Hilfreich: So machen Quereinsteiger Karriere in der Finanzberatung

Hilfreich : So machen Quereinsteiger Karriere in der Finanzberatung

Karriere in der Finanzbranche machen normalerweise Fachleute mit einer branchentypischen Ausbildung, etwa einem Wirtschaftsstudium oder einer Banklehre.

Das muss aber nicht immer so sein, in der Finanzberatung ist auch für Quereinsteiger ohne Ausbildung eine erfolgreiche Karriere möglich. Fondsmanager, die ursprünglich aus anderen Berufen kommen, erzielen oft sogar bessere Ergebnisse als Kollegen, die nie einen anderen Job gemacht haben.

Studie zu Fondsmanagement mit überraschendem Ergebnis

Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen jedenfalls Forscher der Universitäten Hohenheim und Köln sowie der amerikanischen Mason School of Business in einer Vergleichsstudie, über die die Onlineausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtet. Demnach erreichten frühere Chemiker, Ingenieure, Biologen, Mediziner oder Pharmazeuten im Durchschnitt eine um knapp 2,3 Prozentpunkte höhere Rendite als die Vergleichsgruppe aus Fondsmanagern mit einer traditionellen Ausbildung. Dies galt allerdings nur, solange es um eine Anlage in ihrer ehemaligen Branche ging. In anderen Branchen lagen die Ergebnisse der beiden Gruppen in etwa gleichauf.

Für die Studie wurden nur die Ergebnisse von Fondsmanagern untersucht, die allein für einen bestimmten Fonds zuständig waren. Das sollte sicherstellen, dass sich die Renditen tatsächlich einem bestimmten Manager zuordnen ließen. Auf private Investoren lasse sich die Untersuchung aber nicht übertragen, warnen die Forscher. Der Grund: Wer als Privatanleger sein Geld in der eigenen Branche anlege, überschätze oft seine Kenntnisse und deren Bedeutung für die Anlage.

Studienabbruch muss kein Makel sein

Nicht nur Experten aus anderen Fachrichtungen können als Quereinsteiger Karriere machen, sondern zum Beispiel auch Studienabbrecher - gerade, was die allgemeine Finanzberatung betrifft. Manche Dienstleister machen Studienabbrechern gezielt Angebote, angefangen von Ausbildungsplätzen bis zu speziellen Trainee-Programmen. Industrie- und Handelskammern bieten ebenfalls Qualifizierungsmaßnahmen für Studienabbrecher an.

Ein Studienabbruch gilt keineswegs mehr automatisch als Makel im Lebenslauf. Immerhin ziehen laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) 29 Prozent aller Bachelorstudenten die Notbremse und beenden das Studium ohne Abschluss. An Universitäten ist der Anteil der Abbrecher sogar noch etwas höher, an Fachhochschulen liegt er geringfügig darunter.

Wichtig ist es nach Einschätzung von Berufsbildungsexperten, die Entscheidung bei späteren Vorstellungsgesprächen gut zu begründen. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, man habe sich aus einer Laune heraus für einen Studienabbruch entschieden - sondern aufgrund der Erkenntnis, den falschen Weg eingeschlagen zu haben. Ein Abbruch werde dann nicht als Schwäche, sondern als Fähigkeit zu konsequentem Handeln interpretiert.

Arbeitgeber schätzen praktische Erfahrung

Entscheidungsfreude und die Bereitschaft, ausgetretene Pfade zu verlassen: Das sind Eigenschaften, die gerade in der Finanzberatung gefragt sind. Hier arbeiten viele Mitarbeiter auf freiberuflicher Basis, wenn auch mehr oder weniger fest an einen bestimmten Arbeitgeber angebunden. Das heißt: Das Arbeitspensum und damit auch der Verdienst lassen sich relativ selbstständig bestimmen. Auch in der Gestaltung der Arbeitszeit hat ein freiberuflicher Finanzberater mehr Spielraum als ein fest angestellter Mitarbeiter. Dafür hat er aber nicht dessen Arbeitsplatzsicherheit.

Eine formelle Ausbildung ist nicht unbedingt notwendig, um als Finanzberater Karriere zu machen. Arbeitgeber legen vor allem auf ein großes Fachwissen und möglichst früh gesammelte praktische Erfahrungen Wert. Wer während des Studiums bereits in einer Bank oder bei einem Finanzdienstleister gejobbt hat, kann dies für seine weitere Karriere sicher nutzen - selbst wenn das Studium nicht mit einem regulären Abschluss endet.

Mehr von Volksfreund