Wie lassen sich die Handykosten möglichst geringhalten?

Hilfreich : Wie lassen sich die Handykosten möglichst geringhalten?

Der Kauf eines Smartphones ist ja nahezu spielend einfach. Oftmals sind sie gleich im Handyvertrag enthalten und es klingt wie ein All-inclusive-Paket. Auf der anderen Seite sind die dauerhaften Kosten eines Smartphones aber wirklich nicht zu unterschätzen. Sie sind es, die gerade junge Erwachsene oft schon tief in die Schuldenfalle treiben und die so manch Besserverdienendem Monat für Monat die Falten auf der Stirn erscheinen lassen.

Aber es kann doch eigentlich nicht sein, dass die Handykosten immer hoch sind? Taugen die Alles-in-einem-Verträge vielleicht doch nicht für jeden und ist es teilweise sinnvoller, den Tarif völlig unabhängig vom Handy abzuschließen? Antworten darauf und welche Möglichkeiten es noch gibt, zeigt dieser Artikel.

Den Tarif auf das eigene Verhalten anpassen

So manche Handyverträge klingen wie der leckere Cocktail an der Strandbar. Früchte, Eis, Alkohol und natürlich die Aussicht auf das Meer im Sonnenuntergang sind alles drin. Und beim Handyvertrag? Hier kann telefoniert werden, bis das Ohr abfällt, gesurft werden, bis die Touchscreen-Tastatur den Geist aufgibt und für die, die Mama oder Papa SMS schreiben müssen, weil diese noch ein »normales« Handy haben, sind auch die SMS gleich unbegrenzt mit drin. Als Sahnehäubchen warten Musikflats, Spieleflats und, und, und. Nur: Diese Verträge sind wunderbar für die, die auch alle Inhalte nutzen. Die anderen hingegen zahlen drauf. Bevor sich Smartphone-Nutzer daher von allen All-inclusive-Tarifen blenden lassen, heißt es:

  • Telefonverhalten bewerten - wie wird das Smartphone genutzt? Wird es wirklich zum Telefonieren verwendet oder ist die »Telefonier-App« nur eine Option, die praktischerweise mit dem Handy geliefert wird? Wer selbst überhaupt keine Anrufe tätigt und das Handy nur für Notfallanrufe nutzen möchte, der benötigt keine Telefonflatrate. Wer doch schon hin und wieder telefoniert, ist mit Tarifen mit Inklusiv-Minuten oft besser beraten.
  • Surfen? - die meisten Nutzer surfen vom Smartphone aus. Hier geht es in erster Linie darum, das notwendige Internetvolumen korrekt einzuschätzen, damit nicht teure Zusatzpakete gekauft werden müssen, um den restlichen Monat mit Highspeed zu surfen. Auch hier gibt es einen Anhaltspunkt: Wer sich häufig zu Hause oder in anderen WLAN-Anbindungen aufhält, der kann das Volumen ein wenig beschränken. 1 GB sollte es dennoch sein, wenn regelmäßig gesurft und auch Videos geschaut werden.
  • SMS - auch hier reichen oft Pakete aus, sofern es im Umfeld nicht Kontakte gibt, die auf Messenger verzichten und somit nur per SMS angeschrieben werden können.

Für all diejenigen, die wirklich viel telefonieren und auch SMS versenden, sind natürlich All-in-Tarife ideal. Aber auch hier gilt:

  • Prüfen - wie ist es um den Empfang bestellt? Bei der Wahl des Mobilfunkanbieters muss immer das Netz mitberücksichtigt werden. Der beste Vertrag bringt nichts, wenn der Empfang zu Hause nur auf dem Schornstein gegeben ist.
  • Vergleichen - die einzelnen Tarife der Mobilfunkunternehmen unterscheiden sich inhaltlich oft kaum noch. Dafür kann es preislich echte Überraschungen geben.
  • Vertragslaufzeit - gegen einen geringen Aufpreis können Handyverträge, die nicht noch ein Handy enthalten, auch ohne eine feste Laufzeit abgeschlossen werden. Dieser Weg ist sinnvoll, denn bietet ein anderer Anbieter plötzlich bessere Konditionen, kann schnell gewechselt werden. Und: Wer das Smartphone getrennt vom Handytarif kauft, der kann es trotzdem in Raten abbezahlen.

Attraktive Prepaid-Modelle beachten

Vor 25 Jahren waren Prepaidkarten die Möglichkeiten, mit der sich ein Normalsterblicher ein Handy leisten konnte. Die Handyverträge waren schlichtweg zu teuer, denn mal ehrlich: Wer war schon bereit, nur für ein paar Telefonate an die 100,00 Euro auszugeben? Man hätte denken können, dass die Prepaid-Modelle aufgrund der neuen Handytarife aussterben, doch das Gegenteil ist der Fall: Sie erleben ihre eigene Renaissance. Für Nutzer, die sich nicht fest binden wollen oder die eine praktische Zweit-SIM fürs Wochenende suchen, für diejenigen, die sich von den festen Tarifen nicht angesprochen fühlen und für Kinder und Jugendliche sind sie ideal. Trotzdem sollte bei der Auswahl ein wenig aufgepasst werden:

  • Kostenlose SIM - die SIM-Karte sollte schon kostenlos erhältlich sein. Übrigens bedeutet Prepaid nicht, dass die Karte nicht registriert ist. Beim Kauf muss sie stets auf den Käufer angemeldet werden.
  • Nutzungsart - es gibt weiterhin die typische SIM, bei der das Konto einmal aufgeladen wird und dann nach Belieben genutzt wird. Es gibt aber auch Prepaid-Tarife, bei denen der Nutzer selbst festlegen kann, wie das Guthaben genutzt wird. Hier können beispielsweise 20 Prozent aufs Internet, 40 Prozent auf die Telefonie und 40 Prozent auf SMS entfallen.
  • Prepaid-Pakete - gerade das Surfen war mit Prepaidkarten früher mal ein Problem. Heute können aber auch Pakete hinzugebucht werden. Sie sind stets monatlich kündbar und beinhalten ein bestimmtes Internetvolumen. Die Pakete gibt es auch für die Telefonie oder rein für WhatsApp.

Die Wahl eines Prepaid-Modells sollte immer mit einem Tarif verglichen werden, damit Nutzer das Angebot finden, welches wirklich zu ihnen passt. Und, ganz wichtig: Was geschieht mit nicht genutztem Prepaid-Guthaben? Verfällt es mit der Zeit? Das kann bei Wochenendhandys oder Handys, die überwiegend in den Sommermonaten genutzt werden, sonst zum Problem werden.

Mit einer geschickten Anbieter- und Tarifwahl die Kosten im Zaum halten. Foto: pixabay.com/DariuszSankowski

Was ist sonst noch zu beachten?

Neben einer guten Netzabdeckung und den Vertragsinhalten ist auch immer zu überlegen, auf welchem Weg ein neues Smartphone gekauft wird. So simpel, wie die Handyverträge mit inkludiertem Smartphone auch sind, so sehr binden sie auch an einen festen Anbieter. Wer ein neues Handy braucht, der sollte zumindest mal abseits der Mobilfunkanbieter schauen und prüfen, ob es nicht Smartphones im Ratenkauf gibt. Hierbei lassen sich die Ratenhöhen und die Ratendauer oft selbst bestimmen, sodass eine kürzere Bindung möglich ist - unabhängig vom Tarif.

Fazit - die Auswahl macht es kompliziert

So einfach, wie es immer scheint, ist die Wahl eines neuen Handyvertrags gar nicht. Viele Handybesitzer zahlen monatlich bereits kräftig drauf, weil sie ihren Tarif kaum ausnutzen, andere zahlen mehr, weil sie in einem Vertrag mit geringem Datenvolumen feststecken und monatlich neues Volumen buchen müssen. Wer sich nicht fest binden will, der sollte den Prepaid-Angeboten wirklich mal Beachtung schenken. Gerade für Wenigtelefonierer sind sie oft günstiger, als jeder preiswerte Tarif.

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