Proteste in Berlin: Für Cannabis und gegen Nazis

Proteste in Berlin: Für Cannabis und gegen Nazis

Dass Berliner ein sehr politisches Volk sind, ist seit langem bekannt und nicht zuletzt durch die politische Geschichte des deutschen Zentrums gegeben.

Wie politisch es teilweise allerdings werden kann, zeigt sich an so manchen Höhepunkten, die im besten Fall zur selben Zeit stattfinden. Wie am Proteste-Wochenende im Mai, wo mehrere tausend Demonstranten einerseits für die Legalisierung von Cannabis auf die Straße gingen, und andere gegen Nazis oder gegen Merkel die Stimmen erhoben.

Cannabis ist schon seit einigen Jahren wieder ganz oben auf der Debattierliste der Kommunalpolitiker. Mit Blick auf die amerikanische Politik der letzten Jahre - immer mehr amerikanische Bundesstaaten haben den Verkauf und Besitz von Cannabis, Joints, Sensi Seeds Samen und andere Sorten vom Pflanzen komplett legalisiert - scheinen auch mehr Deutsche und unter ihnen besonders die liberalen Berliner auf den Geschmack gekommen zu sein. Ganz aussichtslos ist das Unterfangen nicht, immerhin in Sachen medizinisches Cannabis konnten Fortschritte für Schmerzpatienten politisch verbucht werden. Zum ersten legalen Coffeeshop oder gar einer Entkriminalisierung kann aber noch lange nicht die Rede sein, und jegliche Forderungen wurden bisher abgeschmettert.

Der "Global Marihuana March” war aber trotz der medialen Unterstützung indessen kein großer Erfolg. Die Polizei gab an, dass nur rund 250 Menschen an der Demonstration beteiligt waren. Dabei geht es allerdings um mehr als nur eine Legalisierung zu Rauschzwecken. Das Motto der bundesweiten Aktion, "Zeiten ändern sich”, soll mehr Toleranz und Forschungsmöglichkeiten gegenüber der natürlichen Pflanze einfordern. Dafür setzt sich der Deutsche Hanfverband in erster Linie ein.

Neben den aktiven Cannabis-Anhängern demonstrierten zudem auch aktive Berliner gegen Rechtsradikale. Auf der Demo " Bündnis Nazifrei ” sollte für eine weltoffene Stadt geworben werden. Rechtspopulistischen Strömungen soll eine friedliche Mentalität entgegen wirken. Beide Anlässe zum Protest stehen für ein liberales und freies Berlin, dass sich von altbackenen und spießigen politischen Einstellungen entfernen will. Ob es klappt - mit dem Cannabis jedenfalls - bleibt eine Frage, die sich auch in Zukunft noch stellen wird!