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Sky, Netflix, DAZN oder Amazon Prime – die Qual der Wahl

Zusätzliche Kosten beim Streaming-TV : Sky, Netflix, DAZN oder Amazon Prime – die Qual der Wahl

Sky gilt als letzter Dinosaurier in Deutschland aus der Ära des Pay-TVs. Seit 1990 sendet Sky in Deutschland, damals noch als Premiere. Premiere wiederum ging aus dem schweizerischen Sender Teleclub hervor, der seit 1982 in der Schweiz Bezahlfernsehen anbietet und seit 1984 in Deutschland, allerdings mit mäßigem Erfolg.

Dass man für Fernsehen abseits der frei verfügbaren Programme zusätzlich bezahlt, ist inzwischen normal geworden. Heute trennt man zwischen linearem Fernsehen und Streaming-TV. Es sind die Streaming Dienste, die im Vergleich jung, agil und dynamisch daherkommen, während man Sky, um ein vielbeachtetes Bonmot der Stiftung Warentest zu verwenden, seine Herkunft aus dem Zeitalter des linearen Fernsehens durchaus anmerkt.

Hinzu kommt, dass mit DAZN ein ausdrücklicher Sportkanal in den letzten Jahren hinzugekommen ist, dessen Eintreffen durchaus mit einem Kometeneinschlag verglichen werden kann. DAZN wildert dort, wo Sky etabliert ist. Sky steht deshalb enorm unter Druck. Die Frage ist also, wie schlägt Sky sich heute in einem Anbietervergleich mit den "jungen Wilden" der Sparte?

Hohe Preise und Verlust von Exklusivität

Ein schwerwiegender Nachteil von Sky im Vergleich zur Konkurrenz sind die hohen Preise in Kombination mit der nicht mehr zeitgemäßen Aufsplittung des Programms in mehrere Pakete. Jedes Paket muss einzeln dazu gebucht werden, nämlich das Entertainment-Angebot von Sky, Sky Cinema, Sky Sport und Sky Fußball-Bundesliga. Es besteht mittlerweile jedoch die Möglichkeit, mit Sky Komplett das gesamte Angebot in einem abzudecken.

Allerdings liegt der dafür zu entrichtende Preis für das Abo mit 37,95 EUR um ein Vielfaches höher als bei der Konkurrenz, worüber auch nicht der Sky Probemonat und diverse Rabatte vollständig hinwegtrösten können. Auch das Argument mit dem Mehrwert bröckelt, wie die aktuelle Entwicklung um die Vergabe der Champions-League Rechte gezeigt hat. Für die CL-Übertragungsrechte ab der Saison 2021/22 ging Sky leer aus und musste DAZN und Amazon Prime den Vortritt lassen, die dem bisherigen Inhaber in einer konzertierten Aktion sämtliche CL-Rechte vor der Nase wegschnappten.

Die Preise der Konkurrenz

Ein konkreter Vergleich mit den stärksten Konkurrenten von Sky enthüllt diesen Graben, der sich zwischen Sky und anderen Anbietern in preislicher Hinsicht aufgetan hat. Für die beliebtesten Streaming Dienste Netflix und Amazon Prime sind nur monatlich jeweils 7,99 EUR zu entrichten, und zwar als All-in-One-Paket für alle Serien, Filme und Dokumentationen wenigstens in SD-Qualität. Wer die Filme in höherer Auflösung genießen möchte, der zahlt geringfügig mehr. Mit einem Jahresabo lassen sich dafür weitere Einspareffekte erzielen.

Auch DAZN lockt mit einem breiten Sportangebot, ist bei rund 10.000 Sport-Events im Jahr dabei und bietet den Service für monatlich nur 11,99 EUR oder jährlich 119.99 EUR an. Möglich ist diese offensive Preispolitik durch das milliardenschwere Polster des Gründers Leonard Blavatnik. So ist DAZN in der Lage, sich einen gigantischen Kundenstamm aufzubauen und für DAZN zu begeistern, bis sich das Unternehmen mit den für später geplanten Preiserhöhungen rentieren kann.

Bei wem ist besseres Fernsehvergnügen möglich?

Im Zuge der Digitalisierung werden Plattformen immer mehr zu virtuellen Lebensräumen. Natürlich müssen sie die Funktionen liefern, für die sie gedacht sind. Darüber hinaus sind die Ansprüche der Kunden gestiegen. Diese erwarten neben einer gediegenen Funktionalität eine gute Unterhaltung und das gewisse Etwas.

Auch in dieser Hinsicht verfügt Sky mit seiner reichhaltigen Auswahl und seinen traditionell hohen Auflösungsstandards zwar gute Angebote für Bestandskunden, aber keine überragenden. Vor allem, was die Implementierung von Innovationen angeht, hat die Konkurrenz Vorteile, da sich hier die Tradition von Sky als Bremsklotz erweist. Das hat viel mit der Verhaftung von Sky aus der Zeit des digitalen Fernsehens zu tun, denn in dieser Zeit ist Sky mit seinem eigenen Fernsehprogramm groß geworden und orientiert sich an Konzepten, die bereits überholt sind.

Beispiele für dieses Hinterherhinken von Sky in puncto zeitgenössischem Fernsehvergnügen lassen sich einige finden. Zunächst ist Sky im Vergleich mit DAZN und anderen Streaming Diensten der einzige Anbieter, für dessen Installation noch ein Receiver nötig ist, der allerdings mit dem Sky Ticket ins Haus geliefert wird. Die anderen Anbieter sind längst im Stadium Plug & Play angekommen. Außerdem können nicht sechs wie bei DAZN, sondern nur vier Geräte zugleich genutzt werden. Sportlich bietet Sky für die Spiele weder Spulfunktion noch eine Zeitleiste mit allen Toren, was beides DAZN bietet. Außerdem verfügt Sky über kein Archiv, das heißt, wer ein wichtiges Live-Spiel verpasst hat, der hat es eben verpasst.