Familie: So wird Weihnachten fröhlich

Familie : So wird Weihnachten fröhlich

Alle Jahre wieder gibt es Stress unterm Tannenbaum – das muss nicht sein.

Zwei Expertinnen standen TV-Leserinnen und -Lesern zwei Stunden lang am Telefon zur Verfügung. Hier ein paar Tipps.

Meine Frau vermiest uns jedes Jahr Weihnachten, weil sie immer total gestresst ist.

Monika Neumann, Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin der Lebensberatungsstelle des Bistums Trier in Gerolstein:

Der Stress resultiert meistens daraus, dass mit dem Weihnachtsfest überhöhte Erwartungen verbunden sind: Der Braten muss besonders lecker schmecken, das Wohnzimmer nach dem neuesten Trend weihnachtlich dekoriert sein, es müssen genauso viele Plätzchensorten gebacken werden wie bei der Nachbarin, und alle sollen zufrieden und glücklich sein. Letzteres geht leider nicht auf Kommando und führt bei den „Organisatoren“ oft zur körperlichen und psychischen Überforderung. Die „Organisatoren“ sind meist die Frauen. Bedenken Sie: Weniger ist mehr, planen Sie rechtzeitig, und jedes Familienmitglied – auch die Kinder – sollten sich einbringen. Schmücken Sie den Baum gemeinsam. Stress zu reduzieren kann auch bedeuten, zu hinterfragen, ob familiäre Weihnachtstraditionen und -rituale aufgebrochen werden können. Noch ein Tipp: Sprechen Sie im Vorfeld miteinander, damit Bedürfnisse ehrlich geäußert werden können. Fragen Sie, wie die Ältesten die Weihnachtstage verbringen möchten. Das kann manchmal etwas ganz anderes sein als das, was sich Kinder und Enkelkinder vorstellen.

Wie kann man Streitthemen an Weihnachten vermeiden?

Christiane Hanke, Psychologin Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. in Trier: Kommunizieren Sie vorher, dass Streitthemen nicht auf den Tisch kommen. Legen Sie dafür eigene Termine außerhalb der Weihnachtsfeiertage fest, und bestimmen Sie einen „Friedenswächter“, der kritische Themen rechtzeitig unterbindet. Legen Sie den Fokus auf eine schöne, gemeinsame Zeit: Schaffen Sie aktive Familienzeiten, spielen Sie gemeinsam, und bauen Sie persönliche Freiräume ein, etwa Spaziergänge an der frischen Luft.

Meine Ex-Frau möchte nicht, dass die Kinder an Heiligabend bei mir und meiner neuen Frau sind. Was kann ich tun, damit wir zusammen feiern können?

Christiane Hanke: Sprechen Sie mit Ihrer Ex-Frau! Versuchen Sie frühestmöglich, eine generelle Einigung für die Feiertage zu erzielen. Vorab können Sie die Kinder nach ihren Wünschen fragen, aber die Entscheidung müssen Sie als Eltern treffen. Sollten Sie sich nicht einigen können, suchen Sie eine Beratungsstelle auf, bevor nur noch eine  gerichtliche Entscheidung über den Aufenthalt der Kinder an Feiertagen möglich ist.

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