Kathrin Hofmeister widmet sich chinesischer Heilpflanze

Kolumne Mein Schöner Garten : Ingwer ist die Heilpflanze des Jahres

Noch besser als den Tag mit einer Konfuzius-Weisheit zu beginnen, stelle ich mir vor, dem chinesischen Philosophen (551-479 vor Christus) selbst nachzueifern. Mit der diesjährigen Heilpflanze des Jahres Ingwer ist das leicht möglich: Vom Meister ist überliefert, dass er seine Mahlzeiten nie ohne die Knolle zu sich nahm. In den Wintermonaten nutze ich die erwärmende Kraft des Ingwers auch gerne mit dem ersten Schluck Tee am Morgen. Klein geschnitten, gibt sie vielen Mittagsgerichten eine asiatische Note und wirkt verdauungsfördernd.Abends trinkt man dann ein Schlückchen Ingwer in „Wein gesotten“ auf den Arzt Adam Lonitzer (1528-1586), auf dass es „gut wider Wehetun des Magens und Gedärms/so von Winden kommen/und macht wohl dauen.“ Am nächsten Tag wäre eine Teegesellschaft à la Goethe denkbar. Vom Dichterfürsten weiß man, dass er dazu neben feinsten Speisen wie Gänseleber, Kaviar und Lachs auch Ingwer servieren ließ. Glücklicherweise verhindert Ingwer ja das Völlegefühl nach üppigem Essen. Ein paar Tage kann man sich also vorstellen, einen auf Schuhbeck zu machen. Der Fernsehkoch hat dem Ingwer zu großer Popularität verholfen. Aber wie lange hält man das geschmacklich „durchaus Freche und Herausfordernde“ der Knolle durch?

Die Liste an Heilwirkungen liest sich jedenfalls beachtlich. Sogar wissenschaftliche Studien sollen die vielseitige Wirksamkeit von Ingwer bestätigen. Er reduziert den Schmerz und ist bei rheumatischen Erkrankungen angezeigt. Er besitzt krampflösende und sogar tumorhemmende Eigenschaften. Die ideale Pflanze für den Selbstversorger-Garten? Leider lässt sich die sehr wärmeliebende Art bei uns nicht ganzjährig im Freiland kultivieren.

Mehr zum Ingwer-Anbau unter www.gartenlexikon.de/gartenpraxis/kraeuter/ingwer.html

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