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So kommen Jecken gut durch die 5. Jahreszeit

Gesundheit an Fastnacht : So kommen Jecken gut durch die 5. Jahreszeit

berall in der Region laufen sich die Narren warm und es finden Kappensitzungen statt. Es dauert nicht mehr lange, bis am 20. Februar die heiße Phase der diesjährigen Karnevalssession beginnt. Fastnacht: Das bedeutet ausgiebiges Feiern bis in die frühen Morgenstunden - aber auch deftiges, fettiges Essen und viel Alkohol.

Damit die Ess-Kapaden keine unangenehmen Folgen haben, sollten schunkel- und feierwütige Jecken einige Ratschläge befolgen.

Am Martinstag gibt es Gans, an Heiligabend Kartoffelsalat und Würstchen, zu Ostern Lamm - viele festliche Anlässe haben typische Gerichte. Das trifft auch auf die Fastnacht zu. Im Kölner Karneval beispielsweise kommen dicke Bohnen mit Speck oder "Soore Kappes ungerenander" (Sauerkraut, vermengt mit gestampften Kartoffeln) auf den Tisch, in Mainz sind es "Weck, Worscht und Woi". Geschlemmt werden aber nicht nur herzhafte Gerichte, auch Süßes schmeckt den Karnevalisten: Kaum eine Bäckerei, die zur Faschingszeit keine Krapfen, Berliner oder Pfannkuchen anbietet - sogar in Regionen ohne ausgeprägte Karnevalstradition. Für die Moselregion typisch sind außerdem die frittierten und in Zucker gewälzten "Mäusjer".

Die Speisen haben eines gemeinsam: Sie sind allesamt ausgesprochen fett und kalorienreich. Das hat einerseits historische Gründe, denn in der Vor-Kühlschrank-Ära mussten vor der Fastenzeit die Vorräte aufgebraucht werden. Andererseits hat es einen physiologischen Grund: Bekanntermaßen sind die Karnevalstage eine Zeit des Rauschs und es wird viel Alkohol getrunken. Wer vor dem Feiern ausgiebig und fettreich isst, sorgt dafür, dass der Alkohol nicht so schnell ins Blut geht; das Fett hemmt seine Aufnahme. Allerdings bedeutet diese Ernährungsweise während der Fastnachtstage einen Ausnahmezustand für den Körper.

Angesichts des üppigen und fettreichen Essens fürchten viele Jecken um ihre Figur. Dabei ist die Gewichtszunahme nur ein Aspekt davon, was mit unserem Körper passiert. Die reichhaltigen Mahlzeiten belasten vor allem dem Verdauungstrakt. Das kann ganz unterschiedliche Auswirkungen haben: Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall und Sodbrennen gehören zu den häufigsten Beschwerden. Da der Darm beträchtlich zum Wohlbefinden und zur Gesundheit beiträgt, kann dies Krankheiten zur Folge haben. Und die Nebenwirkungen des übermäßigen Alkoholkonsums sind nur allzu bekannt: Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit.

Was können Karnevalsprinzen, Funkenmariechen und Möhnen also besser machen? Die Empfehlung lautet, gut zu frühstücken: Mit einem gesunden Start in den Tag erhält der Körper eine gute Basis. Vollkornbrot mit herzhaftem, aber magerem Belag wie Hähnchenbrust, Quark oder Joghurt, ein Müsli, Obst und Rohkost, dazu Orangensaft - ein solches Frühstück macht lange satt und liefert viele Vitamine und Mineralstoffe. Mit solch einem Tagesauftakt kann man sich dann am Abend guten Gewissens Frikadellen, Pommes und Mäusjer schmecken lassen.

Die Auswirkungen des Alkohols lassen sich eindämmen, indem man viel Wasser trinkt, am besten mineralstoffreiches Mineralwasser. Tipp: nach jedem alkoholischen Getränk ein Glas Wasser trinken. Dadurch wird der konsumierte Alkohol "verdünnt" und es wird insgesamt weniger Ethanol aufgenommen. Die Wasserzufuhr kompensiert außerdem den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust, der durch die vermehrte Urinausscheidung entsteht, für die ebenfalls der Alkohol verantwortlich ist. Zur Katerprävention sollten Jecken auch zwischendurch salzige Snacks wie Erdnüsse oder Oliven essen, hin und wieder an die frische Luft gehen und vor dem Schlafengehen 1 bis 2 Magnesiumtabletten einnehmen.

Wer sich auch Tage nach der Schlemmerei noch unwohl fühlt, sollte alarmiert sein. Denn für eine ohnehin gereizte Verdauung können die Völlerei und der Alkoholkonsum während der Fastnachtstage der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ein Test der Darmflora hilft dabei, sich einen Überblick über den eigenen Gesundheitszustand zu verschaffen. Dies lässt sich mithilfe eines Schnelltests bequem zu Hause durchführen. Zu den Analyseergebnissen gibt es die passenden Ernährungstipps, sodass sich wieder eine gesunde Darmflora aufbauen lässt. Auf jeden Fall ist es wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und sie nicht mit Säureblockern und Schmerztabletten zu betäuben. Denn statt zu helfen, belasten die Medikamente den Darm nur zusätzlich.

So mancher Karnevalist übertreibt es trotz der vielen Tipps. Wie gut, dass am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt. Die 40 Tage kann man dazu nutzen, zur Ruhe zu kommen, sich ganz auf sich zu besinnen und seinem Körper etwas Gutes zu tun. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht darin einen "ersten Schritt zu einer gesundheitsfördernden Ernährung" und empfiehlt drei Diäten und Fastenprogramme.