So beugt man in der kalten Jahreszeit Krankheiten vor

Gut zu wissen : So beugt man in der kalten Jahreszeit Krankheiten vor

Ob nun Schnupfen, rissige Hände oder allgemeine Müdigkeit: Im Herbst und Winter sind viele Menschen erkältet oder fühlen sich anderweitig nicht ganz fit. Dafür sind nicht zuletzt die niedrigen Temperaturen und der Mangel an Tageslicht verantwortlich.

Im Winter ist eine Erkältung nichts Ungewöhnliches. Doch für einige Risikogruppen kann die Infektion mit Erkältungs- oder gar Grippeviren bedrohlich sein und ernsthafte Komplikationen auslösen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zählt dazu Menschen über 60 Jahren, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit bestimmten Grundleiden, Personen mit Immundefekten oder einer HIV-Infektion, Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Schwangere. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für sie eine Schutzimpfung. Sie wird ebenfalls Menschen empfohlen, die aufgrund ihres Berufsalltags ein erhöhtes Risiko haben, sich anzustecken oder andere anzustecken: Zu ihnen gehören etwa medizinisches und Pflegepersonal, Lehrkräfte oder Angestellte im öffentlichen Nahverkehr. Die jährliche Impfung sollte möglichst vor Ende November erfolgen, damit sie vor dem Eintreten der Grippewelle ihre Wirkung entfalten kann.

Für Frauen steigt in der kalten Jahreszeit zudem das Risiko einer Blasenentzündung. Begünstigt wird eine Infektion beispielsweise, wenn man längere Zeit auf einer kalten Fläche sitzt oder bei niedrigen Temperaturen eine kurze Jacke trägt. Eine weitere mögliche Ursache ist ein Mangel an Flüssigkeit. Denn nicht nur in der Sommerhitze ist es wichtig, viel zu trinken: Im Winter braucht der Körper vermehrt Flüssigkeit, um die ständigen Temperaturschwankungen auszugleichen, denen der Organismus durch den Wechsel zwischen warmer Heizungs- und kalter Außenluft ausgesetzt ist. Zudem wird die Beckenbodenmuskulatur bei niedrigen Temperaturen schlechter durchblutet. Frauen, die von Blasenschwäche betroffen sind, leiden dann unter Umständen unter stärkeren Symptomen. Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es auf dieser Expertenseite.

Das größte Organ des Menschen, die Haut, ist ebenfalls von der kalten, meist sehr trockenen Winterluft betroffen. Denn bei weniger als 5 Grad Celsius produzieren die Talgdrüsen der Haut kein Fett mehr, wodurch die Haut trocken und rissig wird. Insbesondere Menschen, die von Neurodermitis betroffen sind, haben in dieser Zeit verstärkt mit den typischen Symptomen zu kämpfen. Cremes mit einem hohen Fettgehalt helfen dagegen.

Zudem hat das fehlende Tageslicht Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Denn während es an einem Sommertag ausreicht, 15 bis 30 Minuten draußen zu verbringen, damit man über die Haut genügend Vitamin D aufnimmt, reicht dazu im Winter kaum ein ausgedehnter Spaziergang aus. Der Vitamin-D-Mangel führt potenziell zu Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Erkältungssymptomen. Zudem ist die Entstehung von chronischen Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteomalazie und Diabetes begünstigt. Vitamin D lässt sich zum Teil über die Nahrung aufnehmen. Es ist beispielsweise in Hering, Lachs, Leber sowie in Eiern, Käse und Butter enthalten. Wer unter Vitamin-D-Mangel leidet, bespricht dies am besten mit einem Arzt, der gegebenenfalls die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten verschreibt.

Gegen viele kältebedingte Beschwerden hilft es, sich ausreichend warm angezogen viel draußen zu bewegen, um den Körper an die niedrigen Temperaturen zu gewöhnen. Dies ist allerdings nicht möglich, wenn man an einer sogenannten Kälte-Allergie leidet. In diesem Fall sollte man Spaziergänge in der Winterkälte vermeiden und draußen stets Mütze, Schal und Handschuhe tragen. Die Ursache für die Kälte-Allergie ist noch nicht bekannt. Zur Behandlung werden üblicherweise Antihistaminika eingesetzt.

Um Beschwerden wie Kopfschmerzen zu vermeiden, sollten bei sehr niedrigen Temperaturen auch gesunde Menschen nicht auf das Tragen einer Mütze verzichten. Um den Körper vor Unterkühlung im Freien und vor Überhitzung in geschlossenen Räumen zu schützen, ist es zu empfehlen, sich nach dem Zwiebelprinzip zu kleiden und die Körpertemperatur durch das Aus- und Anziehen einzelner Schichten zu regulieren. Regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Seife senkt darüber hinaus das Risiko, sich bei erkälteten Mitmenschen anzustecken.

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