So werden aus Asche Diamanten

So werden aus Asche Diamanten

Die Menschen sind kreativ wie nie zuvor, wenn es darum geht, einem geliebten Menschen die letzte Ehre zu erweisen.

Die Kremation wird immer beliebter und es gibt viele Dinge, die man mit der Asche machen kann. Die Asche wird beispielsweise mit Farbe gemischt, um ein Bild damit zu malen oder sie wird in den Weltraum geschickt. Diese Alternativen ersetzen langsam die herkömmliche Beerdigung. Auch in Deutschland wird mittlerweile nach diesen Alternativen gesucht. Eine davon ist die Diamantbestattung.Wie die Erinnerung an einen Verstorbenen, ist der Diamant ewig.
Einige Menschen lassen die Überreste eines verstorbenen Familienmitgliedes in einem Diamant aus Asche verewigen. Diese Art von Erinnerung existiert schon seit Jahren, denn früher trugen die Menschen Anhänger mit Bildern oder den Haaren. Ein Erinnerungsdiamant kann in einen Ring oder in ein anderes Stück Schmuck verwandelt werden. Man kann ihn aber auch in die Wohnung stellen als Erinnerung an den lieben Menschen.

Lonité ist eine der Firmen , die diese Art der Bestattung, die sogenannte Diamantbestattung, anbietet. Der Name des Unternehmens stammt von französichen Wort "Longévité" ab, was übersetzt "ein langes Leben leben" bedeutet. Dies trifft es perfekt, denn Diamanten sind die beständigsten und natürlichsten Elemente auf dieser Erde. Genau deswegen werden sie auch als Symbol für ewige Liebe und Zuneigung gesehen. Dies ist auch der Grund, warum viele Paare einen Diamant aus Asche als Zeichen ihrer Verbundenheit nutzen, die noch lange nach dem Tod besteht.

Wie Diamanten besteht der menschliche Körper aus Kohlenstoff. Daher eignet sich die Asche auch perfekt, um einen Diamanten daraus zu fertigen.

Asche in einen Diamanten verwandeln
Im Labor wird eine künstliche Umgebung geschaffen , die der natürlichen Umgebung von Diamanten stark ähnelt. Es herrscht sechstausendfacher Luftdruck und eine Temperatur von etwa 2000°C.
Der Prozess vollzieht sich in 3 SchrittenDer Kohlenstoff wird aus der Asche oder den Haaren extrahiert und gereinigtDann wird er in eine Maschine gegeben, die den benötigten Druck und Hitze wie im Erdinneren erzeugtMit der Zeit findet in den Kohlenstoff Atomen eine Umstrukturierung statt und es bildet sich ein Diamant
Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, wird der Edelstein zertifiziert und je nach Wunsch in einen Anhänger, Ring oder anderes Schmuckstück verwandelt, bevor der Kunde ihn sich abholt oder geliefert bekommt.
Erinnerungsdiamanten werden oft in Schmuck eingesetzt, damit die Angehörigen ihn immer mit sich tragen können" sagt Jeff Gonzalo, Chef des Kundenservice bei LONITÉ. "Niemand muss mehr den Friedhof besichtigen, denn mit einer Diamantbestattung ist der geliebte Mensch immer ganz nah."
Natürliche Schönheit
Ein Diamant aus Asche hat das gleiche Aussehen und die gleiche Struktur wie ein Diamant vom Juwelier. Der einzige Unterschied ist der enthaltene Kohlenstoff aus der Kremationsasche. Alle Diamanten werden von dem GIA zertifiziert (Gemologisches Institut von Amerika)

Der gesamte Prozess der Kristallbestattung wird mithilfe eines ID-Trackingverfahrens überwacht. Wenn die Firma die Bestellung erhält wird ihr eine 16-stellige Nummer zugeordnet und auch auf die Urne mit der Asche geschrieben. Dann wird die Asche in die Schweiz überführt, wo die Herstellung beginnt.

Zuallererst wird die Asche gekennzeichnet und analysiert. Die chemische Zusammensetzung ist bei jeder Person verschieden und diese Unterschiede werden in einem Laborbericht festgehalten. Während des Prozesses kann der Kunde den Status seiner Bestellung online einsehen.
"Es ist sehr wichtig, den Kunden das Gefühl zu geben, dass die Asche ihres geliebten Menschen in den richtigen Händen ist" erklärt Jeff.200 Gramm Asche für einen einzigen Diamanten
Ein einkarätiger Diamant enthält 0.2 g Kohlenstoff, was bedeutet, dass 200 Gramm Asche oder 10 Gramm menschliches Haar für jedes Karat benötigt werden. Im Falle eines toten Säuglings kann dies zum Problem werden. Die Asche wird dann oftmals durch Haare von den Eltern ergänzt. Es ist aber auch möglich einen Diamant aus Haar alleine zu fertigen. Zum Beispiel existiert die Diamantbestattung auch für geliebte Tiere wie Hunde oder Katzen, bei denen das Haar oder in manchen Fällen auch die Asche verwendet wird.

Man benötigt 200 Gramm Asche, um einen Diamant herzustellen , egal wie groß dieser werden soll. Dies hängt von der Kristallisationszeit ab. Diamanten können bis zu einer Größe von zwei Karat angefertigt werden, aber dies dauert länger und ist auch teurer. Die Preise einer Diamantbestattung können aber vorher mit Beratern abgesprochen werden.

Graphit und Diamanten bestehen beide aus Kohlenstoff. Foto: Quelle: Lonite.com
Ein Diamantenring aus der Asche des Ehepartners. Foto: Quelle: Pixabay.com - Nick Karvounis
Alle Informationen über den Kunden und den Verstorbenen werden akribisch festgehalten. Foto: Quelle: Lonite.com
Eine Urne mit Asche. Foto: Quelle: Unsplash.com - Gail Rubin
Ein Diamant mit GIA Zertifikat. Foto: Quelle: Lonite.com
Ein Kremationsring aus der Asche des Ehemannes. Foto: Quelle: Pixabay.com - Hans
Jeder Erinnerungsdiamant ist einzigartig. Foto: Quelle: Lonite.com
Ein farbloser Diamant ist reiner und somit auch teurer. Foto: Quelle: Lonite.com

Normalerweise dauert der Prozess, um Asche zu einen Diamant zu pressen in etwa 3-6 Monate.
Sobald der Erinnerungsdiamant fertiggestellt ist, wird er bewertet und zertifiziert. Um ihn weiter zertifizieren zu lassen, kann er auch zum Gemmologischen Institut von Amerika (GIA) gesendet werden.

Das GIA besitzt hochmoderne Technologie, um die Herkunft eines Diamanten zu bestimmen und zu bestätigen.

Kohlenstoff und Stickstoff sind die wesentlichen Elemente des Lebens. Der menschliche Körper besteht aus 18% Kohlenstoff und 3% Stickstoff - beides wird für die Ausbildung der DNA und Proteine benötigt. Während Kohlenstoff die Struktur des Diamanten bildet, ist Stickstoff verantwortlich für seine Farbe, die vom Gelben bis ins tiefe Orange gehen kann. Jeder Erinnerungsdiamant ist einzigartig. Genau, wie auch jeder Mensch einzigartig ist.

Jeff sagt " Bei einer Diamantbestattung kann die Farbe nicht vorbestimmt oder kontrolliert werden. Sie hängt von der Stickstoffmenge ab".
Der Kunde hat jedoch die Möglichkeit, den Stickstoff entfernen zu lassen, was eine leicht bläuliche Farbe erzeugt, die durch das Element Bor, das man auch in den Knochen findet, entsteht. Aber auch dies kann entfernt werden, wenn sich der Kunde einen farblosen Diamant aus Asche wünscht.

Ein farbloser Diamant aus Asche muss in einem aufwendigen Prozess gereinigt werden, weshalb die Herstellung länger dauert und die Kosten höher sind. Zum Beispiel kostet die Produktion eines farblosen Diamanten zweimal so viel wie die eines bernsteinfarbenen Diamanten.

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