung und Vertreibung. Auch nach dem 10. Mai ging noch in anderen Städten „undeutsches Schrifttum“ in Flammen auf. An die Verbrennungen und ihre Folgen will der Fotograf Jan Schenck auf der Webseite Verbrannte-orte.de mit einem Atlas, Fotos und Informationen erinnern.

Zu jedem Ort ist ein kurzer Beschreibungstext verfügbar, das Datum der Verbrennung sowie die historische und heutige Adresse. Diese grundlegenden Informationen werden sichtbar, wenn man auf die Fähnchen in der Karte klickt. Noch ist das Projekt im Aufbau: Orte, die der Fotograf bereits besucht hat, erkennt man an einem zusätzlichen weißen Punkt im Fähnchen. Für diese Orte sind dann auch eine Panoramaaufnahme, weitere Fotos und Hintergrundtexte - etwa von Stadtarchivaren - verfügbar.