Preisanstieg Heizen und Tanken wird teurer – die Pläne für 2024 und danach

Der Ausstoß von CO2 wird ab dem 1. Januar teurer. Die Pläne der Bundesregierung sehen in den folgenden Jahren weitere Preissteigerungen vor. Wie viel mehr zahlen Verbraucher also für Öl, Gas und Kraftstoffe?

 Das Heizen mit Öl oder Gas wird durch steigende CO2-Preise teurer.

Das Heizen mit Öl oder Gas wird durch steigende CO2-Preise teurer.

Foto: dpa/Jens Büttner

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf steigende Preise fürs Heizen und Tanken einstellen. Das gilt zumindest für alle Haushalte, die fossile Energieträger nutzen. Wer mit Gas oder Öl heizt, ist auf jeden Fall betroffen. Wer noch nicht auf Elektromobilität setzt und deshalb mit Benzin oder Diesel fährt, wird auch mehr bezahlen. Denn die Bundesregierung hat beschlossen, den Preis für CO2-Emissionen anzuheben. Die Einnahmen fließen in den Klima- und Transformationsfonds (siehe Info).

Bisher liegt der CO2-Preis bei 30 Euro pro Tonne. Nach den Plänen der Bundesregierung wird er ab dem 1. Januar 2024 auf 40 Euro pro Tonne steigen. Das wird zwangsläufig auch den Endkunden treffen. Die CO2-Bepreisung wurde in Deutschland bereits 2021 eingeführt. Damals kostete die Tonne CO2 noch 25 Euro.

So erhöhen sich die Preise für Heizen und Tanken ab 2024

Die Pläne sehen vor, den CO2-Preis 2024 auf 40 Euro zu erhöhen und 2025 auf 50 Euro. Wie es danach weitergeht, ist weniger genau definiert. Irgendwo in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne soll sich der Wert im Jahr 2026 bewegen. Ab 2027 gilt dann der EU-Emissionshandel auch im Bereich von Heizen und Tanken. Für die Verbraucher bedeutet das, zusammengefasst auf den finanziellen Kern der Sache: Die Preise werden auch dann tendenziell weiter steigen.

Die erste Preiserhöhung wird für viele Kunden vielleicht noch nicht klar erkennbar sein. Wer mehr als ein Jahr in die Zukunft blickt, sieht aber einen deutlichen Kostenanstieg. Andreas Kaschuba-Holtgrave von der Verbraucherzentrale Niedersachsen hat hierzu Berechnungen angestellt. Die Verteuerung lässt sich mit den beiden folgenden Beispielen darstellen.

Beispiel 1: Heizen für eine Singlewohnung mit 60 Quadratmetern

Der Experte geht davon aus, dass ein Single mit 60 Quadratmetern Wohnfläche pro Jahr rund 6000 Kilowattstunden (kWh) Gas zum Heizen verbraucht. Die CO2-Kosten hierfür liegen aktuell noch bei 36 Euro pro Jahr. Mit der Erhöhung im Jahr 2024 werden es 48 Euro und 2025 bereits 60 Euro. Was danach kommt, ist aus den oben genannten Gründen noch nicht so leicht absehbar. Nehmen wir an, der CO2-Preis bewegt sich am oberen Ende des Preiskorridors. Dann fallen für den Kunden jährliche Kosten von 78 Euro an. Das wären 42 Euro mehr als heute.

Bei einer Ölheizung kommt der Preis von 46 Euro und steigt 2024 auf rund 62 Euro. 2025 sind es bereits 77 Euro und 2026 könnten es knapp über 100 Euro werden – mehr als eine Verdoppelung.

Beispiel 2: Heizen für vier Personen auf 150 Quadratmetern

Was passiert mit den Energiekosten bei mehr Wohnfläche für mehr Personen? Eine Gasheizung dürfte auf 150 Quadratmetern für vier Personen rund 18.000 kWh verbrauchen. Hierfür liegt der Ausgangswert der CO2-Kosten bei derzeit 108 Euro. Ab 2024 werden es 144 Euro, ab 2025 sind es 180 Euro. Nimmt man wieder an, dass 2026 der Preiskorridor im höchsten Bereich liegt, steigen die jährlichen Kosten auf 234 Euro.

Der gleiche Trend ist natürlich auch bei der Ölheizung zu sehen, nur mit grundsätzlich etwas höheren Preisen. 139 Euro im Jahr 2023 entwickeln sich zu 185 Euro in 2024, knapp 231 Euro in 2025 und am Ende über 300 Euro im Jahr 2026.

Alle genannten Preisveränderungen betrachten nur den Anteil des CO2-Preises am Endpreis. Die Preisentwicklung bei Öl und Gas kann die Gesamtkosten fürs Heizen fortlaufend verändern.

Wie viel mehr kostet das Tanken ab 2024?

Der Außenhandelsverband für Mineralöl und Energie geht laut Tagesschau davon aus, dass der Liter Benzin oder Diesel im kommenden Jahr rund vier Cent teurer wird. Auch diese Verteuerung lässt sich mit den aktuellen Preisen vergleichen.

Die Spritpreise in Deutschland variieren stark von einer Tankstelle zur anderen. Der ADAC berechnet jedoch Durchschnittspreise, die eine Orientierung geben. Am 8. August kostete demnach Super E 10 pro Liter 1,843 Euro. Der Liter Diesel kostete 1,749 Euro. Diesel war im Vergleich zur Vorwoche um 2,9 Cent teurer geworden.

(mit Material von dpa)