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Kein Ärger mit dem Aufkleber

Kein Ärger mit dem Aufkleber

Ob großer LKW-Fuhrpark, kleiner Lieferwagen oder Privat-PKW: Wer außerhalb von Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit seinem Fahrzeug in Städten unter wegs ist, stößt vieler orts auf Umweltzonen. Hier braucht der Wagen eine farbige Feinstaubplakette.

Losheim/Trier/Köln. Sie soll unsere Innenstädte vor zusätzlichem Smog schützen, unsere Umwelt entlasten und gleich zeitig an das ökologische Gewissen der Autofahrer appellieren. Seit etwa drei Jahren gibt es die Feinstaub plakette in denFarben Grün, Gelb und Rot. Sie ist - je nach Schadstoffgruppe des Fahrzeugs farblich verschieden - Voraussetzung, um in die sogenannte Umweltzone bestimmter Kommunen zu gelangen. Immer noch sind viele Autofahrer bei Fragen rund um die Öko-Vignette un sicher.

Macher, Menschen + Märkte hat bei Stefan Ehl von der Küs nachgefragt, einer bundesweiten Sachverständigen-Organisation von über 1100 Prüf ingenieuren mit Bundesgeschäftsstelle in Losheim am See (Landkreis Merzig-Wadern).

Zunächst einmal: Das Anbringen einer Plakette, die meist zwischen fünf und zehn Euro kostet, ist keine Pflicht. Wer sich also sicher ist, mit seinem Fahrzeug keine Stadt mit Umweltzone aufsuchen zu wollen, ist nicht verpflichtet, die Plakette anzubringen. In Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es im Übrigen noch keine Stadt mit einer solchen Zone. Eine bundeseinheitliche Regelung existiert nicht.

Besonders viele Umweltzonen weisen Kommunen im Ruhrgebiet und in Baden-Württemberg aus. Dort sind Plaketten Pflicht. In einigen gilt bereits ein Verbot für Fahrzeuge mit roter Plakette, in Berlin und Hannover dürfen sogar nur Fahrzeuge mit grüner (Schadstoffgruppe 4) fahren.

Plaketten sind erhältlich bei allen Werkstätten, die Abgasuntersuchungen anbieten, und bei allen Prüf institutionen. Der einmal gekaufte Aufkleber gilt zeitlich unbefristet. Allerdings muss das KFZ-Kennzeichen deutlich auf der Plakette sichtbar sein. Laternenparker etwa, deren Fahrzeug oft starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, sollten sich ihren Aufkleber also lieber öfter ansehen. Ist das Kennzeichen nicht zu lesen, wird ein Bußgeld von 40 Euro fällig, und es gibt einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Eine neue Plakette muss angebracht werden, wenn das Fahrzeug eine neue Scheibe oder ein neues Kennzeichen erhält. Das Papier ist nämlich selbstzerstörend: Es kann nicht abgenommen und mit neuem Kennzeichen an einem anderen Fahrzeug befestigt werden. Wer unsicher ist, welche Plakette er benötigt, braucht die Abgas-Schlüsselnummer oder bei mit Partikelfilter nachgerüsteten Diesel-Fahrzeugen die sogenannte PM-Norm. Beide Werte finden sich in den Zulas sungs unter lagen.

EXTRA

Wer selbst berechnen will, welche Plakette er benötigt, findet einen Feinstaubrechner auf der Website der Küs unter dem Menüpunkt "Küs interaktiv". Er braucht drei Infor mationen über sein Fahrzeug, um zu erfahren, welche Farbe der Aukleber haben wird. Angegeben werden muss, ob es sich um einen PKW, einen LKW oder ein Wohnmobil bis 2,8 Tonnen handelt. Außerdem die Antriebsart (Otto oder Diesel) und die beiden letzten Ziffern der in der Zulassung angege benen Emissionsschlüsselnummer (steht unter Punkt 14.1 der Zulassungsbescheinigung oder Ziffer 1 des Fahr zeugscheins). Dann ermittelt der Feinstaubrechner die Farbe der Plakette. Zu beziehen sind die Plaketten unter anderem auch über den Tüv, die Dekra sowie die GTÜ. Zudem bieten einige Städte eine Online-Bestellung an. www.kues.de, www.tuv.com, www.dekra.de, www.gtue.de Übersicht über die Umweltzonen: www.umwelt-plakette.de