Tipps für die Entscheidungsfindung

Logik vs. Intuition : Tipps für die Entscheidungsfindung

Entscheidungen zu treffen ist etwas, was wir täglich tun, im Prinzip sogar minütlich, denn nahezu jede unserer Handlungen basiert auf einer zuvor getroffenen Entscheidung, auch wenn uns das nicht immer so bewusst ist.

Trinke ich ein Wasser oder einen Saft? Mache ich erst die Wäsche oder das Geschirr? Nehme ich das Rad oder gehe ich zu Fuß? Welchen Film schaue ich mir an? Höre ich Musik oder nicht? Diese Aufzählung ließe sich unendlich fortführen. Natürlich ist das aber nicht das, was wir prinzipiell im Kopf haben, wenn wir das Wort "entscheiden" hören. Da denken wir größer: Urlaub in Italien oder in Frankreich? Den neuen Job annehmen oder nicht? Einer OP zustimmen oder nicht? Welche Lottozahlen spiele ich oder versuche ich es lieber mit einer Sportwette, die ich viel besser berechnen und so meine Chancen erhöhen kann? Heiraten oder nicht? Will ich Kinder oder nicht? Welchen Bewerber stelle ich ein?

Forschung bringt erstaunliche Erkenntnisse

Die Forschung hat sich mit diesem Thema in der Vergangenheit ausgiebig beschäftigt, um herauszufinden, ob wir unsere Entscheidungen eher intuitiv oder eher rational treffen und welches von beidem der bessere Weg ist. Dabei sind erstaunliche Ergebnisse zu Tage getreten. Die wohl wichtigste Erkenntnis: In der Regel erfolgen unsere meisten Entscheidungen automatisch und unbewusst. Das hat viel mit Erfahrungen und Wissen zu tun, das in unserem Kopf abgespeichert ist. Unsere Selbstwahrnehmung spielt uns da oft einen Streich. Wir schöpfen so aus der Vergangenheit, ohne es in diesem Moment zu registrieren. Dabei spielt es, wie einige Studien zeigen, auch eine Rolle ob wir eher positiv oder negativ "ticken". Hinzu kommt das Phänomen der sogenannten "Selbsterfüllenden Prophezeiung": Wir entscheiden uns so, dass sich das, was wir ohnehin glauben, auch bestätigt. Wenn jemand glaubt, das "Pech anzuziehen" hat das also weniger mit tatsächlicher Anziehung zu tun als viel mehr mit negativ gepolten Entscheidungen, die wir unbewusst und im Unterbewusstsein fällen.

Wie unser Wissen den Bauch beeinflusst

Oft sprechen wir bei intuitiven Entscheidungen davon, "aus dem Bauch heraus" zu handeln. Das ist nicht nur eine Floskel. Tatsächlich steuert ein Nervengeflecht mit mehr als 100 Millionen Nervenzellen in diesem Teil unseres Körpers unsere Intuition. Dabei führen weit mehr Nervenstränge vom Bauch zum Gehirn als umgekehrt. Apropos Gehirn: Hier haben Forscher herausgefunden, dass wir emotionale, intuitive Entscheidungen mit unserer rechten Gehirnhälfte treffen, während die linke Hälfte unser Bewusstsein steuert und für analytisches Denken zuständig ist. Welche aber sollten wir dann gezielt ansteuern, sofern das überhaupt möglich ist?In vielen Bereichen ist es durchaus möglich, denn manche Entscheidungen erfordern eine lange Entscheidungsphase, in der wir Vor- und Nachteile gegeneinander abwiegen, beratschlagen, uns mit anderen austauschen und uns viel Zeit einräumen. Das sind beispielsweise geschäftliche Entscheidungen für oder gegen einen Bewerber, ein Konzept, einen Deal oder ähnliches. Oder lebensentscheidende Veränderungen wie Trennung, Heirat oder die Geburt eines Kindes. Dennoch sind letztlich vermutlich auch diese Fragen bereits vor unserer eigentlichen vermeintlich rationalen Entscheidung von unserer Erfahrung beeinflusst. Das merken wir zum Beispiel, wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, weil die Logik uns einen Weg aufgezeigt hat, wir hinterher aber "ein schlechtes Gefühl" haben. Und dann gibt es die Situationen, in denen uns gar nicht die Zeit zum Überlegen bleibt. Das können Notfälle sein, in denen innerhalb von Sekunden gehandelt werden muss, Gefahrensituationen, denen wir zu entkommen versuchen oder auch sportliche Momente: Wenn der Torwart den Ball auf sich zukommen sieht, hat er nicht die Möglichkeit, Statistiken auszuloten, Richtig oder Falsch abzuwägen - er muss spontan und somit intuitiv entscheiden.

Entscheiden fällt vielen schwer

Foto: iStockphoto/metamorworks

Ob nun intuitiv oder strategisch durchdacht - viele Menschen tun sich schwer damit, Entscheidungen zu fällen. Oft ist es Angst, die dahinter steckt. Angst, die falsche Entscheidung zu treffen und die Konsequenzen tragen zu müssen. Manchmal auch die Schwierigkeit, den Vorteil zu erkennen, da beide Möglichkeiten viele positive Aspekte beinhalten. Garantien, was richtig oder falsch ist, gibt es nicht, denn unsere Entscheidungen werden oft auch noch durch ganz andere Dinge beeinflusst, die nicht abzusehen waren und den Verlauf verändern. Nichtsdestotrotz gibt es für Menschen, die eher entscheidungsunfreudig sind, ein paar Tipps, die es zumindest manchmal ein wenig leichter machen können.

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