Investment der besonderen Art: Kunst, Wein & Comics

Alternatives Investment : Investment der besonderen Art: Kunst, Wein, Comics & Teddys

Sparzinsen gleich null, Aktien immer mit Risiko verbunden, Immobilien in guter Lage zu teuer: In dieser Situation erwägen Anleger auch ein Investment der eher ungewöhnlichen Art.

Wein und Kunst sind schon länger Alternativen zu traditionellen Finanzprodukten - doch es gibt noch viel kuriosere Anlageformen: alte Comics und Stofftiere zum Beispiel. Vorsicht ist dabei jedoch geboten.

Investment in Kunst: Renditen sind im Durchschnitt überschaubar

Bei 450 Millionen Dollar fiel der Hammer. Für diese unvorstellbare Summe wechselte im November 2017 Leonardo da Vincis Gemälde "Salvator mundi" bei einer Auktion in New York den Besitzer. Nach einer Sekunde fast erschrockenen Schweigens brach der Auktionssaal in Jubel aus.

Meldungen wie diese lassen viele Anleger überlegen, ob ein Investment in Kunst nicht mehr bringen könnte, als das Geld weiter in einen Sparvertrag zu stecken. Die Antwort ist zwiespältig. Zwar gibt es ab und zu Meldungen über Kunstwerke, die in relativ kurzer Zeit einen enormen Wertzuwachs verzeichnen konnten. So erzielte 2015 das Bild "The Ring (Engagement)" von Roy Lichtenstein einen Erlös von 38 Millionen Dollar, nachdem der Besitzer es sieben Jahre zuvor für zwei Millionen erstanden hatte. Solche Renditen sind aber Einzelfälle. Mit etwas Glück sind Wertsteigerungen um die drei Prozent möglich. Im Durchschnitt, so haben Wirtschaftswissenschaftler errechnet, pendelt sich die Rendite eher bei 1,6 Prozent ein. Nicht viel mehr als auf dem Festgeldkonto also, zumal bei Kunstwerken Ausgaben für Versicherung, Lagerung und Transport sowie die Kommissionskosten für den Auktionator hinzukommen.

Investment in Wein: Hohe Fachkompetenz ist notwendig

Noch komplizierter und unübersichtlicher ist es mit Wein. Bevor Sie sich ein Investment schmackhaft machen lassen, sollten Sie bedenken, dass man sich mit Wein sehr gut auskennen muss, um relevante Gewinne zu erzielen. Um einen Wein angemessen zu bewerten, muss man nicht nur Informationen über den jeweiligen Jahrgang und den Winzer haben. Auch das "Kleinklima" in den unterschiedlichen Parzellen der Weinlagen ist von Bedeutung, bis hin zum "Kleinstklima" in den Lagerkellern. Außerdem hängen die Wertsteigerungsmöglichkeiten von der Zahl der auf den Markt gebrachten Flaschen ab.

Experten empfehlen Anlegern, ausschließlich auf Wein aus den besten Jahrgängen zu setzen. Zufallsfunde und angebliche Geheimtipps rentieren sich in den seltensten Fällen. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Wein eine vollständige Kellerlegende" aufweist, sein bisheriger Weg sich also lückenlos rekonstruieren lässt. Der Zustand des Korkens und der Füllstand (bis zum Ende des Flaschenhalses) dürfen ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Im Zweifel eignen sich die meisten Edel-Weine eher zum Trinken und Genießen als zum Spekulieren.

Investment in Comics und Stofftiere: Ein Fall für Liebhaber

Dass sich auch mit Kinderträumen Geld verdienen lässt, zeigt das Beispiel des ersten "Superman"-Comics aus dem Jahr 1938. Ein Dachdecker aus den USA strich dafür vor einigen Jahren umgerechnet rund 130.000 Euro ein. Heftpreis im Jahr 1938: zehn US-Cent. Die bunten Hefte als Wertpapiere? Für ein ernsthaftes Investment ist der Markt zu klein.

Dasselbe gilt für alte Stofftiere, wenngleich sich in Einzelfällen Preise im fünfstelligen Bereich erzielen lassen. So brachte ein Steiff-Teddy 2012 bei einer Versteigerung stolze 25.000 Euro ein. Es handelte sich um einen Bären aus einer Spezialkollektion von 1912, mit der Kinder von Opfern der "Titanic"-Katastrophe getröstet werden sollten. Eine rührende Geschichte, aber sicher kein Grund, nun großflächig in Teddybären zu investieren. Generell sind Anlagen in Comics, Plüschtiere und Co eine Angelegenheit für Liebhaber, so die Experten der Verbraucherzentralen.

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