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Der König aller Bösewichte

Der König aller Bösewichte

Mit dem dritten Teil der Fable-Serie von Entwickler-Legende Peter Molyneux (Populous, Magic Carpet, Dungeon Keeper, Black and White) greift Microsoft das Weihnachtsgeschäft an. Activision hält mit Star Wars: The Force Unleashed 2 dagegen und setzt dabei auf die Anziehungskraft des Königs aller Bösewichte: Darth Vader.

Das tiefe Brummen der Lichtschwerter und das Unheil verkündende Zischen von Darth Vaders Atemmaske gehören zu den berühmtesten Soundeffekten der Kinogeschichte. Die Marke Star Wars, in Deutschland 1978 als Krieg der Sterne gestartet, ist heute ein prägendes Segment der Unterhaltungsindustrie. Auch der Spielemarkt setzt auf das Heldenmärchen von George Lucas. In Activisions Actiontitel "The Force Unleashed 2" hat der Krieg der Sterne allerdings alles Märchenhafte abgelegt und setzt auf bombastische Effekte, Lichtschwert-Duelle und hohes Tempo.

Kampfmaschine mit Identitätskrise



Der Held des Spiels ist die an einer satten Identitätskrise leidende Jedi-Kampfmaschine Starkiller. Er schwingt seine beiden Lichtschwerter wie einst Steffi Graf den Tennisschläger, kann Menschen und Objekte durch die Gegend schleudern und bewegt sich wie Spider-Man.

Starkiller legt sich mit dem Imperium an. Die Militärdiktatur ist im Star-Wars-Universum die Inkarnation des Bösen, repräsentiert durch ihren finstersten Vertreter: Darth Vader. Starkillers Motive sind Bestandteil einer wirren Geschichte um existenzielle Fragen. Bin ich ein Klon oder ein Original? Bin ich gut oder böse? Wer bin ich überhaupt? Die gute Nachricht: Der Spieler kann diese Story komplett ignorieren und sich auf hervorragend inszenierten Kampfsequenzen konzentrieren. Starkiller wirbelt wie ein tollwütiger Balletttänzer durch die gegnerischen Heere und zerlegt dabei nach Belieben die oft komplett zerstörbare Umgebung. Die starke Präsentation kann jedoch Schwächen nicht überdecken: Die Kampfelemente wiederholen sich, die Gesamtspielzeit ist mit knappen sechs Stunden viel zu kurz. Star-Wars-Fans können dennoch einen Blick riskieren.

Auch Microsoft lässt seinen Helden in Fable 3 zum Kampf antreten. Albion ist ein Märchenreich, in dem Magie so selbstverständlich vertreten ist wie die Schwerkraft. 50 Jahre sind seit den Ereignissen im 2008 erschienenen Fable 2 vergangen. Nach einem witzigen Intro, das sich um ein Huhn und seinen Kampf gegen sein Schicksal als zweiten Gang dreht, startet der Spieler als jüngster Sohn des Helden aus Fable 2. Junior muss sich gegen das korrupte Königshaus erheben, das mittlerweile das Volk von Albion quält und ausbeutet. Familienzwist pur, denn auf dem Thron sitzt der ältere Bruder. Schade, dass er sich zu einem paranoiden Monster entwickelt hat.

Der Spieler wandert in Third-Person-Ansicht durch diese Märchenwelt, löst Rätsel, bestreitet Kämpfe, entwickelt sich zum mächtigen Wesen im Kampf Gut gegen Böse. Das Kampfsystem hat sich nicht verändert und erfordert nicht besonders viel Finesse.

Die Fortschritte, die Fable 3 mitbringt, bemerkt der Spieler erst nach einiger Zeit. Denn das Spiel merkt sich, welche Kampfart - Magie, Nah- oder Fernkampf - der Spieler bevorzugt und stattet diese Waffen mit einem optischen Extra aus. So beginnt das Schwert zu glühen wie Frodos Waffe Stich auf seiner Reise nach Mordor.

Der Spieler stellt sein Handeln infrage



Die Entscheidungsfreiheit zwischen Gut und Böse hat Molyneux' Spiele immer schon geprägt. Auch in Fable 3 kann der Spieler als edler Retter oder übler Schurke auftreten. Er muss zudem Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen er manchmal erst wesentlich später im Spiel erfährt.

Der Effekt ist ebenso interessant wie ungewöhnlich: Der Spieler stellt sich und sein Handeln ständig infrage. Was wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte? Die Eckpfeiler von Fable 3 verdienen Höchstnoten: Von der Grafik über den starken Soundtrack bis zur Darstellung der Figuren spielt der Titel in der Champions League.

Extra

Star Wars: The Force Unleashed 2: veröffentlicht von Activision, erschienen für Xbox 360 (getestet), Playstation 3 und Playstation Portable, Nintendo Wii und DS, PC. Frei ab 16. Fable 3: veröffentlicht von Microsoft, erschienen für Xbox 360. Frei ab 16.