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Gesundheits-Tipp: Mit Mineralwasser Arthrose und Osteoporose vorbeugen

Kolumne Hauptsache gesund! : So schützen Sie sich vor Arthrose und Osteoporose

Welchen Einfluss hat Mineralwasser auf unsere Gesundheit? Unser Kolumnist geht heute der Frage nach, wie Mineralwasser sogar präventiv zum Schutz der Knochen genutzt werden kann.

Ob und wann jemand in seinem Leben an Osteoporose oder Arthrose erkrankt, kann niemand voraussagen. Unbestritten ist aber, dass der persönliche Lebenswandel einen erheblichen Einfluss auf unsere Knochen hat.

Eine tragende Rolle spielt hierbei die Ernährung, die leider viel zu oft knochenfeindlich ist. Kalzium ist unbestritten der wichtigste Grundstoff für den Knochenaufbau. Wird zu wenig Kalzium zugeführt, erfolgt dies zu Lasten der Knochenstabilität. Der wissenschaftliche Dachverband Osteologie wie auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen daher die tägliche Sicherstellung von 1000 mg Kalzium.

Eine Gesamtkalziumzufuhr von 1500 mg sollte jedoch nicht weit überschritten werden (Gefahr für Herz-Kreislauf). Laut Nationaler Verzehrs Studie II des Bundesministeriums für Ernährung nehmen sowohl Männer als auch Frauen die größte Menge an Kalzium über Milch und Milcherzeugnisse auf. An zweiter Stelle folgen die alkoholfreien Getränke. Weitere Lebensmittelgruppen spielen keine bedeutende Rolle für die Kalziumzufuhr, so das Bundesministerium. 46 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen erreichen die empfohlene tägliche Zufuhr an Kalzium nicht. Viele kommen nur auf 600 bis 800 mg. Es fehlen demnach oft bis zu 400 mg Kalzium und mehr, um das tägliche Minimum zu erreichen.

Wie Kalzium ist auch Magnesium für unser Knochengerüst und unsere Gelenke unabdingbar. Magnesium ist essentiell für den Vitamin D Stoffwechsel, wobei in Corona Zeiten auch an die im­munregulatorische Wirkung des Vitamin D gedacht werden sollte. Zudem wird Magnesium zur Abpufferung überschüssiger Säuren benötigt (Säure-Basen-Haushalt). Der Tagesbedarf liegt für Frauen und Männer ab 25 Jahren bei 300 und 350 mg. Männer und Frauen nehmen laut Bundesministerium für Ernährung die größte Menge Magnesium über alkoholfreie Getränke auf. 26 Prozent der Männer und 29 Prozent der Frauen erreichen dennoch die empfohlene tägliche Zufuhr nicht. ­

Laut Osteoporose-Manual wird unser Körper von Säuren überschwemmt, die entweder im Körper selbst gebildet (zum Beispiel Kohlensäure) oder über die Nahrung (Eiweiß, Zucker, Fette) im Übermaß zugeführt werden. Es ist davon auszugehen, dass eine langjäh­rige überhöhte Säurelast die Knochengesundheit negativ beeinflusst. Das Vermeiden einer Azidose beeinflusst auch die Coronaviren-Aktivität, sagt Professor Dr. Jürgen Vormann vom IPEV (Institut für Prävention und Ernährung, Ismaning). Ein basischer pH-Wert hemmt sowohl die Infektion als auch die Virusvermehrung. Ein basisches Mineralwasser, das dem entgegenwirkt, liegt bei über 1500 mg HCO3.

Ich bevorzuge für meine Patienten ein Mineralwasser, dass einen hohen Kalziumgehalt 630 mg/l (Mineralwasser A) hat. Zudem eines (Mineralwasser B), das mit 241 mg/l einen äußerst hohen Magnesiumgehalt und zudem einen Kalziumgehalt mit 168 mg/l besitzt und zudem mit einem Hydrogencarbonat von 2451 deutlich im basischen Bereich (über 1 500 mg/l) liegt. Sowie ein Mineralwasser (C), kalziumreich, dass 348 mg/l Kalzium und 108 mg/l Magnesium beinhaltet und mit 1816 mg/l Hydrogencarbonat ebenfalls im basischen Bereich liegt und bundesweit erhältlich ist.

Mineralwasser kann  aufgrund seines Mineralgehaltes für unsere Gesundheit von großer Bedeutung sein. Leitungswasser vermag diese Aufgaben nicht zu meistern. Dies ist schon auf der Webseite der Berliner Wasserbetriebe nachzulesen: „Bitte beachten Sie: Wassertrinken reicht nicht aus, um den lebensnotwendigen Bedarf an Mineralstoffen zu decken.“

Das ist verständlich vor dem Hintergrund, dass Trinkwasser meist weniger als 100mg/l Kalzium, oft weniger als 10mg/l Magnesium enthält und  der Hydrogencarbonatgehalt meist nur zwischen 200 bis 350 mg/l liegt.

Bei der Wahl des geeigneten Mineralwassers muss auch das individuelle Trinkverhalten mitberücksichtigt werden (siehe Info). Die Mineralstoffzufuhr sollte so beschaffen sein, dass der Kalzium- und Magnesiumbedarf gedeckt ist und einer Übersäuerung (basisches Mineralwasser liegt über 1500mg HCO3) entgegengewirkt wird.

Ältere trinken oft weniger als einen Liter am Tag und benötigen dann ein besonders kalziumreiches Wasser, wohingegen  Sportler oft mehr als zwei bis drei Liter trinken und dann eher ein weniger kalzium- aber dafür ein mehr magnesium- und bicarbonatreiches  Mineralwasser brauchen. Kalziumreiche Mineralwasser (teilweise über 500 mg/l) gibt es in Deutschland einige auf dem Markt, ebenso magnesiumreiche, die teilweise über 100 mg/l liegen, sogar eines, das über 240 mg/l Magnesium enthält.

Zu beachten ist, dass zwischen Medium, Classic und Naturell große Inhaltsunterschiede liegen können. Ein Blick auf das Etikett ihrer Sprudelflasche lohnt sich. Leitungswasser ist hier keine gute Wahl, um den Mineralstoffgehalt zu decken. Würden wir auf Leitungswasser umsteigen, würden wir künftig auf den Magnesiumlieferanten Nummer eins (und gleichzeitig auch noch auf den Calciumlieferanten Nummer zwei), die alkoholfreien Getränke, verzichten.  

https://dv-osteologie.org/fuer-patienten

 Dr. Peter Krapf.
Dr. Peter Krapf. Foto: Dr. Peter Krapf

Dr. med. Peter Krapf ist Facharzt für Orthopädie im bundesweit ersten zertifizierten Arthrosezentrum DGFAM, Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin und Therapeut in der Mikronährstoffmedizin.