Mit Investitionen gegen den Trend

Für Hunsrück und Hochwald ist der Nationalpark eine Chance, sowohl der Natur als auch dem Tourismus ein wenig unter die Arme zu greifen und gleichzeitig den Bevölkerungsrückgang zu bremsen.

 Durch den zukünftigen Nationalpark Hunsrück-Hochwald führt der Saar-Hunsrück-Steig. Er ist vor fünf Jahren zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt worden. Foto: Christine Catrein

Durch den zukünftigen Nationalpark Hunsrück-Hochwald führt der Saar-Hunsrück-Steig. Er ist vor fünf Jahren zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt worden. Foto: Christine Catrein

Südlich grenzt der Park fast an das Autobahndreieck Nonnweiler, östlich der Schutzzone liegt die B 41. Und dann ist da auch noch einige Kilometer nördlich der Flughafen Hahn (siehe Grafik Seite 6). Auch wenn es im Zusammenhang mit schützens werter Natur kein wirklich naturnahes Argument ist, so ist die Verkehrsanbindung an den Nationalpark Hunsrück-Hochwald ordentlich. Doch sie hat den Nachteil, dass zwei Bundesstraßen den geplanten Naturschutzpark zerschneiden. Zu sehen ist das vor Ort. Und nachzulesen in einer Ende 2013 erstellten wissenschaftlichen Arbeit von Marie Theres Heinrich, die sich im Rahmen ihres Staats examens am Geografischen Institut der Universität Köln mit dem geplanten Nationalpark näher befasst hat. Dabei stieß sie auf gute Vor aussetzungen: Durch die Lage im Naturpark Saar-Hunsrück und den quer durch den Naturpark verlaufenden Saar-Hunsrück-Steig - 2009 zu Deutschlands schönstem Wanderweg gekürt - sei die Region bundesweit bekannt, heißt es in der Arbeit. Zudem verfügten Hunsrück und Hochwald bereits über größere Tourismusattraktionen, wie beispielsweise die Umwelt bildungs- und Wintersporterlebnisstätte Hunsrückhaus am Erbeskopf. Unterm Strich habe der Nationalpark damit eine gute Basis. Jedoch sei die touristische In frastruktur insgesamt noch stark ausbaufähig."Besonders schützenswert"

Dass sich Hunsrück und Hochwald für einen Nationalpark eignen, dieser Meinung ist erwartungsgemäß auch der Freundeskreis Nationalpark Hunsrück, der vergangenen Sommer gegründet wurde. "Der Hunsrück ist als Waldnationalpark prädestiniert und besonders schützenswert, da hier noch großflächig natürliche Vorkommen der Buche anzutreffen sind", argumentiert der Verein auf seiner Homepage und verweist auf die zahlreichen altholzreichen Wälder, Biotope und naturnahen Mittelgebirgsbäche.Doch so schön die Natur auch ist: Der Hunsrück kämpft wie andere ländliche Regionen stark mit dem demografischen Wandel. Betroffen ist davon vor allem der Landkreis Birkenfeld, in dessen Gebiet etwa 73 Prozent der Fläche liegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamts ist dort die Bevölkerung von 1970 bis 2008 um fast neun Prozent zurückgegangen. Und nach Schätzungen der Landes regierung wird die Zahl der Einwohner bis 2030 um weitere 15 Prozent sinken. Der neue Nationalpark soll diesem Trend durch Investitionen in Infrastruktur und Tourismus entgegenwirken. Neben Zuschüssen für Einzelprojekte will das Land Rheinland-Pfalz außerdem nach eigenen Angaben jährlich 1,5 Millionen Euro für den Park im Haushalt bereitstellen - zur Deckung der Personalkosten und zur Finanzierung von (zunächst) drei neuen Stellen. uhe www.freundeskreisnational parkhunsrueck.de

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