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Sich in der eigenen Haut wohl fühlen: Body Positivity

Sich in der eigenen Haut wohl fühlen : Body Positivity

Sich in der eigenen Haut wohl fühlen und dabei keinem Zwang unterliegen, sich einem Schönheitsideal beugen zu müssen - dafür steht der Begriff Body Positivity. Jede Frau soll sein dürfen, wie sie ist. Im Optimalfall fühlt sie sich und ihren natürlichen Körper schön.

Für manche Frau ist es aber bereits ein Gewinn, endlich Frieden mit ihren vermeintlichen "Problemzonen" zu schließen.

Gibt es Perfektion?

Die Models in vielen Werbeanzeigen scheinen perfekt zu sein. Die Proportionen stimmen, die Haut ist makellos, eine glänzende Haarpracht rundet den Anblick ab. Doch die Frauen auf den Bildern sind selten so fehlerfrei, wie die Werbung suggeriert. Durch millimetergenaue Körperhaltungen, ausgefeilte Lichtkonzepte und eine Rundum-Überarbeitung mit teuren Bildbearbeitungs-Programmen haben die veröffentlicht en Fotos nichts mehr mit der Realität gemeinsam.

Viele Frauen sehen zu den außergewöhnlichen Schönheiten auf und vergleichen sich. Das führt zu Frust und Unzufriedenheit, denn die stark bearbeiteten Fotos zeigen eine Welt, die es nicht gibt. Mit Ehrgeiz, finanziellen Investitionen und einem strengen Lebensstil versuchen vor allem junge Frauen und Mädchen, trotzdem irgendwie das optimale Aussehen zu erreichen. Klappt das nicht, weil die Vollkommenheit unerreichbar ist, stellt sich ein starkes Gefühl von Minderwertigkeit ein.

Schwere Last durch vermeintliche Problemzonen

Frauen berichten über so viele "Makel" an ihren Körpern, dass sie sich gar nicht alle aufzählen lassen. Es beginnt mit der Körpergröße: Die einen fühlen sich zu klein, die anderen zu groß. Manche trägt ein tiefrotes Feuermal auf ihrem Schenkel, eine andere hat einen schiefen Zahn. Ein angstbesetztes Thema war schon immer das Altern. Graue Haare, eine schlaffe Haut und Falten sind aber so natürlich wie das Leben selbst.

Ein schwieriges Thema ist außerdem die Körperfülle. Wer nicht wie eine lebende Sanduhr mit den Maßen 90-60-90 lebt, befindet sich aber in guter Gesellschaft. Kaum eine Frau passt in dieses veraltete Körperschema. Viele Frauen besitzen Rundungen und sind stolz auf ihre Kurven, die pure Weiblichkeit ausstrahlen.

Selbstliebe aus einem wohlwollenden Verhältnis zum eigenen Körper schöpfen

Es geht bei Body Positivity nicht darum, alles an sich schön zu finden, wenn man es eigentlich nicht so empfindet. Vielmehr ist entscheidend, dass Frauen ihren Körper annehmen, auch wenn er nicht das Ideal verkörpert. Viele Frauen haben erkannt, dass die gängigen Schönheitsideale unerreichbar sind. Manche halten es auch gar nicht für erstrebenswert, perfekt zu sein.

Durch diesen Wandel der geistigen Einstellung stellt sich bald eine innere Ruhe ein. Frauen kämpfen nicht mehr gegen sich selbst an. Andere haben es dadurch ebenfalls schwer, vermeintliche Makel als Angriffsfläche zu benutzen. Doch manche Frauen finden nicht so einfach den Weg zu dieser Sichtweise. Dann ist eine ganze Body Positivity Bewegung bereit, ihnen den Rücken zu stärken.

Der Weg zu einem gesunden Körperbild

Alle Körper sind liebenswürdig. Es kommt nur auf die innere Einstellung an. Das zeigt das Beispiel der "Tiger Stripes". Besser bekannt sind die weitverbreiteten Hauterscheinungen als Dehnungsstreifen. Doch der exotische Begriff schafft es, sie in einem neuen, freundlicheren Licht darzustellen.

Der viel geäußerte Wunsch nach mehr Body Positivity hat inzwischen auch die Modewelt in Bewegung versetzt. Das klassische Topmodel wird immer häufiger durch natürlichere Frauen ersetzt. Inzwischen gibt es sogar einige Gesichter, die zu ihrem unperfekten Körper stehen und genau deshalb erfolgreich sind, zum Beispiel:

- Ashley Graham (weltweit bekanntestes Model für Plus Size Fashion)

- Angelina Kirsch (Deutschlands bekanntestes Curvy Model)

- Winnie Harlow (Model mit markanten pigmentfreien Hautstellen)

- Swantje Wördemann (Model mit ausgeprägten Sommersprossen)

- Lindsey Wixson (Model mit breiter Zahnlücke)

- Sophia Hadjipanteli (Model mit dunkler Monobraue)

Body Positivity: Frauen stehen füreinander ein

Dank der großartigen Unterstützung so vieler Menschen innerhalb der Body Positivity Bewegung fällt es leicht, seinen Körper so anzunehmen wie er ist. Denn diese Frauen machen klar: Jeder Körper ist einzigartig und verdient Anerkennung. Genauso verdienen sie Kleidung, die zur individuellen Figur passen und zugleich den Typ unterstreichen. Mit zahlreichen Kollektionen der Plus Size Fashion steht kurvigen Frauen heute eine große Auswahl an attraktiven Kleidungsstücken bereit.