Keratokonus lässt sich behandeln

Behandlung der Augenkrankheit : Keratokonus lässt sich behandeln

Die nicht so bekannte Augenkrankheit Keratokonus lässt sich behandeln. Gute Behandlungsergebnisse werden meistens dann erzielt, wenn die Krankheit frühzeitig diagnostiziert wird. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Nur etwa 0,5 Prozent aller Menschen in der westlichen Welt leiden an dieser Krankheit. Deshalb wird sie von einigen Augenärzten nicht sofort als Ursache für eine Verschlechterung der Sehschärfe in Betracht gezogen.

Was ist Keratokonus?

Bei dieser Augenerkrankung verändert sich die Hornhaut. Daher wird sie oftmals auch mit der weit verbreiteten Hornhautkrümmung verwechselt. Der Keratokonus verläuft jedoch etwas anders. Die eigentliche Ursache ist noch nicht abschließend geklärt. Laut Statistik erkranken sehr viele Menschen an dieser Augenkrankheit, die an einer Trisomie leiden. Aber es ist auch noch nicht nachgewiesen, wie die Zusammenhänge der Trisomien zu dem Keratokonus ist.

Bei dieser Augenkrankheit verändert sich die Form der Hornhaut sehr stark. Es kann zu kleineren oder größeren Ausbuchtungen kommen. Mitunter entstehen auch kleine Risse an der Hornhaut. Ein weiteres Indiz sind auftretende Verfärbungen in den grünlichen oder bräunlichen Bereich. Diese werden im Laufe der Zeit immer deutlicher, sodass sie schon mit bloßem Auge sichtbar sind.

Patienten spüren folgende Symptome

Die Krankheit an sich verursacht keine Schmerzen. Auf jeden Fall spürt der Patient eine Verringerung der Sehschärfe. Da diese aber auch von vielen anderen Augenleiden und auch von altersbedingten Faktoren abhängt, kann eine Verschlechterung der Sehleistung allein noch keine Diagnose rechtfertigen. Eine Besonderheit bei dieser Augenkrankheit besteht jedoch darin, dass sich die Sehleistung in kurzer Zeit stark verändert. Damit hebt sich der Keratokonus von vielen anderen Augenleiden ab.

Manchmal kommt es auch zum Sehen von Doppelbildern oder unscharfen Abgrenzungen. Im fortgeschrittenen Stadium sieht der Betroffene meistens nur noch unscharf. Betroffen sind zwar immer beide Augen, aber die Intensität der Erkrankung ist in der Regel bei beiden Augen unterschiedlich stark.

Die Diagnose durch den Augenarzt

Sprechen mehrere Anzeichen dafür, dass ein Patient an einen Keratokonus erkrankt ist, stehen dem Augenarzt verschiedene Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung. Beispielsweise kontrolliert er mit der Spaltlampe die Schichten der Hornhaut auf Veränderungen. Noch genauer erfolgt eine Diagnose mit dem sogenannten Keratograf. Dieses Gerät wird auch als Videokeratometer bezeichnet. Dabei werden schwarze und weiße Ringe auf die Hornhaut projiziert, die dann von einer Videokamera aufgenommen und mittels einer Software ausgewertet werden. Damit erhält der Augenarzt eine detaillierte Ansicht der Hornhaut. Inzwischen ist der Goldstandart der Diagnosestellung die Hornhauttopografie.

Behandlungsmethoden beim Keratokonus

Nachdem eine eindeutige Diagnose gestellt ist, kann die Behandlung erfolgen. Grundsätzlich stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

- Brille

- Kontaktlinsen

- Lasertherapie

- Transplantation

Da sich zunächst die Sehleistung verringert, verschreibt der Augenarzt meistens eine Brille. Es ist aber auch eine Behandlung mit harten Kontaktlinsen möglich. Diese werden exakt an die Hornhaut des Patienten angepasst und können dazu beitragen, dass es zu keinen weiteren Verformungen mehr kommt.

In der letzten Zeit wurden auch schon mit großem Erfolg spezielle Lasertherapien angewandt. Das Verfahren ist etwas umständlich. Es geht bei dieser Art der Behandlung aber darum, dass bestimmte Bereiche der Hornhaut mit Laserstrahlen wieder in Form gebracht werden können. Auf jeden Fall muss das korneale Cross-Linking eingefügt werden. In fast allen Fällen wird mit dieser Behandlungsmethode ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert.

Transplantation als letzter Ausweg

Nur dann, wenn alle anderen Therapien erfolglos verlaufen sind, kann auch eine Transplantation der Hornhaut infrage kommen. Dabei wird die beschädigte Hornhaut bis auf einen kleinen Rand vom Auge abgetrennt. Anschließend wird eine Hornhaut eines Organspenders eingenäht. Selbstverständlich wird die Naht so durchgeführt, dass sie komplett wasserdicht ist. Diese Methode kommt jedoch nur in Betracht, wenn es überhaupt keine andere Therapiemöglichkeit mehr gibt. Es ist für jeden Patienten immer vorteilhaft, die eigene Hornhaut so lange wie möglich zu behalten.

Welche Augenärzte können die Diagnosen stellen und Behandlungen durchführen?

Da der Keratokonus nicht so weit verbreitet ist, wird er auch nicht in allen Augenarztpraxen behandelt. Sowohl für die Diagnose als auch zur Behandlung sind viele spezielle Geräte erforderlich, die es nicht in jeder Augenarztpraxis gibt. Deshalb ist es in den meisten Fällen deutlich besser, ein spezialisiertes Augenzentrum aufzusuchen. Dort wird dann auch eine präzise Diagnose von Dr. Med. (H) Richard Nagy von Lux Augenzentrum gestellt und eine kompetente Behandlung durchgeführt.

Fazit

- Der Keratokonus gehört zu den eher selten auftretenden Augenleiden.

- Da die Ursache noch nicht bekannt ist, kann auch nicht in entsprechender Weise vorgebeugt werden.

- Nur sehr erfahrene Augenärzte stellen eine korrekte Diagnose, weil dazu auch spezielle medizinische Geräte erforderlich sind.

- Je nach Schwere und Ausprägung stehen dem Augenarzt entsprechende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

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