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Online-Shopping:
Betrugsfallen im Netz vermeiden

FOTO: pixabay.com / Firmbee
Weihnachtseinkäufe werden heutzutage vor allem über das Internet getätigt. Aufgrund vielfältiger Schnäppchen-Aktionen und Sonderpreise ziehen viele Verbraucher die Bequemlichkeit des Online-Shoppings den Warteschlangen in Geschäften und Warenhäusern vor. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Online-Betrugsfälle in der Vorweihnachtszeit weiter erhöht.

So werden Kunden beim Online-Kauf getäuscht

Vom Landeskriminalamt (LKA) des Bundeslands Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 9.000 Betrugsfälle in Zusammenhang mit Online-Shopping registriert. Der Gesamtschaden wurde mit circa 6,7 Millionen Euro beziffert. Nach offiziellen Angaben gingen im Jahr 2017 mehr als 70 Prozent der Betrugsfälle auf Online-Betrug zurück. Zu den häufigsten Methoden, mit denen Verbraucher beim Einkauf im Internet getäuscht werden, zählen Identitätsmissbrauch und fingierte E-Mails. Die Wochen vor Weihnachten und Neujahr gelten als besonders gefährlich. Verbraucherschützer raten zu erhöhter Aufmerksamkeit und empfehlen, sich vor dem Einkauf die Webseite des Online-Shops genauer anzuschauen. Ungewöhnlich günstige Preise für Markenartikel sind verdächtig, denn sie können darauf hinweisen, dass es sich bei dem Online-Geschäft um einen Fake-Shop handelt. Diese vermeintlichen Online-Händler bieten ihre Produkte nur zum Schein an. Bei einer Bestellung erhält der Kunde nicht die bestellte Ware, sondern billige Imitationen. Betrüger können sich auch hinter Webseiten namhafter Firmen verbergen. Oft nutzen die Gangster die Webpräsenz bekannter Unternehmen geschickt aus, um mit einer eigenen gefälschten Internet-Verkaufsplattform, die oft schwer von der seriösen Firma zu unterscheiden ist, Online-Einkäufer abzuzocken. Anschließend werden die Kunden zum Bezahlen geschickt auf eine dritte Webseite gelockt. Rechtlich handelt es sich bei einer solchen Vorgehensweise um Betrug. Über Betrug im Internet informiert die Webseite onlinebetrug.net, auf der ein entdeckter Betrug auch gemeldet werden kann. Vorsicht ist beim Online-Einkauf auch geboten, wenn das Geld auf ein ausländisches Konto überwiesen werden soll.


Fake-Shops im Internet entlarven

Falsche Anbieter sind auf den ersten Blick für Laien kaum zu erkennen. Dennoch gibt es bestimmte Merkmale, die einen Fake-Shop von einem seriösen Anbieter unterscheiden. Verbraucherschützer empfehlen deshalb, beim Einkaufen im Internet besonders auf Auffälligkeiten der Internetadresse sowie auf die Zahlungsmöglichkeiten und das Impressum zu achten. Zu den weiteren Kriterien, die einen echten Online-Shop von einem Fake-Shop unterscheiden, zählen falsche Gütesiegel, mit denen sich diese Händler schmücken. Zweifel an der Echtheit ist auch angebracht, wenn Produktbilder und Informationen zu den Artikeln Mängel aufweisen oder kopiert aussehen. Zahlreiche Fake-Shops verfügen jedoch über ein professionelles Erscheinungsbild. Nicht selten verschicken Fake-Shops nach geleisteter Vorauszahlung keine Ware. In vielen Fällen täuschten die Händler Lieferschwierigkeiten vor oder vertrösteten Betroffene auf einen späteren Liefertermin. Die meisten Online-Betrüger agieren aus dem Ausland. Fake-Angebote sind deshalb häufig in mangelhaftem Deutsch geschrieben oder schwer verständlich. Auf ein Impressum wird bei unseriösen Webseiten meist verzichtet, um den Verbrauchern keine Möglichkeit einzuräumen, den vermeintlichen Händler telefonisch oder per E-Mail zu kontaktieren. Das Fehlen eines Impressums ist deshalb ein sichtbares Zeichen für einen Fake-Shop. Kunden, die bereits Geld überwiesen haben, können die Zahlung durch eine entsprechende Mitteilung an ihre Bank rückgängig machen. Bei Zahlung mittels Lastschrift besteht die Möglichkeit, den Betrag bis zu acht Wochen später zurückzufordern. Zur Sicherheit sollten alle Kaufbelege beim Online-Shopping wie Bestellbestätigung und Kaufvertrag bis zum Erhalt der Ware aufbewahrt werden.