Das Online-Glücksspielgesetz in Deutschland ist gar nicht so einfach

Spielen am Automaten und Casinogames : Das Online-Glücksspielgesetz in Deutschland ist gar nicht so einfach

Das Glücksspielgesetz ist verwirrend und wurde mehrere Male neu verfasst. Selbst im Jahr 2019 gibt es noch Unklarheiten und Grauzonen.

Der ursprüngliche Glücksspielstaatsvertrag wurde vom Europäischen Gerichtshof 2010 als nicht EU-konform befunden. Auch beim Vertrag im Jahr 2008 gab es Konflikte. Am 16. März 2017 wurde dann der bereits 2. Glücksspielstaatsvertrag ins Leben gerufen, der aber im darauffolgenden Oktober gleich wieder vom Bundesverwaltungsgericht kritisiert wurde und nie in Kraft trat, da nicht alle Beteiligten zustimmten. Die Schwierigkeit bei der Verabschiedung eines solchen Gesetzes besteht schon allein durch die Tatsache, dass der Vertrag von allen 16 Bundesländern unterschrieben werden muss. Hinzukommt, dass das EU-Recht weitere Bedingungen aufweist.

Das beliebte Glücksspiel und lukrative Angebote

Viele Bürger nehmen in ihrer Freizeit gerne am Spielen von Automaten und Casinogames teil. Für Kunden haben viele Online-Glücksspiele neben den potenziell hohen Gewinnen oft eine Reihe von Vorteilen: Verschiedene Angebote und Boni locken bei zahlreichen Anbietern. Es gibt u. a. Freispiele, die gratis Spins an den Slots erlauben, und Bonusgelder, bei denen der Nutzer ein gratis Budget vor dem Start zur Verfügung gestellt bekommt. Meist ist dafür eine Anmeldung und eine Einzahlung nötig, manchmal haben Besucher aber Glück und finden ein Casino ohne Einzahlung. Diese werden auch manchmal "No Deposit Bonus" genannt und zählen zu den beliebtesten Boni. Ein Spieler kann hier mit einem bestimmten Betrag die Spiele testen und - anders als bei Demoversionen - auch Gewinne einstecken. Es gelten Umsatzbedingungen und es ist immer am besten, die Angebote vorher zu vergleichen.

Streit um die Gesetzeslage

So sehr sich die Anbieter auch um vorteilhafte Kundenlösungen bemühen und viele Bürger die Spiele lieben, die Gesetzesgeber sind sich einfach nicht einig. Beim ersten Glücksspielstaatsvertrag, der 2008 in Kraft trat, war es zum Beispiel privaten Lotterie- und Sportwettenanbietern verboten, ihre Spiele in Deutschland zu betreiben. In einigen Fällen wurden Ausnahmen gemacht. Der Europäische Gerichtshof wehrte sich aber gegen das Urteil, da es nicht mit den Regelungen der EU übereinstimme. Das Bundesverwaltungsgericht beklagte auf der anderen Seite, dass der Text die Regeln für Sportwetten im Internet und die für die Online-Casinos nicht gleich genug behandelt und daher gegen das Verfassungs- und Unionsrecht verstößt.

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