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Der Attentäter schlägt wieder zu

Der Attentäter schlägt wieder zu

Sind die Erinnerungen unserer Vorfahren in unseren Genen abgespeichert? Die Animus-Theorie des Schweizer Psychologen Carl Gustav Jung (1875 bis 1961) ist die Basis von Assassin's Creed: Bloodlines. Gran Turismo setzt den Spieler hinters Steuer von unbezahlbaren Traumwagen.

Trier. Im Fachjargon heißen sie "Handhelds", weil man sie problemlos in die Hand nehmen und in Bus, Bahn und anderen freien Minuten mobil spielen kann. Sonys Playstation Portable ist die grafisch leistungsfähigste der mobilen Konsolen - was die beiden aktuellen Titel Gran Turismo (Sony) und Assassin's Creed: Bloodlines (Ubisoft) deutlich zeigen.

Assassin's Creed: Bloodlines: Desmond Miles ist auf den ersten Blick eher Durchschnitt. Nicht besonders gut aussehend, beruflicher Erfolg ist nicht in Sicht. Dennoch ist Desmond sehr wertvoll: Er ist der direkte Nachfahre eines mordsgefährlichen Burschen, der im Jahre 1191 während des Dritten Kreuzzugs im Heiligen Land aktiv war - als Attentäter. Die Erinnerungen dieses Mannes, sein Name war Altair, sind in Desmonds Genen gespeichert, und der "Animus", ein an einen Kernspin-Tomographen erinnerndes Gerät, kann diese Erinnerungen aktivieren und wieder erlebbar machen.

So begann Assassin's Creed - ein Actiontitel, mit dem Ubisoft 2008 am Softwaremarkt großen Eindruck machte. Die Steuerung des Attentäters Altair im Jerusalem des Jahres 1191 war grafisch und atmosphärisch ein Erlebnis. Minuspunkte gab es allerdings für die zu einfachen Kämpfe, sich zu oft wiederholende Missionselemente und ein völlig blödsinniges Ende.

Assassin's Creed: Bloodlines erzählt die Geschichte direkt nach den Ereignissen des ersten Teils. Altair verfolgt seine Erzfeinde, die Tempelritter, die sich aus dem Heiligen Land zurückziehen, um nach Zypern zu fliehen. Der Assassine bewegt sich auf der Playstation Portable agil und fließend durch die Spielumgebung. Altair und seine Spielewelt sind ausgezeichnet gerendert und bringen die Hosentaschen-Playstation bis an die Grenzen ihrer grafischen Leistungsfähigkeit. Zwar sind Hintergründe und Spielverlauf simpler strukturiert als in der Version für die großen Konsolen, aber als schnelles Spiel zwischendurch macht die Steuerung Altairs unverändert Spaß.

Gran Turismo: 800 original lizenzierte Autos und 30 reale und fiktive Kurse, darunter auch die Nordschleife, sind eine gute Ausgangsbasis für die erste mobile Version von Sonys Gran-Turismo-Reihe, die seit ihrem Start 1997 mehr als 50 Millionen Käufer gefunden hat. Und auch auf Sonys kleiner Konsole wird nach den ersten beiden Spielminuten deutlich, dass ein Gran-Turismo-Titel untrennbar mit edelster Optik und detailliert nachgebildeten Traumwagen verbunden ist, die über malerische Strecken rasen. Gran Turismo ist ideal, um staunenden Freunden oder Angehörigen mal kurz zu zeigen, was die kleine Playstation Portable grafisch drauf hat.

Die Spielmechanik der mobilen Raserei ist wesentlich simpler als die der großen Varianten. Weder gibt es einen Karrieremodus noch in die Tiefe gehende Tuning-Optionen. Doch die schnelle Runde zwischendurch und unterwegs war noch nie schöner.

Playstation Portable

Seit dem Verkaufsstart im Jahr 2004 wurden weltweit 51 Millionen Geräte verkauft. Die Konsole hat ein 95 mal 54 Millimeter großes Display im 16:9 Widescreen-Format. Der TFT-LCD-Schirm kann eine Auflösung von 480 mal 272 Pixel verarbeiten. Die PSP liest ausschließlich Spiele- und Film-Disks im UMD-Format, kann aber auf einem Memory-Stick gespeicherte Filme und Musikvideos, die man vorher in das Format MPEG 4 konvertieren muss, wiedergeben. Die aktuellen Versionen sind die PSP-3000 und die PSP-Go ohne UMD-Laufwerk mit einem 16 Gigabyte umfassenden Flash-Speicher. (jp)