Das sollten Sie über positive und negative Schufa-Einträge wissen!

Info : Das sollten Sie über positive und negative Schufa-Einträge wissen!

Die Schufa dürfte jedem deutschen Bürger bekannt sein. Immerhin handelt es sich bei diesem Unternehmen um die größte und wichtigste Wirtschaftsauskunftei in Deutschland.

Die Schufa Holding AG sammelt und speichert Informationen über das Zahlungsverhalten aller Deutschen und bestimmt somit maßgeblich deren Kreditwürdigkeit.

Diese Daten sammelt die Schufa

Viele Menschen fragen sich: Hat die Schufa Daten über mich gespeichert? Die Antwort lautet höchstwahrscheinlich: ja! Denn jeder, der hierzulande an Geschäftstätigkeiten teilnimmt, Verträge abschließt und sich zu Zahlungen verpflichtet, ist automatisch auch in der Schufa gelistet. Denn so gut wie alle Unternehmen übermitteln personenbezogene Daten zum Zahlungsverhalten ihrer Kunden an die Auskunftei.

Insgesamt sollen laut Angaben der Schufa Informationen über knapp 66 Millionen Menschen in der Auskunftei vorhanden sein (Stand 2017). Im Gegensatz zum allgemeinen Glauben muss ein Schufa-Eintrag allerdings nicht immer negative Auswirkungen auf die persönliche Bonität haben. Denn in der Schufa können sowohl negative wie auch positive Informationen zum Zahlungsverhalten gelistet sein.

Aktuell sind 90 Prozent aller Schufa-Einträge positiv, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass es um das finanzielle Wohl der meisten Deutschen gut bestellt ist. Folgende Informationen sind in der Schufa gespeichert:

Positive Schufa-Einträge

Personendaten

- Namen
- Geburtsdatum und -Ort
- Anschrift, ggf. frühere Anrschriften
- Schufa-Basisscore

Finanzdaten

- Bankkonten und Kreditkarten
- Vorhandene Leasingverträge
- Mobilfunk- und weitere Telekommunikationsverträge
- Versandhandelskonten
- Ratenzahlungsgeschäfte, Kredite und Bürgschaften

Negative Schufa-Einträge

Finanzdaten

- Ein durch eine Bank gekündigter Kredit
- Zahlungsausfälle und Zahlungsverzüge
- Mahnverfahren
- Eidesstattliche Versicherungen und Haftbefehle
- Privatinsolvenzen

(Diese Daten sind in der Schufa zu finden)

Allerdings speichert die Schufa nicht grundsätzlich alle relevanten Daten über Personen. Informationen über das eigene Vermögen oder Einkommen sowie den Beruf sind nicht in der Schufa zu finden. Auch sind keine Informationen über Konfession oder Glaubensrichtungen sowie über die Staatsangehörigkeit oder den Familienstand eingetragen.

Insbesondere nach der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) muss die Schufa sich strikt an die rechtlichen Vorgaben halten - und jeder Person zumindest einmal im Jahr eine kostenlose Auskunft über alle zu ihr gehörenden gespeicherten persönlichen Daten geben.

Damit Unternehmen überhaupt Daten an die Auskunftei übermitteln dürfen, müssen Kunden bei Vertragsabschluss, sei es bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags oder Eröffnung eines Girokontos, eine Einverständniserklärung unterschreiben.

So wirken sich Schufa-Einträge auf die Bonität aus

Die Schufa ist für wirtschaftlich tätige Unternehmen von herausragender Bedeutung, da Schufa-Einträge den sogenannten Schufa-Score beeinflussen. Dabei handelt es sich um eine Prozentangabe, die Aufschluss über Rückzahlungswahrscheinlichkeiten gibt. Wie der Schufa-Score genau berechnet wird, ist komplex, da hierzu ein mathematisch-statistisches Verfahren angewandt wird.

Grundsätzlich gilt: Je höher der Schufa-Score ausfällt, desto besser, denn ein Wert nahe der 100 Prozent bedeutet, dass im Grunde kaum ein Risiko für Unternehmen besteht, dass ein Kunde seiner vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Ist der Schufa-Score zu niedrig, können Unternehmen potentielle Kunden vom Vertragsabschluss ausschließen.

Auch die Schufa ist an rechtliche Vorgaben gebunden. Gerade deswegen sollte einmal jährlich eine kostenlose Auskunft eingeholt werden.

Personen mit schlechter Bonität kann die Schufa erhebliche Probleme bereiten. So lassen sich beispielsweise keine Mobilfunkverträge mehr abschließen, Banken können die Eröffnung eines Girokontos ablehnen oder Immobilienbesitzer Mietinteressenten eine Mietwohnung verweigern. Ab welchem Schufa-Score ein Unternehmen Kunden ablehnt, ist aber von Fall zu Fall unterschiedlich geregelt.

Fast immer aber bedeuten Schufa-Scores, die nicht nahe der 100 Prozent liegen, die Unmöglichkeit, eine Finanzierung umzusetzen. Beliebte Nullprozentfinanzierungen im Elektronikfachmarkt fallen ebenso darunter wie Darlehen von der Bank. Betroffene Personen haben in solchen Fällen meist nur die Möglichkeit, alternative Finanzierungen wie Kredite ohne Schufa-Abfrage in Anspruch zu nehmen.

Schufa-Einträge löschen lassen: Ist das möglich?

Wer sich seine kostenlose Schufa-Auskunft eingeholt hat, mag mitunter überrascht sein. Denn mitunter kommt es vor, dass die Schufa falsche Einträge über Personen gespeichert hat. Dies kann zum Beispiel vorkommen, wenn Dritte die persönlichen Daten anderer Personen nutzen, um auf falschem Namen Produkte im Internet zu bestellen, ohne diese zu bezahlen.

In solchen Fällen ist man berechtigt, die Informationen löschen zu lassen. Allerdings ist man in der Nachweispflicht, dass tatsächlich falsche Daten in der Schufa gespeichert wurden.

Bei korrekten Einträgen kommt es auf die Art des Eintrags an, wie lange die Schufa Datensätze speichert. Mit anderen Worten: Auch wenn Schulden getilgt wurden, ist dies nicht gleichbedeutend mit einer unmittelbaren Löschung des Schufa-Eintrags.

1. Personenbezogene Daten über fällige, offene und unbestrittene Forderungen werden taggenau drei Jahre nach Ereigniseintritt überprüft. Erst dann wird entschieden, ob der Eintrag weiterhin gespeichert werden muss. Wurden Schulden getilgt, wird der Eintrag ebenfalls exakt drei Jahre nach Tilgung gelöscht, sofern nach individueller Prüfung beschlossen wurde, dass der Eintrag nicht weiterhin gespeichert werden muss.

2. Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der zentralen Vollstreckungsgerichte werden ebenfalls drei Jahre nach Eintragung gelöscht, früher jedoch, sofern ein Ausgleich der Schuld vorab erfolgte.

3. Informationen über Insolvenzverfahren oder Restschuldbefreiungsverfahren werden drei Jahre nach Abschluss des Insolvenzverfahrens gelöscht.

4. Grundsätzlich werden alle Daten über störungsfreie Zahlungs- und Vertragspflichten gespeichert, bis das jeweilige Vertragsverhältnis bzw. die Zahlungsverpflichtung endet.

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