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Sind Kryptowährungen die Rettung nach der globalen Krise?

Corona bedroht die Wirtschafts- und Finanzmärkte : Sind Kryptowährungen die Rettung nach der globalen Krise?

Kryptowährungen gibt es schon seit vielen Jahren. Bitcoin als eine der ersten Digitalen Währungen wurde vielfach von Finanzexperten belächelt. Für die meisten waren Kryptowährungen eine Spielerei, eine Phase die schnell wieder vorbeigehen würde. Doch als der erste Boom bei den Kryptowährungen einsetze war die anfängliche Skepsis schnell verflogen.

Die neue Empfehlung für Anleger hieß jetzt: ”Kauf Bitcoin”. Einem Rat dem viele folgten. In den folgenden Jahren entstanden eine Vielzahl von neuen Kryptwährungen. Und auch wenn es einige weitere - wie z.B. Ethereum -schafften sich ähnlich gut zu etablieren wie Bitcoin-Währung, so muss man doch festhalten das die meisten Währungen weitaus weniger Vertrauen bei Anlegern und Investoren haben.

Trotzdem wurden die Digitalen Währungen so populär, dass die gängigsten von ihnen in vielen Bereichen sogar als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Casinos und Hotels bieten die Zahlung mit Kryptowährungen ebenso an wie Architekten und Onlineshops im Internet. Sogar öffentliche Nahverkehr in Chile gestattet die Zahlung mit Digitalen Währungen.

Was bei viele Anleger und Nutzer noch immer noch tiefe Sorgenfalten auslöst sind die zum Teil horrenden Kursschwankungen die zum Teil mehrere tausend Euro pro Tag betragen können. Das ist auch einer der Gründe warum noch immer nicht stärker im Zahlungsverkehr genutzt wird. Zwar gibt es erste Ansätze - Facebook will mit dem Libra eine eigene digitale Währung einführen - doch noch stellen sich große Teile der Wirtschafts- und Finanzwelt ebenso gegen derartige Vorstöße wie die meisten Regierungen in großen Teilen der Welt.

Corona bedroht die Wirtschafts- und Finanzmärkte

Cer Covid-19 Virus, im Volksmund auch Coronavirus genannt. Hat sich in den letzten Monaten über große Teile der Welt verbreitet. Die direkten Auswirkungen sind für die Menschen in einigen Ländern extrem zu spüren. Zehntausende von Toten und Gesundheitssysteme die unter der Last zusammenzubrechen drohen. Vielfach fehlt medizinisches Material und Tote müssen in Stadien und Sporthallen gelagert werden. Auch wenn diese Zahlen eine fürchterliche Sprache sprechen. Die Auswirkungen für die weltweite Wirtschaft werden noch weitaus schlimmer und vor allem nachhaltiger sein. In Deutschland müssen schon jetzt hunderttausende von Arbeitnehmern Kurzarbeit anmelden. Unternehmen werden mit Finanzhilfen von Bund und Ländern am Leben gehalten. Sollte, wovor viele Virologen bereits warnen, die Corona-Krise bis ins Jahr 2019 andauern werden über diesen Zeitraum weitere Unterstützungshilfen nötig werden. Für wirtschafts- und finanzstarke Staaten wie Deutschland oder die Niederlande mag das ja noch möglich sein, anders sieht es aber bei Ländern wie Spanien, Italien den Balkanstaaten oder der Türkei aus. Hier besteht die Gefahr das das komplette System zusammenbricht. Die logische Konsequenz wäre Massenarbeitslosigkeit, Firmenschließungen und eine galoppierende Inflation. Die Folgen würden dabei dann natürlich auch Deutschland treffen denn durch Insolvenzen in anderen Ländern würden Lieferketten unterbrochen, und durch hohe Arbeitslosenzahlen und einer ausufernden Inflation können Absatzmärkte für deutsche Firmen zusammenbrechen.

Kryptowährungen als Systemunterstützer

Ironischerweise könnten genau hier digitale Währungen der Garant für eine gewisse Stabilität darstellen. Während reale Währungen sich immer an der Wirtschaftskraft und dem Konsumverhalten der Bevölkerung orientieren sind Kryptowährungen von derartigen Zwängen völlig frei. Sollte es also zum Beispiel zu einem Währungsabfall kommen würde das erst einmal unbemerkt an den digitalen Währungen vorübergehen. Als Folge wäre es gut möglich das mehr Anlege die Chance nutzen und in digitale Währungen investieren. Von einer solchen Situation könnten in dem Moment gerade die Staaten profitieren die eine eigene staatliche Kryptowährungen aufgebaut haben - wie zum Beispiel die Schweiz oder Schweden. Denn als Folge der Investitionen werden die Kurse exponentiell steigen und das gibt diesen Staaten die nötigen Mittel um die Wirtschaft, den Finanz- und den Arbeitsmarkt nachhaltig zu unterstützen. Die digitalen Währungen könnten sich dann als wahre Systemretter erweisen.

Kryptowährung als zweite Währung?

Bislang stehen die meisten Staaten in Europa der Idee einer digitalen Währung noch sehr kritisch gegenüber. Wer sich aber einmal die Entwicklung der letzten Wochen und Monate angesehen hat wird festgestellt haben das die großen internationalen Währungen immer mehr unter Druck geraten. Im Gegensatz dazu konnten sich die Kryptowährungen von ihrem letzten Kurseinbruch größtenteils gut erholen. In diesem Zusammenhang währen viele Staaten - auch die Bundesrepublik vielleicht einmal gut beraten die Idee der Einführung einer digitalen Währung als Zweitwährung auf europäischer Ebene zumindest einmal eingehend zu prüfen. Das Kryptowährungen in Krisenzeiten Staaten stützen können, zeigt sich an Ländern wie Venezuela oder Nordkorea. Beide Staaten sind durch Misswirtschaft, Diktatur und Sanktionen seit geraumer Zeit kurz vor dem Kollaps. Das dies bislang noch nicht passiert ist verdanken beide Staaten auch den Kryptowährungen. Venezuela führte für seine Ölgeschäfte den Petro-Dollar ein und das koreanische Regime erhält einen Großteil seiner Finanzmittel durch Geschäfte mit Kryptowährungen.