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Schufa
Wenn Kunden nicht zahlen

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Regelmäßige Zahlungen wie bei Krediten oder Nutzungsverträgen sind an die Zahlungsmoral der Kunden gebunden. Kunden, die nicht bezahlen wollen oder können, sind für Banken und andere Dienstleister ein Ärgernis.

Kommt es zu anhaltenden Zahlungsausfällen, müssen erst einmal Inkasso-Unternehmen beauftragt werden, die Schulden bei dem Säumer einzufordern. Gelingt auch dies nicht, bleibt nur der Klageweg, und auch dann ist es nicht sicher, ob der Dienstleister jemals wieder sein Geld wiedersieht. Denn ein Kunde, der bankrott ist, wird vielleicht nie mehr aus seiner Armutsfalle herausfinden.

Die Aufgaben der Schufa
Der Abschluss von Verträgen, die regelmäßige Zahlungen einfordern, ist also für den Dienstleister mit einem gewissen Risiko verbunden. Aus diesem Grund entstand das Bedürfnis, die Bonität bzw. die Kreditwürdigkeit von Kunden möglichst exakt zu messen. Seit den 1920er Jahren ist in Deutschland dafür die Schufa Holding AG zuständig. Sie hat ihre Messmethoden im Laufe der Jahre immer mehr verfeinert und bietet ihren Vertragspartnern einen Score für jeden Kunden an, der von 0 (keine Kreditwürdigkeit, Ausfälle sind zu erwarten) bis 100 (hohe Kreditwürdigkeit, Kunde wird vermutlich regelmäßig zahlen) reicht. Darüber hinaus versorgt die Schufa ihre Vertragspartner mit Auskünften über persönliche Daten ihrer Kunden, ihre Verträge in Gegenwart und Vergangenheit, über Inkasso-Verfahren, mögliche Insolvenzen, Schulden und vieles mehr. Mittlerweile sind bei der Schufa Daten von 67 Millionen Bundesbürgern erfasst. Die Inanspruchnahme der Schufa beläuft sich dabei auf 270.000 tägliche und 140 Millionen jährliche Anfragen.

Große Nachteile bei einem schlechten Schufa-Wert für den Kunden
Anfragen bei der Auskunftei werden von Banken und Dienstleistungsunternehmen vor einem Vertragsabschluss somit routinemäßig vorgenommen, sodass Kunden nicht darauf hoffen dürfen, dass ein schlechter Schufa-Wert den Vertragspartnern verborgen bleibt. In der Folge ergeben sich für Personen mit einem schlechten Schufa-Score große Nachteile bei Vertragsabschlüssen. Entweder werden ihnen Verträge mit Banken und Dienstleistern wie aus der Telekommunikationsbranche verwehrt oder sie werden für einen Vertrag besonders stark zur Kasse gebeten. Doch was für die Kunden selbst ein großes Problem ist, hat sich zunehmend auch für die Vertragspartner als Problem erwiesen.

Die Nachteile der Dienstleister
Zum einen darf die Schufa aus Datenschutzgründen nicht alle persönlichen Daten von Kunden sammeln. Zu den Daten, die ihnen verwehrt bleiben, gehören zum Beispiel Angaben über die persönliche Situation des Kunden, über seinen Beruf und sein Gehalt. Insofern haben sich in der Vergangenheit gewisse Ungenauigkeiten bei dem Schufa-Score herausgestellt, dessen Aussagegehalt begrenzt ist. Zum anderen besteht für Banken, Leasingagenturen und Dienstleister ein Problem darin, dass ihnen aufgrund der beim Schufa-System mitschwingenden Restriktion viele Kunden verloren gehen. Es handelt sich dabei um Kunden, die entweder aufgrund von schlechten Bonitätswerten von vornherein von einem Vertrag ausgeschlossen werden oder für die ein Vertrag so unattraktiv geworden ist, dass sie lieber zur Konkurrenz wechseln.

Der Ausweg: Verträge ohne Schufa-Prüfung
Dadurch entstand für alle Beteiligten eine unbefriedigende Situation, sodass es geboten war, über Auswege aus der Misere nachzudenken. Ein Ausweg wurde von den Vertragspartnern, zum Beispiel in der DSL-Branche entdeckt, nämlich für Kunden gesonderte Verträge anzubieten, die ohne Schufa-Prüfung bewilligt werden. Davon profitieren vor allem Kunden mit schlechten Schufa-Werten. Diese erhalten eine zweite Chance, während die Dienstleister wieder stärker dazu in der Lage sind, ihre Kaufkraft für sich zu nutzen. Mittlerweile hat sich das System von DSL-Verträgen ohne Schufa fest etabliert. Über Online-Tarifrechner haben Kunden die Möglichkeit, sämtliche DSL-Tarife ohne Schufa miteinander zu vergleichen, um sich für das beste Angebot zu entscheiden. Der Kunde gibt einfach ein paar Hintergrundinformationen über sich und seine tariflichen Vorstellungen in das System ein und wird daraufhin mit einer Liste versorgt, in der sämtliche Angebote aufgeschlüsselt sind, die den Wünschen des Kunden entsprechen.

Ein guter Tarifrechner für einen DSL-Vertrag ohne Schufa ist zum Beispiel dslvertrag.de.