Wandern in der Region Saar-Mosel: Premiumwanderweg Saar-Hunsrück-Steig

Wandern in der Region Saar-Mosel: Premiumwanderweg Saar-Hunsrück-Steig

Rund um Mosel und Saar laden zahllose Wanderwege, einige darunter mit dem Prädikat Premium-Wanderweg ausgezeichnet, zum Erleben der Natur zu Fuß ein.

Zum Herbstbeginn kann eine Wandertour auch gut mit der einen oder anderen Weinverkostung verknüpft werden. Der Saar-Hunsrück-Steig mit insgesamt 410 km Länge, unterteilt in derzeit 27 Etappen, verläuft dabei von Perl bis nach Boppard am Rhein.

Die Besonderheit des Premium-Wanderweges: Nur etwa fünf Prozent der Wegstrecke muss auf asphaltiertem Boden zurückgelegt werden. 70% der Etappen erwandert man sich dabei auf Naturwegen. Unter anderem hat diese Alleinstellungsmerkmal dazu beigetragen, das begehrte Qualitätssiegel des deutschen Wanderbundes zu erhalten. Ein weiteres Kriterium für das Siegel ist eine abwechslungsreiche Landschaft. Durch das anspruchsvolle Höhenprofil, Strecken mit schönen Aussichten über die Saar- und Moseltäler , führt die Route auch entlang markanter Wegmarken wie bizarren Felsformationen.

Doch nicht nur landschaftlich zeigt sich der Wanderweg von seiner besten Seite. Auch kulturelle Höhepunkte wie Burgen, Schlösser und Überreste der keltischen und römischen Siedler sind bei einigen Etappen zu sehen.
Gute Ausrüstung empfehlenswert

Da der Streckenverlauf überwiegend über Naturboden wie Waldwege oder Graspfade verläuft ist festes Schuhwerk dringend notwendig. Der Saar-Hunsrück-Steig ist ein Wanderweg mit Trekkingcharakter und durchaus anspruchsvollem Höhenprofil. Ein steter Wechsel über Höhenzüge und Täler bietet auf der gesamten Länge des Weges die Überquerung von drei Landmarken.

Als Ausrüstung für die Wanderungen sind grundsätzlich nur ein paar wenige Dinge ratsam:

Festes Schuhwerk - Wanderschuhe oder gute Turnschuhe, am besten mit hohem Schaftbequem zu tragender Rucksack - zum Unterbringen von Proviant und evtl. RegenschutzWander- oder Trekkingstöcke - können bei längeren Touren sehr gut entlastenLeichte Jacke, je nach WitterungKopfbedeckung - als Sonnen- oder Regenschutz
Gerade im Herbst ist an kühleren Tagen und in den höheren Lagen eine gute Jacke empfehlenswert. Hier eignet sich eine leichte Fleecejacke gut, sie kann bei wärmeren Temperaturen schnell ausgezogen werden und fällt beim Gepäck dann nicht schwer ins Gewicht. Als etwas wärmere Alternative bieten verschiedene Outdoorausrüster Softshelljacken an, die beim Wandern gut vor Wind und Wetter schützen. Meist beinhalten sie ein zusätzliches Innenfutter aus Fleece, welches bei kälteren Temperaturen dazu kombiniert werden kann. Die geeignete Wanderausrüstung richtet sich dabei nicht nur nach der Jahreszeit. Auch das Streckenprofil muss vor allem bei der Wahl des richtigen Schuhwerks bedacht werden. Bei den einzelnen Beschreibungen der Etappen ist der jeweilige Schwierigkeitsgrad vermerkt. Mit
der angemessenen Ausrüstung und einer guten Planung im Vorfeld werden auch Ausflüge mit anspruchsvolleren Strecken für alle zu einem Erlebnis.
Genusswandern

Im Herbst können einzelne Etappen gut mit dem Besuch eines der regionalen Weinfeste verbunden werden. Rund um Mosel und Saar starten bereits Ende September die ersten Federweißenfeste und Straßenweinfeste.

Obwohl die einzelnen Etappen der Strecke meist abseits von Ortschaften verlaufen, sind in regelmäßigen Abständen Zuwege ausgeschildert. Im Rahmen der ausführlichen Markierung des Wanderweges sind immer auch Entfernungen zu den nahegelegenen Städten und Dörfern angegeben. An vielen Stellen sind zudem Schilder mit Hinweisen auf Rast- und Gasthöfe in der Umgebung, inklusive eines telefonischen Kontaktes oder auch den jeweiligen Öffnungszeiten, gut sichtbar angebracht.

Nicht nur der kulinarische Genuss ist bei den Wanderwegen Programm. Zahlreiche Ruhebänke laden an ausgewählten Plätzen dazu ein die Aussicht und das Landschaftspanorama zu genießen.

Besondere Aussichtspunkte

Bereits auf der ersten Etappe durch das Naturschutzgebiet am Hammelsberg rund um den Weinort Perl gibt es tolle Panoramablicke ins Dreiländereck. Am Erbeskopf, der höchsten Erhebung in Rheinland-Pfalz bietet ein Aussichtsturm bei der zehnten Etappe einen perfekten Rundumblick in die weitläufige Umgebung. Hier wurde 2012 noch eine Skulptur hinzugebaut, die mit einem begehbaren Steg ebenfalls über eine Aussichtsplattform verfügt.

Die Felsenkirche in Idar-Oberstein verfügt über einen kleinen Aussichtsbalkon und ist Bestandteil von gleich zwei Streckenetappen. Hier kann eine wunderschöne Aussicht über den Ort, der sich vom Nahetal bis hoch in die umgebenden steilen Hänge erstreckt, genossen werden.

Ein ganz besonderes Highlight ist sicherlich auch die erst im Herbst 2015 neu eröffnete Hängeseilbrücke Geierlay. Sie ist die längste Hängeseilbrücke Deutschlands und überspannt mit 360 Metern Länge das Tal zwischen den zwei Ortschaften Mörsdorf und Sosberg. Sie kann bei den beiden Etappen 19 und 20 überquert werden und bietet einen spektakulären Blick ins Tal.

Kulturelle Highlights

Auf der Wanderung von Nonnweiler nach Börfink / Einschieder Hof ist der keltische Ringwall um Otzenhausen eine der Sehenswürdigkeiten der neunten Etappe. Hier wird derzeit zusätzlich im Rahmen eines Keltenparks ein originalgetreues Dorf rekonstruiert.

Der Archäologiepark rund um die Villa Borg zeigt, wie das Leben zu römischen Zeiten in der Region ausgesehen hat. In der römischen Taverne der Villa können alte römische Spezialitäten verkostet werden. Es werden jedoch auch regionale Gerichte angeboten.

Die alte Benediktinerabtei in Mettlach ist inzwischen im Besitz des Keramikherstellers Villeroy & Boch. Hier ist ein Keramikmuseum mit Erlebniswelten rund um die Tischkultur untergebracht, welches bei der Wanderung rund um den Ort und entlang des Saartals entdeckt werden kann.

Die Etappe von Weiskirchen nach Reidelbach am Hang des Teufelskopfes entlang führt gleich an zwei Burgruinen vorbei. Zum einen liegt Burg Grimburg auf der Wanderstrecke, ein ehemaliger Amtssitz der Trierer Erzbischhöfe und umliegenden Gemeinden. Hier ist außerdem ein Burg- und Hexenmuseum untergebracht. Am Ende der Strecke liegt nahe der Ortschaft Wadern die Burgruine Dagstuhl. Dort finden Mittelalterfreunde auf Hinweistafeln viele Informationen zur Burganlage und seiner Geschichte.

Traumschleifen rund um den Steig

Der Saar-Hunsrück-Steig wird auf der gesamten Länge von mittlerweile 111 Rundwanderwegen begleitet. Diese Einzelwege mit einer Streckenlänge zwischen fünf und 20 Kilometern schließen entweder direkt an eine Etappe an oder befinden sich in deren Nähe. 70 davon sind derzeit ebenfalls mit dem Siegel "Prädikatswanderweg" ausgezeichnet.

Festes Schuhwerk ist auf den meist unbefestigten Wegen des Pfades zu empfehlen. Foto: pixabay, © Unsplash, CC0 Public Domain

Besonders hervorzuheben ist hier beispielsweise der Mittelalterpfad um Herrstein im Hunsrück, der im Jahr 2010 zum schönsten Wanderweg Deutschlands in der Kategorie "Touren" ausgezeichnet wurde.

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