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Diagnose Impotenz: Lässt sie sich dauerhaft lösen?

Kein unabänderliches Schicksal? : Diagnose Impotenz: Lässt sie sich dauerhaft lösen?

Einmal ist oft keinmal - auch wenn "er" nicht will, wie er soll. Wurde allerdings Impotenz ärztlich diagnostiziert, glauben viele, dass es mit Sex nun vorbei wäre. Jedoch muss es das nicht sein. Wir leben in einer Zeit und Gesellschaft, in der das Sexuelle längst nichts Heimliches mehr hat - allerdings nur, solange es optimal läuft. Tut es das nicht mehr, wandelt sich liberale Aufgeklärtheit schnell in Schweigsamkeit, Scham und jede Menge Mythen und Halbwahrheiten.

Das gilt sogar für das Thema per se: Nur die wenigsten wissen überhaupt, was Impotenz wirklich bedeutet. Denn auch wenn es viele anders wahrnehmen, medizinisch liegt eine echte erektile Dysfunktion erst dann vor, wenn der Penis im Verlauf eines Halbjahres in weniger als der Hälfte aller Fälle eine für Geschlechtsverkehr ausreichende Härte bekommt und bis zum Schluss beibehält - alles andere sind nur gelegentliche Störungen.

Doch was, wenn ein Urologe tatsächlich bestätigt hat, dass es sich um "echte" Impotenz handelt? Auch dann muss das nicht das Ende der Fahnenstange sein. Und das auch ohne die berühmte "blaue Pille". Mittel und Wege zeigt der folgende Artikel.

1. Potenzkuren: Was sie bringen und wie sie funktionieren

Das Problem des so häufig verschriebenen Viagra ist folgendes: Es wirkt nur, wenn es eingenommen wird. Und es wirkt, völlig unabhängig davon, ob es zum Sex kommt oder nicht. Aus diesem Grund hat sich seit kurzer Zeit eine alternative Lösung etabliert, die dauerhafte Behandlung der Impotenz mittels einer Potenzkur.

Dabei wird nicht der PDE-5-Hemmer Sildenafil eingenommen, sondern auf täglicher Basis der Wirkstoff Tadalafil. Dieser Wirkstoff wirkt deutlich länger und ist in geringerer Dosierung verfügbar - genau hier liegt der große Unterschied:

Durch die geringere Dosierung und der deutlich längeren Halbwertszeit ist es bei diesen Medikamenten möglich, sie dauerhaft, in Form einer Konstanztherapie, einzunehmen - anstatt nur nach Bedarf.

Das hat auf den Mann einige erhebliche Auswirkungen:

1. Es besteht kein zeitlicher Druck mehr, da die Wirkungsdauer einer Dosis wesentlich länger anhält.

2. Die Erektion ist nicht mit der unmittelbaren Einnahme verknüpft. Die Funktion erfolgt praktisch wie bei einem völlig gesunden Mann.

3. Alle Nebenwirkungen, die mit PDE-5-Hemmern in Verbindung gebracht werden, treten nur deutlich schwächer auf oder bleiben sogar komplett aus - etwa die vielbeklagten Kopfschmerzen oder die verstopfte Nase.

4. Es ist ein gleichmäßigeres Sexualleben möglich, da der Liebesakt auch dann noch funktioniert, wenn eine Einnahme vergessen wurde.

Zudem: Es gibt keine Wartezeit zwischen Einnahme und Wirkung. "Er" ist im Rahmen der Potenzkur dauerhaft bereit, wodurch Sexualität natürlich viel spontaner werden kann. Sollte der Urologe das Thema nicht von sich aus ansprechen, sollten Betroffene es tun - auch weil Tadalafil rezeptpflichtig ist.

2. Der psychologische Faktor: Was seine Umstellung bringt

Es gibt diagnostizierte Potenzstörungen hinter denen schwere Krankheiten stehen. Das ist aber, vor allem bei jüngeren und mittelalten Männern, eine absolute Minderheit.

Auch bei diagnostizierter Impotenz steckt dahinter häufig vor allem eines: die männliche Psyche. In diesem Fall liegt die Wurzel der erektilen Dysfunktion nicht zwischen den Beinen, sondern weiter oben, im Kopf.

Das heißt: Sollte der Urologe körperliche Erkrankungen ausschließen, sollte als nächstes ein Psychologe aufgesucht werden.

Für ihn gibt es viele Felder zu überprüfen:

1. Ängste. Das gilt nicht nur für sexuelle Versagensängste - die sehr häufig als selbsterfüllende Prophezeiung fungieren - sondern generell Ängste im Allgemeinen, auch in abgeschwächter Form als Sorge, beispielsweise um den Arbeitsplatz.

2. Das Attraktivitätsempfinden der Partnerin bzw. des Partners - vor allem in langjährigen Beziehungen ist es oft ein Problem, dass der Partner als nicht mehr so sexuell anziehend empfunden wird, worunter direkt die Erektionsfähigkeit leidet.

3. Leistungsdruck. Abermals in sexueller Hinsicht (etwa in Form zu hochgesteckter partnerschaftlicher Erwartungen) aber auch in beruflicher Hinsicht.

4. Stress im Allgemeinen. Dem Patienten fliegen sprichwörtlich so viele Dinge um den Kopf, dass das Sexuelle keinen Raum mehr hat.

Überdies wird ein Psychologe auch prüfen, ob vielleicht eine generelle depressive Störung vorhanden ist - es gibt viele psychische Möglichkeiten für Impotenz. Doch auch hier ist das meiste heilbar und kann über die Potenzkur überwunden werden. Oft benötigt es nicht mehr als klärende Gespräche zwischen den Partnern.

3. Der Lebensstil und wie er Potenzprobleme fördert

Es gibt Männer, denen es psychisch blendend geht, bei denen sich auch keine Erkrankungen (etwa Diabetes, Hormonstörungen usw.) diagnostizieren lassen, die es aber dennoch nicht schaffen, eine zuverlässige Erektion zu bekommen.

In diesem Fall lässt sich der nächste Verdächtige überaus häufig im Lebensstil dieser Männer finden.

Dazu ein kurzer Exkurs: Wie funktioniert eine Erektion?

Es ist ein hochkomplexes Zusammenspiel aus sexuellen Reizen (optisch, akustisch, psychisch und physisch), davon ausgelösten Botenstoffausschüttungen und davon angeregten Muskelkontraktionen: Bei Erregung, oft auf niedrigem Level, entspannen sich Muskelstränge. Sie liegen im Beckenboden hinter der Peniswurzel. Dort halten sie im Normalzustand die Blutzufuhr der Arterien in die drei Schwellkörper zurück.

Erst durch die Erregung öffnen sie sich. Blut läuft in die Schwellkörper, der Penis wird hart. Ist er hart, ziehen sich die Muskeln wieder zusammen - bis abermals Botenstoffe das Signal zum Öffnen geben; sie werden beispielsweise nach dem Orgasmus ausgeschüttet.

An diesem Punkt kommt der Lebensstil ins Spiel:

· Rauchen

· Ernährung

· Alkoholkonsum

· Drogen

· Medikamente

· Bewegungsarmut bzw. falsche Bewegung (wodurch bspw. Bandscheibenvorfälle ausgelöst werden)

· Übergewicht

Das alles sind Faktoren, welche das erklärte Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht bringen können. Etwa weil sie, besonders prominent bei Rauchern, die Gefäße verengen.

Dieser Punkt ist deshalb schwierig zu diagnostizieren und zu lösen, weil es so viele Variablen gibt und es sehr schwierig ist, eine davon als konkreten Auslöser festzumachen. Die Lösung für betroffene Männer lauert deshalb, mit Eintritt der Diagnose zu versuchen, einen bewegten, gesünderen Lebenswandel zu führen. Und natürlich sollten auch Medikamente einer genauen Kontrolle auf Nebenwirkungen unterzogen werden.

Fazit

Die Diagnose Impotenz ist vielfach nur das: eine Diagnose, ein Ist-Zustand. So schmerzlich sie auch für viele Männer ist, sie ist sehr häufig nicht das finale Wort.

Durch die Behandlung, welche die moderne Medizin vorhält, ist jederzeit Abhilfe möglich. Durch eine Potenzkur können Männer auch wieder gänzlich ohne genauer Planung Geschlechtsverkehr haben.

Da der Wirkstoff Tadalafil verschreibungspflichtig ist, gilt es stets einen Arzt zu besuchen um eine genaue Diagnose der Erektionsstörung zu erhalten. Spricht nichts gegen die Verordnung, kann eine Dauertherapie anstatt nur einer Behandlung nach Bedarf angefragt werden.