Naturmedizin – immer noch zeitgemäß?!

Heilpflanzen : Naturmedizin – immer noch zeitgemäß?!

Ob Erkältung, Kopfschmerzen oder Entzündungen, die meisten Menschen lassen sich mit Medikamenten behandeln, die entweder der Arzt verschreibt oder die man frei in der Apotheke besorgen kann.

Die Auswahl ist groß und teuer sind die Arzneien meist auch nicht. An die Naturmedizin denkt heute nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung, denn der Aufstieg der Pharmaindustrie im vergangenen Jahrhundert hat den Kräutern und Heilpflanzen ihren Rang strittig gemacht. Bietet die Naturheilkunde eine gute Alternative zur Schulmedizin und lassen sich Kopfweh, Entzündungen und Co. mit Kräutern wirksam behandeln? Oder sind die kleinen Pillen und Tabletten am Ende doch die bessere Lösung?

Zu viele Medikamente

Der modernen Medizin haben wir viel zu verdanken. Dank Penicillin und vielen anderen synthetischen Wirkstoffen konnten viele Leben gerettet werden. Erkrankungen stellen heute kaum mehr ein Problem dar oder würden Sie eine Erkältung heute noch als bedrohlich empfinden? Doch wir sind heute an einem Punkt angelangt, wo es bereits zu viel des Guten ist. In vielen Industrienationen, Deutschland eingeschlossen, werden viel zu viele Präparate eingenommen. Das ergeben Analysen des Abwassers, in denen die Medikamente, genauer ihre Abbauprodukte, aufspürbar sind. Der hohe Konsum ist nicht nur gefährlich für die Menschen, sondern auch für die Natur und unser Grundwasser.

Medikamentenrückstände können nämlich von den meisten Kläranlagen nicht entfernt werden. Dazu fehlt ihnen eine zusätzliche Reinigungsstufe mit Aktivkohle oder Ozon. Die Kläranlagen müssen erst nachgerüstet werden, doch das kostet Geld. Solange es keine Grenzwerte für Medikamentenrückstände gibt, wird sich auch nicht viel ändern. Ändern muss sich aber vor allem das Bewusstsein für die Folgen von erhöhtem Medikamentenkonsum. Abhängigkeit von Wirkstoffen ist keine Seltenheit. Das Jahrbuch Sucht schätzt, dass 1,9 Millionen Menschen in Deutschland medikamentenabhängig sind. Viel zu häufig werden bereits bei minimalen Beschwerden Schmerzmittel genommen oder gar verschrieben.

Was bietet die Natur?

Die Natur hat vielfältige Pflanzenarten hervorgebracht, die teils über ziemlich potente Wirkstoffe verfügen. Viele pharmazeutische Wirkstoffe, die wir heute in synthetischer Form in Medikamenten einsetzen, wurden ursprünglich in Pflanzen gefunden. Ein schönes Beispiel ist das beliebte Kopfschmerzmittel ASS. Dieser Wirkstoff leitet sich vom Salicin ab, welches zuerst in der Weidenrinde entdeckt wurde. Doch es gibt auch pflanzliche Wirkstoffe, die ohne Weiteres sehr effektiv sind. Cannabinoide, die aus der Hanf-Pflanze gewonnen werden, besitzen beispielsweise eine Reihe verschiedener Wirkungen, von denen besonders die schmerzlindernde Wirkung interessant ist. Ein Cannabinoid, das THC, hat dem Hanf jedoch einen schlechten Ruf verliehen. Dieser psychoaktive Wirkstoff ist verboten, gar stigmatisiert.

Dabei wurde die Hanfpflanze im medizinischen Bereich zur Linderung von Schmerzen, aber auch bei psychischen Erkrankungen häufig eingesetzt. Allmählich erkennt man wieder den Nutzen dieser knapp 200 verschiedenen Hanfwirkstoffe. Besonders dem CBD ist dieses Umdenken zu verdanken, denn dieser Wirkstoff ist ebenfalls schmerzlindernd, hat keine bekannten Nebenwirkungen und ist eben nicht berauschend. CBD wird vornehmlich in Form von Öl oder auch in Kapseln verwendet. Verschiedene CBD-Öl Ratgeber bieten Ihnen zu diesem Thema weiterführende Informationen.

Neben dem Hanf gibt es eine Reihe weiterer Heilpflanzen, die im heimischen Bereich Verwendung finden können. Diese Pflanzen kennt auch jeder. Kamille, Salbei, Thymian, Minze, Fenchel und viele weitere sind in den meisten Schränken in Deutschland zu finden.

Kräuter - oft unterschätzt

Kräuter werden viel zu oft unterschätzt. Wer bei einem Spaziergang an einem Feld vorbeiläuft, würde viele Kräuter gar nicht erkennen oder sie als Unkraut bezeichnen. Doch vieles, was auch auf unseren Wiesen und Weiden wächst, hat eine medizinische Wirkung. Der Ackerschachtelhalm, der quirlig verzweigte Äste und Blätter ausbildet, wird als Tee bei Harnwegserkrankungen eingesetzt. Kümmel mit Fenchel als Aufguss ergibt ein Mittel bei Magen-Darm-Beschwerden. Und der Kamillentee, ein Klassiker unter den Heilpflanzen, hilft im Winter bei Erkältungen. Auch bei speziellen Beschwerden, Erkrankungen und Schmerzen können Kräuter sehr wirksam sein. Vor allem ist die Bandbreite der Nebenwirkungen deutlich geringer, als bei den meisten synthetischen Wirkstoffen. Zumindest empfinden Probanden Naturwirkstoffe als angenehmer und verträglicher. In dem Sinne: Zurück zu den Kräutern!

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