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Unser Kolumnist Dr. Axel Steinke gibt Tipps bei Schlastörungen.

Kolumne Hauptsache gesund : Unruhige Nächte

Schlafstörungen zählen zu den am häufigsten geklagten Beschwerden in der Hausarztpraxis und scheinen in Häufigkeit und Ausprägung zuzunehmen. Auch die empfundene Beeinträchtigung im Alltag durch einen gestörten und letztendlich nicht erholsamen Schlaf wird häufiger beklagt.

Wir unterscheiden Ein- und Durchschlafstörungen, auch eine Kombination beider Komponenten ist möglich. In der Konsequenz kommt es zu langem Wachliegen, Grübeln, und einem fast zwanghaften Warten auf den Schlaf, das diesen nur umso eher verhindert. So entwickelt sich ein Teufelskreis und die Patientinnen und Patienten beklagen Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, verminderte Leistungsfähigkeit und Niedergeschlagenheit.

Die möglichen Ursachen sind vielfältig, ebenso die angebotenen vermeintlichen Behandlungsmöglichkeiten. Häufig spielt der Konsum von Genussmitteln wie Alkohol, Nikotin, Kaffee und koffeinhaltigen Limonaden eine Rolle, auch zu spätes und zu üppiges Essen abends. Unzureichende körperliche Bewegung und seelische Anspannungen sowie Stressbelastungen sind auf dem Weg zu einem guten und erholsamen Schlaf hinderlich, ebenso manche Medikamente. Auch kann ein gestörter Nachtschlaf Hinweis auf Stoffwechselerkrankungen oder neurologisch-psychiatrische Krankheitsbilder sein. Dies alles gilt es bei langfristigen Problemen ins Kalkül zu ziehen und abzuklären.

Ähnlich variabel wie die Schlafstörung mit ihren vielfältigen Ursachen ist auch der „normale“ Schlaf. Die benötigte Schlafdauer kann von fünf bis neun Stunden reichen, ältere Menschen benötigen meist weniger Schlaf als jüngere. Entscheidend ist letztendlich die Schlafqualität und die resultierende Ausgeruhtheit am Morgen.

Die Behandlung von Schlafstörungen umfasst das Vermeiden von Reizen im Schlafbereich wie Fernseher, Computer, Smartphone und ähnlichem, der Raum sollte gut gelüftet und nicht wärmer als 18 Grad Celsius, besser 16 Grad Celsius, sein. Die Bettwäsche und -decke dürfen weder zu warm noch zu kalt und müssen der Jahreszeit angepasst sein. Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation und „Traumreisen“ sind hilfreich, eventuell auch ein passender Kräutertee oder eine warme Honigmilch am Abend. Der Fernsehen sollte etwa eine Stunde vor dem Zubettgehen ausgeschaltet werden, ein kurzer „Gute-Nacht-Spaziergang“ kann helfen. Schlafmedikamente sind zu meiden und sollten, falls wirklich unumgänglich, nur kurzfristig eingenommen werden (maximal zwei Wochen, möglichst mit freien Tagen). Etwas unmodern, trotzdem hilfreich, kann ein Abendgebet sein.

In diesem Sinne – schlafen Sie wohl und bleiben Sie entspannt, wenn es einmal vorübergehend nicht so klappt.

Dr. Axel Steinke, Hausarzt in Veldenz