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Was macht Wasseraktien für Privatanleger so interessant?

Wasser: der Zukunftsmarkt : Was macht Wasseraktien für Privatanleger so interessant?

Die Erde ist nicht der blaue Planet - vielmehr ist er der Salzige und Trinkwasserarme: Nur 3 Prozent des Wassers ist Süßwasser, auch wenn die Erde zu 72 Prozent mit Wasser bedeckt ist. Das bringt Unternehmen in der Wasserwirtschaft ins Spiel; sie filtern Wasser, verwandeln Salzwasser zu Süßwasser und machen verseuchtes Abwasser wieder rein und trinkbar.

Die Wasserwirtschaft ist also ein Lebensretter - Zeit, diese Unternehmen zu fördern und in sie zu investieren. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, was Unternehmen in der Wasserbranche und deren Aktien so interessant macht.

Wasser: der Zukunftsmarkt

Trinkwasser hat für die Zukunft drei wunde Punkte: die steigende Weltbevölkerung, der Klimawandel und Wasserverschwendung. Schon heute können 750 Millionen Menschen sich nicht baden, sauberes Wasser trinken oder sich die Hände waschen - sie haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Diese Zahl wird nach UNO-Schätzungen noch steigen, weil im Jahr 2050 ungefähr 9,6 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Doch diese Menschen werden nicht in Europa oder Nordamerika geboren; sie stammen aus den Ländern, die schon jetzt wenig Wasser haben. Unternehmen wie Acciona schaffen hier Abhilfe, indem sie Meerwasser entsalzen und auch in trockenen Ländern eine geregelte Versorgung mit Trinkwasser ermöglichen.

Das nächste Problem ist der Klimawandel: In trockenen Gebieten wird Regen zur Mangelware, gleichzeitig kommen in anderen Teilen der Erde enorme Wassermassen vom Himmel mit Stürmen, Unwettern und Hochwassern - eine gewaltige Belastungsprobe für die weltweite Wasserversorgung. Hier sind neuartige und sichere Technologien gefragt. Zuletzt ist Wasser vor allem in der Landwirtschaft noch ein verschwendetes Gut: Besonders in Schwellenländern versickert, verdunstet und vertrocknet Wasser ungenutzt. Eine intelligente Bewässerungstechnologie stoppt die Verschwendung des Wassers und bereitet es auf, um es erneut zu nutzen. Solche Bewässerungstechnik entwickelt beispielsweise das irische Unternehmen Pentair.

In welche Bereiche können Anleger investieren?

Als privater Investor gibt es drei Sparten, um erfolgsversprechend in Wasser zu investieren:

- Investitionen in die weltweite Wasserinfrastruktur: Hierzu gehören effiziente Bewässerungssysteme, Wasserkraft, aber auch regionale Wasser- und Abwassersysteme. Hier setzt das kanadische Unternehmen Pure Technologies an und fahndet weltweit nach Rissen und Lecks in Wasserleitungen - mithilfe von Robotern und Minisonden. Für eine effiziente Wassernutzung in der Landwirtschaft wirkt hingegen das US-Unternehmen Lindsay Corp: ihre Bewässerungssysteme retten Wasser vor Verschwendung in 90 Ländern, garantieren höhere Ernteerträge und senken die Wasserkosten.

- Investitionen in die Wasseraufbereitung: Wasser aufzubereiten, heißt nicht nur, es zu klären; Wasser muss auf vielen Ebenen gereinigt werden - nämlich bakteriell, chemisch und biologisch. Das US-Unternehmen Xylem beispielsweise entwickelt Reinigungssysteme, die Wasser mit Ozon und UV-Strahlung von Verunreinigungen befreien - dieses fein saubere Wasser ist lebensnotwendig für die Pharmaindustrie.

- Investitionen in Wassergewinnung: Darunter fallen Anlagen, die Meerwasser entsalzen, aber auch neue, innovative Technologien wie Nebelkollektoren, die Trinkwasser aus Nebel gewinnen. Veolia oder das bereits erwähnte Acciona produzieren weltweit Anlagen, die Salzwasser in Trinkwasser umwandeln.

Vorteile von Wasseraktien

Investitionen in Wasseraktien helfen der Umwelt, den Menschen in Entwicklungsländern und der Wasserversorgung vor Ort; dennoch leidet auch der Investor nicht unter einer Durststrecke. Denn Wasseraktien wachsen stetig, schütten regelmäßig eine Dividende aus und korrelieren nur wenig mit den Märkten. Das sind die Vorteile von Wasseraktien auf einem Blick:

- regelmäßige Cash-Flows: Wasseraktien stehen für eine hohe, stetig steigende und regelmäßige Dividende. So schüttet bereits seit 1931 der Wasserversorger American States Water jedes Quartal eine Dividende aus. Damit werden Geldströme zuverlässiger und planbar - gleichzeitig schlägt die Dividende um Längen die Verzinsung von Festgeld oder Tagesgeld.

- Wirtschaftswachstum stärkt Wasseraktien: Wenn die Wirtschaft wächst, fließt immer mehr Wasser in die Industrie - schon jetzt benötigt die Industrie 20 Prozent des weltweiten Wassers. Zusätzlich steigt der Wasserverbrauch, umso wohlhabender ein Land und dessen Bevölkerung wird. Diese Probleme sind eine große Wachstums-Chance für Unternehmen, die sich auf Wasserreinigung und Trinkwassergewinnung spezialisieren.

- Zunehmende Kommerzialisierung: Zurzeit liegt noch der Großteil der Wasserversorgung in öffentlicher Hand - in den USA sind es beispielsweise 80 Prozent. Doch verstärkt regeln es immer mehr Privatunternehmen, Haushalte mit Wasser zu versorgen und Abwasser zu klären: Von 15 Prozent weltweit soll dieser Trend in den nächsten Jahren auf 21 Prozent steigen. Trotzdem begegnet dieser Entwicklung einige Skepsis - so fürchten Kritiker steigende Preise und eine sinkende Qualität. Dennoch ist eine Tendenz zu mehr Privatisierungen klar zu erkennen, was wiederum Unternehmen in der Wasserwirtschaft wachsen lässt.

- Veraltete Wasserversorgung: Viele Rohre haben Lecks, Wasser versickert im Boden und nötige Investitionen kommen nicht hinterher - 2020 soll beispielsweise 45 Prozent des amerikanischen Wassernetzwerkes marode sein. Milliarden sind also nötig, um weltweit in der Wasserversorgung wieder klar Schiff zu machen; Experten rechnen in Europa allein mit 360 Milliarden Euro. Das ist eine große Chance für innovative Unternehmen in der Wasserbranche und eine Goldgrube für Investoren.

Fazit

Wasser ist ein Markt der Zukunft, weil die Bevölkerung steigt, der Klimawandel drohend seine Schatten wirft und Wasser immer noch in Massen verschwendet wird. Deshalb in Wasseraktien zu investieren, hinterlässt folglich nicht nur einen reinen, blauen Fußabdruck; weiterhin winken eine steigende, regelmäßige Dividende und Kursgewinne für Investoren. Doch in welche Unternehmen soll ein Privatanleger investieren? - Einzelne Unternehmen hat dieser Ratgeber zwar genannt; dennoch keine Aktien analysiert. Wer Interesse hat an Investitionen in Wasseraktien, sollte hier vorbeischauen und sich einen Marktüberblick verschaffen, der natürlich auch Kursanalysen der vielversprechendsten Wasseraktien beinhalten sollte.