Beliebtes Männer-Hobby: Der gemeinsame Jagdausflug

Nicht ohne Jagdschein : Beliebtes Männer-Hobby: Der gemeinsame Jagdausflug

Wie zu Königs Zeiten einmal auf dem Rappen durch die Wälder preschen, den treuen Jagdhund stets dabei, das Horn im Anschlag - viele Männer träumen von diesem machtvollen Gefühl der Freiheit.

Als Herr über die Natur fühlt sich der ein oder andere auch heute noch dazu beflissen, einen Jagdschein zu machen. Denn ohne eine nachgewiesene Qualifikation ist das Jagen in Deutschland verboten. Bei Zuwiderhandlung drohen hohen Bußgelder, im Wiederholungsfall sogar bis zu mehreren Jahren Haft. Wer offiziell und ganz legal jagen möchte, sollte sich also unbedingt vorab der Jägerprüfung unterziehen.

Ein Jagdschein wird in Deutschland von der Jagdbehörde ausgestellt und ist dann in allen Bundesländern gültig. Sogar in manchen europäischen Nachbarländern dürfen Sie mit einem deutschen Jagdschein auf die Pirsch gehen. Um einen Jagdschein erhalten zu können, benötigen Sie in jedem Fall ein einwandfreies Führungszeugnis. Außerdem muss eine spezielle Haftpflichtversicherung für Jäger abgeschlossen werden, für die eine bestimmte Deckung von minimalen Schadensgrenzen vorgeschrieben ist.

Was kostet ein Jagdschein in Deutschland?

Die einzelnen Bundesländer können eigene Regelungen aufstellen, welche Inhalte zum Bestehen der Jägerprüfung beitragen.In den meisten Fällen sind vom Jagdschein-Anwärter 120 Stunden in Theorie und Praxis nachzuweisen. Die Jägerprüfung selbst ist staatlich anerkannt und besteht aus drei Teilen.

Die schriftliche Jägerprüfung

Neben umfangreichen Kenntnissen der einzelnen Wildarten und deren Schonzeiten wird Fachwissen abgefragt zum Umgang mit Waffen und den allgemeingültigen Gesetzesvorschriften zum Waffenrecht und -gebrauch. Es müssen teilweise Multiple-Choice-Fragen korrekt beantwortet werden, bei anderen Aufgaben sind keine Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Der angehende Jäger muss Angaben machen können zu ökologischen Bedingungen wie Wildschadensverhütung, ebenso muss er sich zwingend gut auskennen im Bereich Unfallverhütung.

Die mündlich-praktische Jägerprüfung

In der Regel besteht dieser Teil der Jägerprüfung aus einem Rundgang durch das Jagdrevier. Der Prüfling muss dabei Fragen beantworten zu Land- und Waldbau und seine Kenntnisse Wildbiologie unter Beweis stellen. Außerdem werden beispielhafte Jagdsituationen nachgestellt, die der künftige Jäger beurteilen muss. Zusätzlich muss der Jagdschein-Anwärter beweisen, dass er dazu in der Lage ist, Jagdhunde zu führen. Neben einem sicheren Umgang mit der Jagdwaffe muss außerdem die Beschaffenheit des erlegten Wildes für den menschlichen Verzehr begutachtet werden können und Kenntnisse vorhanden sein bezüglich des hygienischen Umgangs mit den geschossenen Tieren.

Die Schießprüfung

Für die zur Jägerausbildung und zum Jagdschein gehörende Schießprüfung gibt es keine einheitlichen Regelungen. Jedes Bundesland hat hier eigene Vorschriften, bitte informieren Sie sich über regionale Besonderheiten. Allgemein gültig ist jedoch, dass Jugendliche unter 16 Jahren in keinem Fall eine Schießprüfung ablegen können. Einen Jagdschein können sie ab einem Alter von 16 Jahren erhalten, bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres dürfen Jugendliche aber ausschließlich in Begleitung eines erfahrenen Jägers auf die Jagd gehen.

Richtig ausgerüstet für die Jagd

Wer mit Büchse, Flinte und Kurzwaffe erfolgreich geschossen und den Jagdschein erworben hat, wird nun selbst bald das erste Mal losziehen wollen. Die richtige Ausrüstung für die Jagd kann dem Jäger beim Jagen einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Unauffällige Kleidung in Naturfarben und festes Schuhwerk sind dabei ebenso effektiv wie eine passende Jagd-Ausstattung mit Feldstecher, Lockern und natürlich Waffen mit der entsprechenden Munition. Denken Sie auch an einen Insektenschutz! Wenn Sie sich lange im Wald ohne fließendes Wasser aufhalten, kann es zu bösen Infektionen nach Insektenstichen kommen.

Was kostet ein Gewehr?

Die Jagdwaffe kann nach Belieben gewählt werden, lediglich durch das Gesetz wird der Jäger beim Führen von Jagdwaffen eingeschränkt. Für das Jagen in der Nacht empfiehlt es sich, einen Schalldämpfer zu benutzen. Auch bei der Jagd am Tag kann dieser dem Jäger Vorteile verschaffen, da weniger Tiere auf den Schuss aufmerksam werden. Kurzwaffen erhalten Sie je nach Hersteller ab einem Wert von etwa 500,- Euro, für qualitativ hochwertige Waffen fallen Kosten bis zu 3.000,- Euro an. Nach oben ist allerdings beim Waffenkauf meist keine Grenze gesetzt.

Für eine jagdtaugliche Langwaffe können Sie noch einmal um die 200,- Euro dazu rechnen. An einem preisgünstigen Modell können Sie ebenso viel Freude haben, wie an einer hochwertigen Schusswaffe im vierstelligen Bereich. Achten Sie beim Waffenkauf darauf, ein präzises Modell auszuwählen. Idealerweise ist das Gewehr bereits mit einem Zielfernrohr ausgestattet.

Wenn Sie eine Schusswaffe vom Waffenladen nach Hause transportieren möchten, müssen Sie verschiedene Bedingungen beachten. So ist es in jedem Fall verpflichtend, den Waffenschein auf Verlangen vorzuzeigen, der zum Transport einer Waffe berechtigt. Außerdem gelten verschiedene Vorschriften für das separate Befördern von Waffe und Munition, jede Schusswaffe muss auf alle Fälle gesichert sein. Manche Gewehre dürfen nicht am Stück sondern lediglich auseinandergenommen mitgeführt werden.

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