1. Magazin
  2. Familie

Upcycling: Mit DIY und cleveren Geschäftsideen nachhaltiger leben

Upcycling : Mit DIY und cleveren Geschäftsideen nachhaltiger leben

Nachhaltigkeit ist heutzutage in aller Munde. Immer wichtiger wird es, weniger zu konsumieren und weniger Müll zu produzieren. Dazu gehört unter anderem, defekte oder nicht mehr benötigte Dinge nicht einfach wegzuwerfen, sondern sie sinnvoll weiterzuverarbeiten und ihnen so ein zweites Leben zu schenken. "Upcycling" nennt sich dieser Trend, der für zahlreiche Menschen ein neues Hobby geworden ist. Der folgende Beitrag stellt drei Ideen vor, wie sich mit einfachen Mitteln alten Dingen neues Leben einhauchen lässt.

Idee 1: Aus alter Kleidung neue Lieblingsstücke machen

Wer kennt das nicht? Etwa alle sechs Monate sortieren die meisten Deutschen ihre Kleidung aus. Manche Sachen sind zu klein geworden, andere haben erste Löcher. Bei vielen Dingen wird es Zeit, sie loszulassen. Am häufigsten landen die Altkleider dann in der Altkleidersammlung. Hier stehen in vielen Städten und Gemeinden Altkleidercontainer zur Verfügung. Ebenfalls können Privatpersonen Säcke mit Altkleidern bei Sammelstellen von DRK, Caritas und ähnlichen Organisationen abgeben. Insgesamt kommen jährlich rund 100 Millionen Tonnen Altkleider zusammen.

Eine weitere Option ist es, alte Kleidung weiterzuverwenden. Wer handwerklich begabt ist, kann die Klamotten natürlich selbstständig umnähen. So lassen sich aus langen Röcken mit wenigen Nadelstichen modische T-Shirts fertigen. Der Fantasie sind praktisch keine Grenzen gesetzt! Ein ähnliches System verfolgen die Gründer von "Stramplermacher". Sie bieten einen besonderen Service an. Eltern können eigene Kleidungsstücke oder Familienerbstücke einschicken und die Stramplermacher fertigen daraus Babykleidung an. So trägt das Baby später vielleicht das Lieblingsstück der eigenen Mutter oder Großmutter. Kaum ein Kleidungsstück wird später so liebevoll in Erinnerung gehalten wie dieses.

Mit diesen Methoden müssen Altkleider nicht unbedingt im Müll oder in der Sammlung landen. Vor allem Lieblingsteile erhalten eine zweite Chance. Deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, aus alten Kleidungsstücken neues zu fertigen. Umso weniger Müll entsteht.

Idee 2: Selbst basteln ist die Devise

Nicht nur Kleidung kann zum Ballast werden. Auch Spielwaren, Dekorationen oder Haushaltsgegenstände landen öfter im Müll, als es vielen Menschen lieb ist. Hierfür gibt es verschiedene Gründe: Manchmal werden Dinge einfach nicht mehr benötigt oder durch neuere Versionen ersetzt. In anderen Fällen gehen Gegenstände kaputt und die Besitzer haben keine Muße oder Zeit, sie zu reparieren. Nicht selten ist es sogar erheblich günstiger, Dinge zu ersetzen, als sie wieder instand zu setzen. Leider sorgt dieses Verhalten dafür, dass viel Müll entsteht. Besser ist es also, sich nach alternativen Möglichkeiten der Nutzung umzusehen und so Abfall zu vermeiden. Dabei haben Besitzer verschiedene Optionen:

- Dinge, die noch in Ordnung sind, können wahlweise verkauft oder verschenkt werden. Flohmärkte, Facebook-Gruppen und Onlineportale bieten zahlreiche Anlaufstellen. Viele Menschen sind dankbar, günstig oder gratis Gegenstände des täglichen Bedarfs zu bekommen.

- Defekte Dinge lassen sich oft mit ein wenig Kleber und Fingerspitzengefühl reparieren.

- Ist eine Reparatur nicht mehr möglich, gibt es online viele kreative Ideen, die für eine zweite Chance sorgen. Hier sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt und mit ein wenig Einsatz lassen sich wahre Kunstwerke schaffen!

Die Kinder spielen seit neuestem nicht mehr mit den geliebten Legosteinen? Kein Problem. Diese lassen sich einfach zu Haushaltsgegenständen umfunktionieren. Wie wäre es beispielsweise mit einem Stiftehalter aus Lego? Nicht nur für den Schreib- und Maltisch im Kinderzimmer ist dies eine tolle Aufbewahrungsidee. Wer sich die Flexibilität erhalten möchte, setzt die Steine einfach entsprechend zusammen. Wer ein langlebiges Produkt möchte, kann auf Klebstoff zurückgreifen und die Legosteine für immer aneinanderschweißen.

Die Möglichkeiten sind praktisch unendlich. In jedem Fall ist es sinnvoll, defekte Gegenstände nicht einfach wegzuwerfen, sondern sie in einer DIY-Kiste aufzubewahren. Auch für Eltern ist dies eine tolle Idee, um mit ihren Kindern kleine Kunstwerke zu basteln. Knöpfe, Bänder, Schnallen und ähnliche Dinge lassen sich ganz einfach weiterverwerten. Und wer freut sich nicht über ein selbst gebasteltes Kunstwerk vom Kind oder Enkel?

Idee 3: Mit Sperrmüll, Europaletten und Co. Möbel bauen

Der Trend Nachhaltigkeit endet natürlich nicht bei Dekorationen und Gebrauchsgegenständen. Immer wieder gibt es neue Ideen für Second Hand- und DIY-Möbel. Diese bieten den Nutzern zahlreiche Vorteile. Nicht nur sind sie nachhaltiger als neu gekaufte Möbel. Oft ist es sogar günstiger, Möbel selbst zu bauen oder sie gebraucht zu kaufen. Außerdem ist die Einrichtung der eigenen Wohnung sehr viel individueller und kann deshalb noch mehr dem persönlichen Geschmack angepasst werden. Zur Beschaffung der entsprechenden Möbel gibt es wieder mehrere Möglichkeiten. Die oben bereits erwähnten Facebook-Gruppen und Onlineplattformen halten Angebote von zu verschenkenden Möbeln vor. Außerdem können Sachen, die sich bereits im Besitz befinden, weiterverwendet werden. Das ist in jedem Fall nachhaltiger als sie auf den Sperrmüll zu geben.

Wichtig: Es ist in Deutschland nicht erlaubt, Dinge vom fremden Sperrmüll mitzunehmen. Grundsätzlich gehören die Dinge, bevor sie vom Abfallentsorger mitgenommen werden, dem ursprünglichen Besitzer. Dieser kann Anzeige wegen Diebstahls erstatten. Wird jemand vom Entsorger dabei erwischt, wie er Dinge vom Sperrmüll für den Privatgebrauch mitnimmt, droht ein Bußgeld. Die meisten Städte betrachten das Entwenden von Sperrmüll als Ordnungswidrigkeit. Wer Glück hat, erhält nur eine Ermahnung.

Neben alten Möbeln lassen sich auch Europaletten und alte Obstkisten aus Holz wunderbar zum Upcycling verwenden. Gartenmöbel, Regale, Sofas und andere Möbel lassen sich aus diesen Gegenständen mit wenigen Handgriffen selbst bauen. Online gibt es sogar Shops, die sich auf den Verkauf von Polstern für entsprechende Palettemöbel spezialisiert haben. Sogar Schulen machen beim Upcycling-Trend mit: So haben Elftklässler aus Trier ein Regalsystem aus alten Möbeln selbst gebaut. Diese und ähnliche Ideen lassen sich mit ein wenig handwerklichem Geschick problemlos auch daheim umsetzen. Umso individueller sieht die eigene Wohnung später aus. Und das Gewissen bleibt dank "Zero Waste" rein.