Arten von Aktien und Obligationen

Hilfreich : Arten von Aktien und Obligationen

Man unterscheidet Namensaktien und Inhaberaktien. Die natürlichen Personen dürfen nur die Namensaktien besitzen. Auf der Namensaktie stehen Name, Vorname und Vatersname (falls vorhanden) des Aktieninhabers. Bei ihrer Übergabe an eine andere Person wird solche Aktie ungültig, d. h. die Dividenden werden nicht angerechnet und sie kann nicht zurückgenommen werden. Um ein Namenspapier an eine andere Person zu übergeben, ist die notarielle Ausfertigung erforderlich.

Die Aktien einer Aktiengesellschaft werden in zwei Gattungen geteilt:

- Stammaktien

- Vorzugsaktien

Darunter können einzelne Arten und Type von Aktien (wie konvertierbare Aktie, "Goldaktie" u. a.) unterschieden werden.

Die Stammaktien verbriefen das Recht auf Teilnahme an der Verwaltung der Aktiengesellschaft (bei der Beschlussfassung in der Hauptversammlung gewährt jede Aktie eine Stimme) sowie Rechte bei der Verteilung des Nettogewinns der Gesellschaft, der nach der Auffüllung des Reservefonds und Auszahlung der Dividenden auf die Vorzugsaktien verbleibt. Die Vorzugsaktie gibt kein Recht auf Teilnahme an der Verwaltung der Gesellschaft, bringt aber die ständige (feste) Dividende und hat einen Vorrang vor Stammaktien bei der Verteilung des Gewinns und des Liquidationsüberschusses. Die Vorzugsaktien können in Form von konvertierbaren Aktien ausgegeben werden.

Die konvertierbaren Aktien sind solche Vorzugsaktien, die auf Wunsch ihres Inhabers in Stammaktien oder Obligationen desselben Ausgebers gemäß den Bedingungen des Konvertierungsvorrechts umgetauscht werden können. Diese Bedingungen werden bei der Vorbereitung der Ausgabe von konvertierbaren Aktien bestimmt. Der Konvertierungspreis ist in der Regel ein wenig höher als der Marktpreis der Stammaktien. Dadurch wird die vorzeitige Umwandlung von Aktien vermieden. Die konvertierbaren Aktien stellen eine Übergangsform zwischen dem Eigen- und Fremdkapital dar.

Bei der Privatisierung von Staatsbetrieben können die "Goldaktien", Vorzugsaktien vom Typ A und B ausgegeben werden.

Die Goldaktie gewährt ihrem Inhaber ein Vetorecht für den Zeitraum bis zu drei Jahren bei der Beschlussfassung in der Hauptversammlung bezüglich der folgenden Bereiche:

a) Änderungen und Ergänzungen der Satzung der Gesellschaft

b) Umwandlung oder Liquidation der Gesellschaft

c) Beteiligung an anderen Unternehmen

d) Verpfändung oder Verpachtung

e) Verkauf oder sonstige Veräußerung des Vermögens

Die Beschlüsse, die durch die Hauptversammlung in Abwesenheit des Inhabers der "Goldaktie" gefasst werden, sind ungültig. Die "Goldaktie" darf nicht verpfändet oder in Treuhandverwaltung übergeben werden. Vor Ablauf ihrer Gültigkeitsdauer kann sie nur durch die Organe, die einen Beschluss über ihre Ausgabe bei der Gründung der Aktiengesellschaft gefasst haben, verkauft oder auf andere Weise veräußert werden. Beim Verkauf und bei der Veräußerung wird die "Goldaktie" in eine Stammaktie umgewandelt, und die ihrem Inhaber gewährten Sonderrechte werden abgeschafft. Bei der Privatisierung von Staatsbetrieben werden auch zwei Gattungen der Vorzugsaktien (A und B) ausgegeben, die bei der geschlossenen Subskription verkauft werden. Die geschlossene Subskription bedeutet den Aktienverkauf an Betriebsangehörige und gleichgestellte Personen laut Privatisierungsgesetze zu günstigen Konditionen (kostenlose Übergabe, Verkauf zum Preis, der um 30 % niedriger als der Nennpreis ist, Ratenverkauf für die Dauer bis zu 3 Jahren u. a.).

Die Inhaber der Aktien Typ A haben das Stimmrecht in der Hauptversammlung, es sei denn, dass die angenommenen Änderungen der Satzung der Gesellschaft ihre Rechte und Interessen schädigen.

Die Vorzugsaktien Typ B werden auf Anrechnung des Anteils des Stammkapitals, dessen Inhaber der Vermögensfonds ist, ausgegeben. Der Inhaber der Aktien Typ B ist ausschließlich der Vermögensfonds. Die Aktien Typ B werden automatisch in Stammaktien umgewandelt, sobald sie durch den Vermögensfonds im Rahmen der Privatisierung verkauft werden. Dabei wird eine privatisierte Aktie in eine Stammaktie umgetauscht. Der Vermögensfonds als Inhaber der Aktie Typ B hat kein Stimmrecht in der Hauptversammlung. Die Aktiengesellschaft, die die Aktien Typ B hat, darf nicht die durch sie ausgegebenen Aktien erwerben und ist verpflichtet, die Dividenden auf die Stammaktien nur in Geld auszuzahlen.

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