1. Magazin
  2. Familie

Wo kommt unsere Angst her?

Wo kommt unsere Angst her?

Die Angst ist eine natürliche Emotion. Alle Menschen spüren von Kind auf Angst vor gewissen Dingen, es handelt sich um einen Schutzmechanismus unserer Psyche und unseres Körpers, um Gefahren zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.

Das Objekt der Angst ist individuell unterschiedlich, gerade bei Kindern findet man aber oft Übereinstimmungen: Angst vor dem Monster unterm Bett, vor der Dunkelheit, vor großen Hunden und so weiter. Man merkt schnell, dass Angst also viel mit dem Unbekannten zu tun hat ("Ich weiß nicht, was sich in der Dunkelheit versteckt.") oder mit großen, furchteinflössenden Dingen, die sich unkontrolliert verhalten (ein großer bellender Hund zum Beispiel). Im Erwachsenenalter haben wir viele dieser Ängste "wegrationalisiert" und sie durch andere Ängste ersetzt. Angst vor der Zukunft, vor Arbeitslosigkeit, vor dem Sterben, Angst vor Krankheit sind typische, normale Ängste, die ein Erwachsener hat. Das Internet-Portal Gutscheinsammler hat eine sehr interessante Befragung zum Thema Angst durchgeführt und festgestellt, dass drei Viertel aller Deutschen Ängste haben. Die Top 3 der Ängste sind Reptilienphobien, persönliche Ängste und Angst vor der eigenen Zukunft.

Angst ist nicht gleich Angststörung

In der Medizin und Psychologie unterscheidet man zwischen Angst und Angststörung. Angst haben, wie bereits erklärt, ist normal und rational. Bei Angststörungen kommt die Angst übermäßig zum Ausdruck und kann zum Problem werden. Körperliche Symptome einer Angst- (oder Panik-) Attacke sind Herzrasen, Schweißausbrüche, zitternde Hände und Atemnot. Innerlich führt der Angstzustand instinktiv dazu, das Objekt der Angst zu vermeiden. Menschen mit Agoraphobie gehen nicht mehr auf die Straße, Menschen mit Platzangst steigen nicht in den Aufzug, Menschen mit Flugangst fliegen nicht mit dem Flugzeug und Menschen mit Reptilienphobien laufen auch schon mal schreiend davon.

Auslöser und Gründe - Die Urangst im Menschen

Die Gründe für Angststörungen sind vielfältig und in jedem Fall anders. Psychologen gehen zum einen von begünstigenden Umständen wie Stress aus. Wenn unsere Nerven blank liegen, reagieren wir auf Angstobjekte stärker. Darüber hinaus gibt es Auslöser, die konkret einen Angstzustand hervorrufen. Besonders interessant in dem Zusammenhang ist Reptilienphobie, die sehr weit verbreitet ist. In unseren Breitengraden gibt es normalerweise keine Giftschlangen und auch keine Taranteln in freier Wildbahn. Trotzdem ekeln wir uns und haben Panik vor diesen Tieren. Experten gehen zum einen von einer Urangst aus, die seit dem Höhlenmenschen in uns steckt, aus Angst, von Tieren gefressen zu werden. Zum anderen spielt die Erziehung eine wichtige Rolle. Wenn Mutter schon beim Anblick einer Spinne schreiend auf den Stuhl gesprungen ist, machen wir es irgendwann instinktiv nach.

Professionelle Hilfe suchen und Sport treiben

Professionelle Hilfe muss man nicht lange suchen. Psychologen und Therapeuten kennen sich mit Angststörungen aus und haben einen ganzen Lösungskatalog parat, mit dem man eine Behandlung beginnen kann. Je nach Phobie, Angst oder Panikattacken wird mit Psychotherapie, Pharamakotherapie (Medikamente) und Sport geholfen. Sport ist ein Wundermittel gegen die Angst. Durch Sport wird die Durchblutung und Sauerstoffzufuhr verbessert. Der Körper schüttet Glückshormone aus und die Auslöseschwelle für Angstattacken steigt merklich. Ärzte empfehlen mindestens 20 Minuten leichtes Ausdauertraining drei Mal die Woche. Yoga ist ebenfalls ein geeigneter Sport, da er das Körpergefühl verbessert und sich beruhigend und positiv auf die Psyche auswirkt. Bei Reptilienphobien hilft es, sich mit professioneller Hilfe seiner Angst zu stellen.

Es gibt Auswege aus der Angst, Hilfe suchen ist der erste Schritt.