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Endlich Schluss machen mit Rauchen?

Rauchalternativen : Endlich Schluss machen mit Rauchen?

Aus dem Stadtbild sind sie fast nicht mehr wegzudenken - die Nebelschwaden der E-Zigaretten. Während Kritiker in der elektrifizierten Rauchalternative eine Einstiegsdroge sehen, weisen Befürworter stets auf die Hilfe im Prozess der Rauchentwöhnung hin. Doch was stimmt nun?

In Deutschland greifen laut einer Studie aus dem Jahr 2017 mehr als 3,5 Millionen Menschen zur E-Zigarette. Doch einige sehen in ihr ein Teufelszeug und würden den elektronischen Glimmstängel niemals als Alternative zur Zigarette nutzen. Diejenigen, die der E-Zigarette positiv gegenüberstehen, sehen in ihr klar ein gutes Mittel, um die eigentliche Zigarette loszuwerden. Sicher ist, dass das Rauchen von Zigaretten viel Geld kostet. Wer sich mit der Rauchentwöhnung auseinandersetzt, kann schnell ein kleines Vermögen sparen. Denn über die Zeit kommt bei einem durchschnittlichen Raucher erschreckend viel Geld zusammen, das buchstäblich in Rauch aufgeht.

Ob die E-Zigarette nun unbedenklich ist, ist nicht eindeutig zu beantworten. Jedoch geben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kurz BzgA, sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum, DFKZ, ein gesundheitliches Risiko für die Nutzer von elektronischen Zigaretten aus. Das ist unter anderem in dem Umstand begründet, dass Langzeitstudien fehlen. Im Vergleich zieht das britische Gesundheitsministerium ein positives Fazit. Denn diese sehen die E-Zigarette zu 95 Prozent weniger schädlich, als die klassische Zigarette.

Schaut man sich die E-Zigarette genauer an, besteht diese aus einigen wenigen Hauptkomponenten. Hierzu gehört der Akku, ein Mundstück, ein Vernebler sowie ein Tank für das Liquid. In Letzterem wird die Flüssigkeit gefüllt, die dann über den Vernebler verdampft und als Rauch inhaliert wird. Dabei kommt üblicherweise Glyzerin oder Propylenglykol als Verneblungsmittel zu Einsatz. Ebenso finden sich darin Wasser, Aromastoffe, Ethanol und auf Wunsch, Nikotin. So bieten Händler die Liquids in einer Vielzahl unterschiedlicher Geschmacksrichtungen an, die mit Nikotin in unterschiedlicher Konzentration oder ganz ohne Nervengift kommen.

Im Einsatz gestaltet sich die E-Zigarette recht simpel. Einmal richtig zusammengesetzt, aufgeladen und mit dem Wunsch-Liquid befüllt, muss der Nutzer nur noch einen Knopf drücken. Schon wird das Heizelement im Vernebler erhitzt, trifft auf das Liquid und verdampft dieses. Dabei wird das Ganze nicht einmal sehr heiß. Meist liegt die Temperatur um die 150 Grad Celsius, was im Vergleich zum Abbrennen einer klassischen Zigarette wenig ist. Studien in diesem Zusammenhang haben ergeben, dass bei diesem Prozess im Vergleich zur Zigarette aus Tabakblüten, weniger Giftstoffe entstehen.

Der weiße Dampf ist jedoch nicht automatisch als unbedenklich einzustufen. Denn auch in diesem konnten bereits Azetaldehyd sowie Formaldehyd nachgewiesen werden - beides Stoffe, die als Kanzerogene gelten, also krebsfördernd wirken. Insofern gibt das DKFZ aus, dass bei Dauerkonsum das Risiko, an Krebs zu erkranken, nicht ausgeschlossen werden kann. Doch auch kurzfristig ist es möglich, dass Entzündungsreaktionen in den Bronchien entstehen oder es zu Atemwegsirritationen kommt. Hinzukommt, dass die verschiedenen Aromastoffe durchaus Allergien auslösen können.

Jedoch kann nicht ganz von der Hand gewiesen werden, dass das Rauchen einer E-Zigarette zumindest weniger schädlich ist, als Das einer herkömmlichen Zigarette. Zudem hat eine Analyse der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf zum Konsumverhalten und den Motiven von E-Rauchern ergeben, dass ein Großteil, 85 Prozent, die Elektrozigarette nutzen, um mit dem Rauchen aufzuhören. Ganze 75 Prozent setzen auf das Gerät, um den Konsum der klassischen Zigarette deutlich zu minimieren. In die gleiche Kerbe schlägt eine britische Studie, in der eine repräsentative Stichprobe von Personen ergeben hat, dass die Wahrscheinlichkeit mit dem Rauchen aufzuhören mithilfe der E-Zigarette um 60 Prozent höher ist, als mit Nikotinersatzprodukten wie Kaugummi oder Pflaster. Insofern ist die E-Zigarette in Großbritannien, wenig verwunderlich, von der Gesundheitsbehörde als zuverlässiges Mittel zur Rauchentwöhnung anerkannt. Eine entsprechende Empfehlung der deutschen Behörden gibt es allerdings nicht.

Ein endgültiges Urteil lässt sich also über die Elektrozigarette nicht fällen. Zumindest so lange nicht, bis Langzeitstudien und Untersuchungsergebnisse ein klares Bild zulassen. Insofern ist am gesündesten, wer gar nicht erst raucht.