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Gesundheit:
Erhöht dünne Kleidung das Erkältungsrisiko?

Dass im Wort Erkältung Kälte steckt, ist kein Zufall: Wer friert, erkältet sich leichter. Trotzdem führt nicht jedes Frieren gleich zur Erkältung - aber wieso eigentlich nicht?

Obwohl schon Großmutter zur Krankheitsvorbeugung in den kühlen Monaten kuschelwarme Kleidung empfohlen hat, hilft manchmal auch die wärmste Jacke nicht mehr. Zusammenhänge zwischen Kälte und Infektionen bestehen zwar, aber sind nach aktuellem Forschungsstand nicht so ausschlaggebend wie der generelle Lebensstil.

Kräftezehrende Kälte

Menschen sind gleichwarme Lebewesen und somit auf eine konstant warme Körpertemperatur angewiesen. Schon geringe Abweichungen von der Idealtemperatur erschweren die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen, wodurch mehr Energie für den gewohnten Körperbetrieb verbraucht wird. Zur selben Zeit bemüht sich die Temperaturzentrale im Gehirn bei Hitze und Kälte ununterbrochen um die Rückkehr zur idealen Betriebstemperatur.

Weil etwaige Abweichungen von der Idealtemperatur demzufolge kräfteze hrende Prozesse nach sich ziehen, schwächen sie den menschlichen Körper. Wenn die Körpertempertaur wegen äußerlicher Kälte abfällt, schaltet der geschwächte Mensch daher auf Sparflamme um und spart so neben Wärme auch lebenswichtige Energie. Bei der Kommunikation zwischen den Organen und Zellen treten in diesem Sparmodus Störungen auf und auch das Abwehrsystem verfügt nicht über die gewohnte Stärke.

Zwar hängt die Kraft des Abwehrsystems auch mit Faktoren wie der Ernährung, der Durchblutung und der Hormonlage zusammen, aber Kälte ist aus den genannten Gründen ein ebenso relevantes Einflusskriterium. Wer im Winter frierend etwaigen Erkältungsviren begegnet, ist deshalb vergleichsweise krankheitsanfälliger als eine warm angezogene Person.

Frauen frieren früher

Besonders für Frauen ist es wichtig, auf eine zur Jahreszeit passende Kleidung zu achten. Jacken in Form angemessen warmer Modelle für die Sommer- und Wintermonate sind eine relevante Vorbeugungsmaßnahme, was Erkältungen betrifft. Im Vergleich zu Männern frieren Frauen erwiesenermaßen ganze fünf Grad früher. Wegen des geschlechtsspezifischen Verhältnisses des Muskel- und Körperfettanteils produzieren sie zum einen weniger Wärme. Zum anderen geben sie aufgrund ihrer Hormon- und Durchblutungssituation gleichzeitig mehr Wärme nach außen ab.

Auch ihre dünnere Haut und in der Regel geringere Größe wirken sich in dieser Hinsicht ungünstig aus. Nur gut, dass sich weite Kuschelpullover schon unter den Wintermodetrends 2018 einen Platz gesichert haben und auch kuschelwarme Daunenjacken gerade weit oben auf der Trendliste stehen. Wer dem Körper mit warmer Kleidung dabei hilft, im Inneren trotz kalter Temperaturen etwa 37 Grad Celsius aufrechtzuerhalten, hat im Falle einer Infektion zumindest mehr Kraft für den Kampf gegen die Erkältungsviren.

Lebensstil entscheidet

Obwohl Kälte kräftezehrend und ein schwacher Körper krankheitsanfälliger ist, entscheidet Experten zufolge vor allem der Lebensstil über die Krankheitsanfälligkeit. Neben Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und einer gesunden Ernährung raten Experten in Sachen Erkältungsprophylaxe insbesondere dazu, Stress abzubauen. Wie Sie diesen Stressabbau gestalten, bleibt Ihnen überlassen. Sich regelmäßig zu verwöhnen, kann vor diesem Hintergrund wahre Wunder wirken.