Lebensgefahr Herzschwäche: Schleichender Herztod

Herzinsuffizienz : Lebensgefahr Herzschwäche: Schleichender Herztod

Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer chronischen Herzschwäche. Im schlimmsten Fall kann die Krankheit lebensbedrohlich werden und eine Herztransplantation erforderlich machen, so wie bei Jörg Metzinger. Wird die Herzschwäche frühzeitig erkannt, kann sie aber oftmals gut behandelt werden.

"Entweder ich bekam ein neues Herz oder ich würde sterben"

400 Tage lang hat Jörg Metzinger (56) im Krankenhaus auf ein Spenderherz gewartet. 24 Stunden am Tag wurde der Pfarrer aus Saarbrücken am Monitor überwacht, körperliche Anstrengungen waren in dieser Zeit tabu, um das Herz zu schonen. Dennoch hat Jörg Metzinger mit der Organtransplantation Glück im Unglück gehabt. Denn schon einige Jahre zuvor hatte er mit schweren Herzproblemen zu kämpfen - mal setzte der Herzschlag aus, mal schlug das Herz viel zu schnell. Auch ein Taktgeber konnte nicht helfen. Zweimal musste er bereits wiederbelebt werden. "Danach hatte ich keine Wahl mehr: Entweder ich bekam ein neues Herz oder ich würde st erben", erinnert er sich.

Krankengeschichten wie die von Jörg Metzinger sind keine Seltenheit. Laut dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) ist Herzinsuffizienz, wie die Herzschwäche medizinisch genannt wird, in Deutschland der häufigste Grund für Krankenhausaufenthalte. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Erkrankten beinahe verdoppelt, so die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Dass die Sterblichkeitsrate dennoch immer weiter sinkt, ist vor allem Fortschritten in der Therapie der Herzerkrankung zu verdanken. Medikamente wie beispielweise Betablocker oder Präparate mit den Wirkstoffen Sacubitril und Valsartan können das Herz entlasten und die Leistung dadurch verbessern.

Was ist Herzinsuffizienz?

Bei einer Herzschwäche, medizinisch Herzinsuffizienz, ist die Pumpleistung des Herzmuskels eingeschränkt. Dadurch wird die Durchblutung vermindert und die Organe werden nur unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Auch kann es zu einem Rückstau des Blutes in der Lunge und in den Venen kommen, was zu Atemnot, Wassereinlagerungen in den Beinen und Fußgelenken sowie einer schnellen Erschöpfung des Erkrankten führt. Da die Symptome sehr unspezifisch sind, bleibt die Krankheit häufig lange Zeit unerkannt.

Besteht eine Herzschwäche über einen Zeitraum von mindestens mehreren Wochen, wird sie auch chronische Herzinsuffizienz genannt. Ursachen für die Erkrankung sind vor allem Bluthochdruck sowie die koronare Herzkrankheit (KHK). Aber auch Diabetes, Herzmuskelentzündungen, Überfunktionen der Schilddrüse oder genetische Faktoren können eine Herzerkrankung auslösen.

Chronische Herzinsuffizienz behandeln

Herzschwäche ist bislang nicht heilbar. Deshalb zielt die Behandlung vor allem darauf ab, die Symptome zu lindern und den Fortschritt der Krankheit zu verlangsamen. Medikamente wie Diuretika wirken Flüssigkeitseinlagerungen entgegen, ACE-Hemmer und Betablocker werden zur Blutdrucksenkung verordnet und Präparate mit den Wirkstoffen Sacubitril und Valsartan verhindern einen Blutdruckanstieg und entlasten damit das Herz. Bei schweren Formen von Herzschwäche können Operationen am Herzen oder schließlich eine Organtransplantation notwendig werden.

Unbehandelt führt Herzschwäche zu einem fortschreitenden Leistungsabfall des Herzens und kann tödlich enden. Um einer Herzschwäche vorzubeugen, empfiehlt sich moderate Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Nikotinverzicht und die Reduktion von Stress.

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