EC- und Kreditkartenbetrug: So schützen Sie sich vor "Karten-Tricks"

Kriminalität : EC- und Kreditkartenbetrug: So schützen Sie sich vor "Karten-Tricks"

Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnen vor Bankkartenbetrug. Sie geben Tipps, wie sich Verbraucher davor schützen können und was im Falle eines Kreditkartenmissbrauchs zu tun ist.

Zahlen mit EC- oder Kreditkarte ist praktisch und unkompliziert. Deswegen ist bargeldloses Bezahlen heute für viele eine Selbstverständlichkeit, ob beim Internet-Shopping oder im Supermarkt an der Kasse. Doch leider nutzen auch Trickdiebe den weit verbreiteten Einsatz immer wieder aus.

Beim Betrug von Debitkarten mit PIN (z.B. Girocard, früher auch als ec-Karte bezeichnet), waren die Fallzahlen von 2017 in Rheinland-Pfalz mit 653, im Vergleich zum Jahr davor (2016: 761 Fälle)rückläufig. Auch bei Betrugsfällen mit rechtswidrig erlangten Debitkarten ohne PIN konnten die Fallzahlen um ca. 45 Prozent von 520 (2016) auf 287 im Jahr 2017 gesenkt werden. Trotz dieser positiven Entwicklung gilt es weiterhin achtsam zu bleiben und die Ratschläge der Polizei zu befolgen.

Wie die Täter vorgehen:

Die Täter gelangen meist durch Diebstahl oder Einbruch in den Besitz der Karte und an deren Daten. Das unrechtmäßige Auslesen und Abspeichern der gesamten Kartendaten kann zur späteren Herstellung von Kartendubletten genutzt werden. Darüber hinaus können die Täter durch Ausspähen der PIN, z.B. bei der PIN-Verwendung am Geldautomaten oder beim Bezahlen im Geschäft in deren Besitz kommen. Die Kriminellen können zudem bei einer unverschlüsselten Internetverbindung Kartendaten von Privatpersonen oder Firmen abgreifen. Beim sogenannten Phishing versuchen die Betrüger durch gefälschte Internetmails oder mittels Viren und Schadprogrammen wie Trojanern an Zahlungsdaten, Passwörter oder persönliche Daten zu gelangen. Die Täter können mit der Debitkarte und dazugehörigem PIN Geld abheben und im Handel sowie im Mail-, Phone, bzw. Internet-Order-Verfahren mit Hilfe der Kreditkartendaten, bezahlen. Oftmals aber ist Schaden vermeidbar und erfordert lediglich sicherheitsbewusstes Verhalten und rasches Handeln des Betroffenen beim Verlust oder Diebstahl der Zahlungskarte.

Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz geben Tipps, wie Sie sich vor den "Karten-Tricks" schützen können und was im Falle eines Kreditkartenmissbrauchs zu tun ist.

Tipps der Polizei zum allgemeinen Umgang mit Karten:

- Behandeln Sie Ihre Bank- und Kreditkarten immer genau so sorgfältig wie Bargeld.

- Behalten Sie Ihre Zahlungskarten stets im Auge und überzeugen Sie sich regelmäßig, ob Sie noch da sind.

- Tragen Sie die Karten stets dicht am Körper, verteilt in verschlossenen Innentaschen der Kleidung.

- Lassen Sie Zahlungskarten niemals in öffentlich zugänglichen Räumen liegen ( z. B. Büro-/Arbeitsräume,Schwimmbäder, Krankenhäuser, Hotelzimmer, Kraftfahrzeuge) - weder offen, noch versteckt, auch nicht für kurze Zeit.

- Rechnen Sie insbesondere in öffentlichen Einrichtungen mit Taschendieben ( z. B. Restaurants, Kaufhäuser, Bahnhöfe, Flughäfen, Messen oder Ausstellungen).

- Bewahren Sie Kreditkarten-/Bankkartenbelege sorgfältig auf und werfen Sie diese nicht in den Papierkorb der Bank oder eines Geschäftes. Mit den Kontodaten aus dem Papierkorb ist Ihr Geld vor Tätern nicht mehr sicher. Vernichten Sie verschriebene Belege, unter Umständen auch den Durchschlag.

- Vergleichen Sie zeitnah Ihre Rechnungen mit Abbuchungen auf Ihrem Konto.

- Beachten Sie alle Auflagen, die Ihr Geld- oder Kreditkarteninstitut vertraglich mit Ihnen vereinbart hat. Lesen Sie auch das Kleingedruckte im Vertrag - vor allem die Abschnitte über die Haftung; diese legen fest, welche Sorgfaltspflichten Sie im Umgang mit Ihrer Zahlungskarte zu erfüllen haben.

- Lassen Sie Ihre Karte bei Verlust sofort für den weiteren Gebrauch sperren, auch wenn diese aus nicht nachvollziehbaren Gründen vom Geldautomaten einbehalten wird! Das Gerät könnte von Straftätern manipuliert sein.

- Erstatten Sie bei Verdacht auf eine Straftat sofort Anzeige bei der Polizei.

Umgang mit der PIN (Verhalten an Geldautomaten, Kassen etc.):

- Geben Sie Ihre PIN NIE an Dritte weiter; nicht einmal Geldinstitute oder Kreditkartenunternehmen kennen die PIN; weder Amtspersonen (z. B. Polizeibeamte) noch Mitarbeiter von Geldinstituten werden nach Ihrer PIN fragen.

- Prägen Sie sich am besten Ihre PIN ein und vernichten Sie den PIN-Brief. Auf keinen Fall sollten Sie die PIN irgendwo notieren (schon gar nicht auf der Zahlungskarte! Aber auch nicht im Adressbuch, getarnt als Telefonnummer o. Ä.)

- Beobachten Sie bereits vor dem Geldabheben am Geldautomaten Ihr Umfeld genau. Achten Sie auf die äußere Beschaffenheit des Geldautomaten, melden Sie auffällige Veränderungen sofort der Polizei! Seien Sie sich der Risikosituation immer bewusst!

- Achten Sie bei der Eingabe der PIN am Geldautomaten oder im Handel am Kassenautomaten stets darauf, dass niemand den Vorgang beobachten kann; bitten Sie aufdringliche Personen oder angebliche Helfer höflich aber bestimmt, auf Distanz zu bleiben.

- Verdecken Sie die PIN-Eingabe, indem Sie die Hand oder Geldbörse als Sichtschutz dicht über die Tastatur halten. Dies erschwert ein Ausspähen erheblich!

- Geben Sie - selbst bei Aufforderung - die PIN niemals an Türöffnern ein, auch nicht bei Geldinstituten. Verständigen Sie in solchen Fällen sofort die Polizei!

- Befolgen Sie keine Hinweiszettel, die zur mehrmaligen Eingabe der PIN auffordern!

- Geben Sie beim Bezahlen nicht die PIN bekannt und stellen Sie sicher, dass Sie nach dem Bezahlen stets Ihre eigene EC- oder Kreditkarte zurückerhalten. Bestehen Sie darauf, dass verschriebene Kreditkartenbelege, unter Umständen auch der Durchschlag, sofort ungültig gemacht werden.

Die Telefonnummern zum Sperren Ihrer Zahlungskarte lauten:

Zentraler Sperrnotruf: 116 116

Sofern sich Ihr Kartenherausgeber nicht dem Sperr-Notruf 116 116 angeschlossen hat, verwenden Sie bitte folgende Rufnummern:

Debitkarte (früher ec-Karte): 01805 021 021

American Express: 069 97 97 2000

MasterCard: 0800 819 1040

Diners Club: 069 90 01 50-135/-136

VISA: 0800 811 8440

Informieren können Sie sich auch im Internet unter:

http://www.pol izei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/ec-und-kreditkartenbetrug.html

www.sperr-notruf.de

www.kartensicherheit.de

https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/bank-und-kreditkarten-von-gaunern-und-gebuehren-5179

Weitere Informationen zum Thema Zahlungskartenbetrug, wie z.B. das Faltblatt "Vorsicht Kartentricks", erhalten Sie bei den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen.

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