1. Magazin
  2. Familie

Risikolebensversicherung kündigen oder nicht?

Nicht vorschnell handeln : Risikolebensversicherung kündigen oder nicht?

Die Risikolebensversicherung dient der finanziellen Absicherung der Familie. Eine laufende Police zu kündigen, um Geld zu sparen, erweist sich nur selten als sinnvoll. Doch es gibt Alternativen zur Kündigung.

Die Risikolebensversicherung gehört zu den weniger bekannten, aber dennoch wichtigen Versicherungen. Denn sie zahlt an Angehörige und Geschäftspartner eine große Summe Geld aus, sollte die versicherte Person sterben. Der Schutz der Hinterbliebenen ist langfristig ausgelegt, zum Beispiel bis zum Ende der Ausbildung der Kinder. In einigen Fällen ist es schwierig bis unmöglich, die Police vorzeitig zu kündigen, etwa wenn die Versicherung einen Immobilienkredit absichert.

Gleichwohl kann es persönliche Gründe geben, warum man eine Kündigung ins Auge fasst. Etwa dann, wenn die Kinder früher als gedacht auf eigenen Beinen stehen, selbst Geld verdienen und so auch finanziell gesehen unabhängig sind. Oder man empfindet die Beiträge als zu hoch und möchte zu einem anderen Versicherer wechseln, der bei gleicher Leistung einen günstigeren Tarif anbietet.

Die Kündigung ist nur in wenigen Fällen sinnvoll

Ob sich die Kündigung in diesen Fällen wirklich lohnt, sollte aber genau geprüft werden. Galt der Hinterbliebenenschutz nur den Kindern oder wäre es nicht auch sinnvoll, den Ehepartner weiterhin abzusichern? Gerade wenn dieser nur über ein kleines Einkommen verfügt oder geringe Rentenansprüche angesammelt hat, ist eine vorschnelle Kündigung wenig ratsam. Eine Möglichkeit, trotzdem Geld zu sparen, wäre etwa die Absenkung der Versicherungssumme, empfiehlt das Verbraucherportal Finanztip.de. Da sich auf diese Weise das Risiko der Versicherungsunternehmen verringert, akzeptieren sie dies meist problemlos.

Auch bei einem Anbieterwechsel muss man genau hingucken, ob die Kündigung die beste Option ist. Denn es kann vorkommen, dass der neue Anbieter aufgrund des gestiegenen Alters des Versicherten einen Risikoaufschlag erhebt. Oder man muss beim erneuten Gesundheitscheck aufgrund der Krankengeschichte bestimmte (chronische) Leiden angeben, die ebenfalls nur gegen einen Aufschlag oder gar nicht versichert werden. In diesem Fall sollte man den bestehenden Vertrag wirklich erst dann kündigen, wenn man den neuen in der Tasche hat. Wird der Antrag nämlich abgelehnt, steht man plötzlich ganz ohne Versicherungsschutz da.

Bei finanziellen Engpässen nicht vorschnell kündigen

Noch in einer weiteren Situation überlegt mancher, sich von seiner Risikolebensversicherung zu trennen: wenn das Geld knapp wird und man Ausgaben reduzieren muss. Dann wäre es schließlich eine große Hilfe, wenn man die Versicherungsbeiträge nicht mehr bezahlen müsste - und vielleicht noch etwas Geld von der Versicherung zurückerhält. Doch was viele vergessen: Während eine private Rentenversicherung und andere kapitalbildende Lebensversicherungen über einen Rückkaufswert verfügen, den man im Fall einer Kündigung ausbezahlt bekommt, ist das bei Risikolebensversicherungen anders geregelt. Bei ihnen handelt es sich ausschließlich um einen Risikoschutz und nicht um ein Vorsorgeprodukt.

Das bedeutet: Die Einzahlungen sammeln sich nicht auf einem Guthabenkonto an und werden auch nicht obendrein verzinst. Sondern die Beiträge zur Risikolebensversicherung decken nur das Risiko ab, dass der Versicherte verstirbt - die Versicherung zahlt auch nur dann die vereinbarte Summe aus. Dementsprechend erfolgt auch keine Auszahlung am Ende der Laufzeit. In dieser Hinsicht ähnelt die Risikolebensversicherung mehr einer Hausrat- oder Kfz-Versicherung.

Eine Alternative zur Kündigung ist die Beitragsfreistellung. So lassen sich die Zahlungen für einen bestimmten Zeitraum aussetzen, ohne den Versicherungsschutz komplett zu verlieren. Allerdings geht das nur, wenn ein bestimmter Mindestbetrag erreicht wurde. Anhand der geleisteten Zahlungen berechnet die Versicherung dann eine neue Summe für den Todesfallschutz. Diese ist allerdings deutlich geringer als der ursprüngliche Schutz, so dass die Angehörigen nur noch ungenügend abgesichert sind. Eventuell wäre es auch in diesem Fall sinnvoller, die Versicherungssumme generell zu reduzieren. So ließe sich der Schutz aufrechterhalten - und trotzdem könnte man Beiträge sparen.