Vier Modesünden, die gar keine mehr sind

Gut zu wissen : Vier Modesünden, die gar keine mehr sind

Wirft man einen Blick in die aktuellen Modekollektionen, staunt man nicht schlecht: Vieles von dem, was Models heute auf Laufstegen und in Katalogen tragen, galt lange Zeit als absolute Modesünde. Farbkombinationen, Stil- und Materialmixe, die früher als billig oder unmöglich galten, sind inzwischen angesagt und trendy.

Die weißen Stiefel

In den 1960er- und 70er-Jahren waren sie nahezu allgegenwärtig und der letzte Schrei - weiße Stiefel, die häufig bis über das Knie reichten. Insbesondere in der Flower-Power-Generation waren sie ein Markenzeichen. Jenseits davon und in den späteren Jahren galten weiße Stiefel allerdings eher als billig und kamen für ein seriöses Outfit nicht infrage. Gewagt sind sie auch heute noch, liegen jedoch wieder richtig im Trend. Ob als Sock-Boots, Cowboy-Boots oder als kurze Stiefelette: Weiße Stiefel ziehen alleine schon wegen ihrer Farbe alle Blicke auf sich. Aus diesem Grund eignen sie sich eher weniger für die Alltags- oder Bürogarderobe, verwandeln aber so manches Abendoutfit zu einem echten Hingucker. Auf keinen Fall sollten sie zu sehr kurzen Kleidern getragen werden, da dieser Look schnell verrucht wirken kann. Zu Maxikleidern, langen Stoffhosen oder zur Jeans passen sie aber ganz hervorragend.

Der Rollkragen-Pullover

Auch der Rollkragen-Pullover erfreut sich wieder größerer Beliebtheit. Lange Zeit hatte er nicht das beste Image, galt wahlweise als exzentrisch oder als spießig. Das hat sich mittlerweile allerdings geändert, vor allem Frauen schätzen ihn. Als modisches Kleidungsstück erlangte der "Rolli" Anfang der 1960er-Jahre Popularität und wurde zunächst hauptsächlich von den Pariser Existenzialisten und den Londoner Beatniks getragen. Ein Blick auf die heutige Auswahl an Farben, Schnitten und Modellen erklärt die große Wandelbarkeit von Rollkragen-Pullovern. Ob aus Wolle, Kaschmir, Baumwolle oder Stretch, ob dünn und enganliegend oder dick und weit: Kleidungsstücke mit Rollkragen lassen sich zu jedem Anlass tragen und halten den Hals schön warm. Figurbetont geschnittene Modelle passen sogar zu Röcken und können sowohl in der Freizeit als auch im Büro zu einem schickeren Outfit getragen werden.

Die Jogginghose

Modezar Karl Lagerfeld soll sich zum Thema Jogginghosen mit den Worten "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren" geäußert haben. Üblicherweise sind die Schlabberhosen aus Jersey-Stoff tatsächlich sportlichen Aktivitäten und dem Fernsehabend auf der Couch vorbehalten, bei allen anderen Gelegenheiten würden sie als unpassend und prollig empfunden. Mittlerweile jedoch hat sich das Image des bequemen Kleidungsstücks gewandelt und es ist auch als Straßenkleidung salonfähig geworden. Selbst Lagerfeld hat sein vernichtendes Statement revidiert und entwarf vor einigen Jahren selbst Mode im modernen "Athleisure-Stil". Der Unterschied zwischen einer alltagstauglichen Hose und einem unpassenden Schlabberlook ist allerdings abhängig vom Rest des Outfits. Gut sieht eine Jogginghose dann aus, wenn sie beispielsweise mit einem edlen Oberteil und schicken Schuhen kombiniert wird. Auch hochwertiger Schmuck bricht mit dem sportlichen Stil und sorgt für einen spannenden Mix aus lässig und elegant.

Schwarz mit anderen Farben kombinieren

Lange Zeit war es ein absoluter Mode-Faux-pas, wenn man schwarze Kleidungsstücke mit blauen oder braunen kombinierte. Heute sind solche Regeln zum Glück passé, denn tatsächlich passen diese Farben ganz hervorragend zusammen. Während Braun und Schwarz aber nur dann richtig gut zusammen aussehen, wenn sich die Farbtöne voneinander abgrenzen, sieht ein tiefes Dunkelblau gepaart mit Schwarz ganz besonders edel aus. Auch bei den meisten anderen Farbkombinationen sind alte Moderegeln nicht mehr gültig. Heutzutage gilt: Verbote sind out, kombinieren ist in!

Mehr von Volksfreund