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Wie vermeidet man die drohende Privatinsolvenz

Frühzeitig Handlungsbedarf erkennen : Wie vermeidet man die drohende Privatinsolvenz

Wenn die monatlichen Fixkosten, Rechnungen und Raten vom vorhandenen Geld nicht mehr bezahlt werden können, spricht man von Überschuldung. Die Betroffenen sitzen in der Schuldenfalle, der Druck auf sie wird immer größer. Mahnungen stapeln sich, die Bank kündigt die Kredite und schließlich kommt es zur Lohnpfändung.

Zum Stichtag des 1. Oktobers 2019 wurde für Deutschland eine Überschuldungsquote von zehn Prozent gemessen. Damit sind über 6,9 Millionen volljährige Bürger überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Ihnen droht die Insolvenz und dieses Dilemma kann letztlich jeden treffen. Nach dem Verlust des Arbeitsplatzes, einer Scheidung oder längerfristigen, chronischen Krankheiten hängt die eigene Existenz ohne ausreichende Rücklagen schnell am seidenen Faden.

Oftmals hilft insbesondere bei hohen Summen nur die Beratung von Experten und Fachleuten auf ihrem Gebiet weiter. Unternehmen wie beispielsweise die "Finanzen im Griff Vermittlungsgesellschaft mbH" und zahlreiche weitere verfügen über jahrelange Erfahrung im Bereich Finanzen und stellen ihren Kunden Internetauftritte zur Verfügung, auf denen sie kostenlos bereits erste Informationen erhalten. Unter anderem sind dort nützliche Tools vorhanden, die den Ablauf eines Insolvenzverfahrens beispielhaft illustrieren und so ein Stück Sicherheit in schwierigen Zeiten vermitteln.

Einführung der Verbraucherinsolvenz und für wen dieser Weg geeignet ist

Der Gesetzgeber hat im Jahr 1999 die Verbraucherinsolvenz, besser bekannt als Privatinsolvenz, eingeführt. Ähnlich dem Insolvenzverfahren für Unternehmen, der sogenannten Regelinsolvenz, sollen Verbraucher damit die Möglichkeit bekommen, sich von ihrer Schuldenlast zu befreien.

Eine Privatinsolvenz muss trotzdem nicht immer der beste Weg in eine schuldenfreie Zukunft sein, denn ein solches Verfahren ist kompliziert und mit vielen Unannehmlichkeiten für die Betroffenen verbunden. Es gibt knallharte Bedingungen, die über viele Jahre hinweg erfüllt werden müssen, nur damit am Ende die schwarze Null steht.

Eine Insolvenz kommt vor allem für Menschen mit extrem hohen Schulden in Frage, deren Einnahmesituation sich in den nächsten Jahren nicht grundlegend verbessern wird. Wenn keine Aussicht besteht, die Schulden irgendwie zu tilgen, muss der Weg der Privatinsolvenz gegangen werden, um überhaupt wieder eine Zukunftsperspektive zu bekommen.

Die Bedingungen für die Privatinsolvenz und die Abläufe des Verfahrens

Nur zahlungsunfähige Privatpersonen, die nicht selbstständig gearbeitet haben und es auch gegenwärtig nicht tun, können eine Privatinsolvenz beantragen. Davor muss ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern gescheitert sein, der dann von einer anerkannten Schuldnerberatungsstelle zu bescheinigen ist. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens strebt das Insolvenzgericht einen Vergleich mit den Gläubigern an. Wenn dieser Versuch ebenfalls scheitert, beginnt das vereinfachte Insolvenzverfahren, das ungefähr ein Jahr dauert.

Hier wird das vorhandene Vermögen des Schuldners an die Gläubiger verteilt. Vorher werden davon die Verfahrenskosten von rund 2.000 Euro abgezogen. Der Richter setzt nun einen Treuhänder ein, der ab sofort das gesamte Vermögen des Schuldners verwaltet. Nur der Treuhänder darf das pfändbare Vermögen des Insolventen verwerten. Gläubiger haben darauf keinen Zugriff und der Schuldner darf nur das unpfändbare Einkommen behalten. Außerdem stellt der Schuldner einen Antrag auf Erlass seiner Restschulden, also auf die sogenannte Restschuldbefreiung nach sechs Jahren. Bei einer Insolvenz muss parallel die komplette finanzielle Situation offengelegt werden.

Da es sich für die Meisten um ein heikles Thema handelt, möchten sie verständlicherweise nicht, dass ihre Situation öffentlich wird. Aber nicht nur die Gläubiger, sondern auch der Arbeitgeber und der Vermieter werden darüber informiert, da der Lohn sechs Jahre lang gepfändet wird und die Mietkaution zur Insolvenzmasse gehört. Schafft es der Schuldner nicht, in dieser sogenannten Wohlverhaltensphase alle Auflagen zu erfüllen, wird das Verfahren gestoppt und die gesamten Kosten müssen erstattet werden.

Durch rechtzeitig eingeleitete Maßnahmen die Privatinsolvenz verhindern

Oft könnte eine Privatinsolvenz vermieden werden, wenn frühzeitig erkannt wird, dass Handlungsbedarf besteht. Christof Michael von "Finanzen im Griff" dazu: "Die Alternative zur Insolvenz heißt aktiv werden und diszipliniert an einer Veränderung der Situation arbeiten. Betroffene haben häufig keinen verantwortungsvollen Umgang mit Geld gelernt und manchmal sogar jegliche Relation dazu verloren. An diesen Punkten kann man ansetzen und Veränderungen bewirken."

Zunächst muss der Schuldner sich einen Überblick über seine finanzielle Lage verschaffen und alle Unterlagen sichten. Die Post mit den ganzen Mahnungen und Inkassobescheiden muss zeitnah geöffnet werden und darf nicht im Papierkorb landen. Dann sollte ein Finanzplan erstellt werden, in dem genau aufgelistet wird, was man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wem und in welcher Höhe bezahlen kann. Mit diesem Sanierungsplan werden sämtliche Gläubiger kontaktiert, also alle Firmen oder Personen, die noch Geld bekommen. Im selben Zuge wird ihnen ein Vergleich angeboten.

Vorteile eines Vergleichs mit Gläubigern und die gänzliche Vermeidung von Schulden

Ein solcher ist immer dann möglich, wenn der Schuldner noch über gewisse finanzielle Mittel verfügt und der Schuldenberg nicht zu hoch ist. Beim Vergleich wird den Gläubigern das Angebot unterbreitet, einen Teil der Schulden ohne weitere Verzögerung oder mittels Raten zu begleichen. Im Gegenzug müssen die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

Statistisch gesehen verzichten Gläubiger bei einem Vergleich auf rund 70 bis 80 Prozent ihres Geldes. Dieser hohe Prozentsatz erklärt sich dadurch, dass im Falle eines Insolvenzverfahrens die Gläubiger sogar auf bis zu 98 Prozent ihrer Forderungen sitzen bleiben. Laut Statistischem Bundesamt erhielten sie zuletzt durchschnittlich nur 2,0 Prozent ihrer Forderungen zurück.

Der beste Weg bleibt abschließend, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Wer Schwierigkeiten im Umgang mit Geld hat, findet Unterstützung z.B. in Form von Kredit- und Finanzmanagementplattformen. Diese erleichtern es dem Benutzer, Schulden zu vermeiden und eine fundierte Budgetplanung aufzustellen. Sollten dagegen schon Zahlungsverbindlichkeiten bestehen, zeigen die Portale Wege auf, wie man am besten aus einer solchen Situation herauskommt.