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Wie normal ist die Normalität – das Virus und seine Herausforderungen

Was tun, wenn die Decke auf den Kopf zu fallen droht? : Wie normal ist die Normalität – das Virus und seine Herausforderungen

Die halbe Welt steht still wegen des Anfang des Jahres in China ausgebrochenen Virus. Nach ersten Maßnahmen werden die Stimmen aus der Wirtschaft jedoch lauter, denn der IWF rechnet mit der schlimmsten Rezession seit den 1930er Jahren. Nur, wie soll ein Anlaufen der Wirtschaft bei gleichzeitigem Gesundheitsschutz möglich sein?

Eines steht fest: Die Normalität die wir kennen, wird es wohl so schnell nicht mehr geben. Dennoch kann es sich kein Staat leisten, noch weitere Wochen im Minimalbetrieb zu agieren, denn die Krise kostet Geld und was dem Staat an Steuergeld zur Verfügung steht, kommt über Steuern aus der Wirtschaft; entweder direkt oder indirekt über Konsumsteuern, die mit Schließung des Handels jedoch auch weitgehend ausfallen.

Ausgangsbeschränkungen beherrschen - mit wenigen Ausnahmen - das Leben in Europa. Österreich lockert die Maßnahmen seit dem Osterwochenende genauso wie Dänemark und auch Deutschland plant mit 20. April die schrittweise Öffnung der Betriebe. Andere Staaten, wie etwa Frankreich, haben die Ausgangsbeschränkungen bis Mitte Mai verlängert.

Für viele heißt es allerdings dennoch weiterhin zu Hause bleiben.

Was also tun, wenn die Decke auf den Kopf zu fallen droht?

Home Office bedeutet zumindest ein Minimum an Struktur und Beschäftigung, wenngleich es für viele zu einer Gratwanderung wird. Schließlich freuen sich gerade kleinere Kinder über die Anwesenheit der Eltern und meinen, dass nun mehr Zeit zum Spielen vorhanden ist. Alleinerziehende stellt diese Situation überhaupt vor noch größere Herausforderungen, denn gleichzeitig auf die Kleinen aufpassen und arbeiten lässt sich auch bei hervorragenden Multitasking-Fähigkeiten nicht mehr bewältigen.

Viele die mit Kindern ihren beruflichen Alltag schaukeln müssen, werden auf den Fernseher setzen. Was sonst in vielen Familien reduziert wird, damit der Konsum nicht überhand nimmt, ist nun quasi der Aufpasser in der Not.

Wer beruflich weniger eingespannt ist, kann eventuell die bereits den seit längerem geplanten Großputz samt Entrümpelung und diverser Umgestaltungen in Angriff nehmen. Im Frühling ist das ohnehin eine beliebte Beschäftigung, ob mit oder ohne Corona. Eventuell verspürt der ein oder andere dabei gleich Lust auf mehr und traut sich gleich größere Projekte zu, stellt Möbel um, tapeziert alter Sessel neu oder hängt manches wie zB den Fernseher mit einer TV-Wandhalterung auf. Heimwerken muss nun nicht mehr nach Feierabend erledigt werden, sondern vieles kann in einem Durchgang erledigt werden und das motiviert, weil die Unordnung nur kurze Zeit dauert.

Psychologen sehen im Umdekorieren und Umstellen von Möbeln einen weiteren Vorteil: es ergeben sich neue Blickwinkel. Daraus kann sich durchaus die Lösung von lange mitgeschleppten Problemen ergeben. Veränderungen finden ohnehin statt, wieso nicht gleich auch im persönlichen Umfeld.

Ärgern über die Situation ist übrigens die schlechteste Alternative, denn Ärger ändert nichts. Im Gegenteil: Jede Menge Ärger schafft nur noch mehr schlechte Stimmung. "Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe deiner Gedanken an", sagte einst Marc Aurel. Bei allen Ängsten und Zukunftssorgen hat die Zeit allerdings auch ihre positiven Wirkungen: gute Gespräche und Zeit miteinander anstatt nebenher, das seit Monaten am Nachttisch liegende Buch, Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang. Keine Zeit zu haben, gilt als Ausrede nun wohl nicht.

Bleiben Sie gesund und versuchen Sie die erfreulichen Situationen wahrzunehmen.