Cloud Computing: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Technik : Cloud Computing: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Die Nutzung von Cloud Services hat für Unternehmen viele Vorteile: IT-Ressourcen oder -Anwendungen werden bedarfsgerecht und günstig über die Cloud bezogen. Allerdings gilt es bei der Anbieterwahl einiges zu beachten. Unser Ratgeber erklärt die entscheidenden Faktoren für sicheres Cloud Computing.

Clouds werden branchenübergreifend für immer mehr Unternehmen zum Stützpfeiler von professionellen Webangeboten und der firmeninternen IT-Infrastruktur. Doch hinter der markanten Wolkenmetapher verbirgt sich ein Geflecht aus unterschiedlichen Services, das Laien schnell ratlos zurücklässt. Unterschiedliche Definitionsansätze sorgten lange Zeit zusätzlich für Verwirrung. Doch eine Definition des US-amerikanischen National Institutes of Standards and Technology (NIST) bündelt inzwischen die unterschiedlichen Ansätze und sorgt für eine international weitgehend akzeptierte Definition. Diese unterscheidet drei Service-Formen, die für Unternehmen verschiedene Vorteile bieten.

Zunächst gibt es Infrastructure as a Service (IaaS). Dabei mieten Nutzer IT-Ressourcen eines Rechenzentrums. Der Vorteil liegt auf der Hand: Anbieter für IaaS-Cloud-Computing, wie zum Beispiel das in Berlin ansässige Unternehmen ProfitBricks, ermöglichen eine bedarfsgerechte Skalierung von IT-Ressourcen wie Prozessoren, RAM oder Storage und nehmen Unternehmen zugleich die Wartung der Server ab. Die Firmen sparen personalintensive Serverwartungen sowie Kosten, da sie nur bezahlen, was sie tatsächlich benötigen.

Darüber hinaus gibt es auch Platform as a Service (PaaS). Solche Angebote bauen in den meisten Fällen auf IaaS auf und ermöglichen es, Anwendungen über die Cloud zu entwickeln und zu testen. Anwender lagern lediglich ihre Programmlogik in die Cloud aus, diese wiederum fungiert gewissermaßen als Programmierschnittstelle und kümmert sich um die Verteilung der zu verarbeitenden Daten. Die Vorteile sind laut einer Definition des Onlinemagazins Gründerszene, dass Entwickler-Teams standortunabhängig arbeiten können, ohne sich um die Administration von Hardware, Netzwerk oder des Systems sorgen zu müssen.

Als drittes Service-Modell erfreut sich Software as a Service (SaaS) zunehmender Beliebtheit. Hierbei können Anwender ohne Umschweife direkt auf Software zugreifen, die in der Cloud ausgeführt wird. Der Vorteil ist, dass Anwendungen nicht mehr gekauft und auf lokalen Rechnern installiert werden müssen. Stattdessen sorgt das SaaS-Modell dafür, dass Software entweder kostenlos oder mittels eines Abos direkt über den Webbrowser ausgeführt wird. Eines der prominentesten Beispiele ist Google Docs.

Welches Modell man wählt, hängt ganz vom individuellen Bedarf einer Firma ab. Oftmals nutzen Firmen auch mehrere As-a-Service-Varianten parallel. In jedem Fall schließen sich die drei Typen keinesfalls aus!

Datenschutz und -sicherheit sind entscheidend

Ganz gleich ob ein Unternehmen eine ganze IT-Infrastruktur, Software oder einfachen Speicherplatz über die Cloud bezieht: Entscheidend bei der Wahl eines Anbieters sind neben dem Funktionsumfang in allen Anwendungsszenarien die Sicherheit der Daten sowie die Datenschutzbestimmungen, auf deren Grundlage die zumeist sensiblen Daten in der Cloud gespeichert werden. Welches Datenschutzgesetz gilt, hängt davon ab, wo sich der Anbieter und seine Rechenzentren befinden. So behandelt ProfitBricks - mit Rechenzentren in Karlsruhe und Frankfurt am Main - Daten nach dem strengen deutschen Datenschutzgesetz. Cloud-Anbieter mit Sitz in den USA können demgegenüber von US-Behörden dazu aufgefordert werden, Daten herauszugeben. Die gesetzliche Grundlage dafür bildet der sogenannte Patriot Act. Weitere Informationen dazu enthält dieser Artikel von heise.de. Unternehmen sollten daher darauf achten, dass sie sich einen Anbieter mit Sitz in Deutschland suchen.

Zudem ist die Sicherheit der Rechenzentren von entscheidender Bedeutung: Wichtige Kennziffern sind beispielsweise die ISO-Zertifizierungen 27001 oder 9001. Damit Daten nicht - beispielsweise durch höhere Gewalt - verloren gehen, sind umfassende Sicherheitsmaßnahmen in den Rechenzentren wichtig: ProfitBricks arbeitet beispielsweise nach dem Prinzip der "doppelten Redundanz". Das heißt, dass Daten nicht nur an einem Ort, sondern gespiegelt in einem weiteren Rechenzentrum gesichert werden. Etwaige Ausfälle sorgen - falls sie überhaupt auftreten - nicht für einen Datenverlust oder dafür, dass die Website oder der Onlineshop des Nutzers offline geht. Wenn ein Unternehmen solche Sicherheitsaspekte bei der Wahl des Anbieters beachtet, ist Cloud Computing im Vergleich zu einer eigenen Serverlösung oftmals sicherer, günstiger und komfortabler.

Mehr von Volksfreund