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Geschichts-Podcast "Porta - das Tor zur Geschichte": Über den Untergang Roms und Salvian von Marseilla

Porta - das Tor zur Geschichte : History-Podcast: Salvian und der Untergang Roms - Was der antike Zeitzeuge über Trier berichtete

Der Untergang des römischen Imperiums: Was spielte sich damals eigentlich genau ab? Wie bekam die ehemalige Kaiserresidenz Trier die Folgen des Niedergangs zu spüren? Und was hat der Zeitzeuge Salvian von Marseille aus dieser Zeit zu berichten? Das und mehr erfahrt ihr in unserem Podcast.

Jahrhundertelang beherrschte das Römische Reich den Mittelmeerraum. Seine Legionen stießen bis nach Mesopotamien und an den Rhein vor. Und dann, im fünften Jahrhundert nach Christus, kollabiert das Imperium, das unter anderem von Trier aus regiert wurde. Doch warum? Und war es tatsächlich ein Untergang?

Mehr über das Thema erzählt Dr. Korana Deppmeyer, Archäologin am Rheinischen Landesmuseum Trier und eine der Macherinnen der jüngst zu Ende gegangenen Landesausstellung zum Untergang des Römischen Reiches, in unserem Podcast.

Mehr zum Thema „Untergang des Römischen Reiches“

Was waren die Gründe für den Untergang des Römischen Reiches, wie sah es zuvor in Trier aus? Der Trierische Volksfreund hat mit Archäologen, Historikern und Museumschefs über das Ende des Reiches und seine Folgen für Trier und der Region gesprochen. Hier finden Sie alle Beiträge unserer Serie auf einen Blick

Wer war Salvian von Marseille? Der Kirchenmann wurde etwa um das Jahr 400 nach Christus geboren und starb wohl nach 480. Er entstammte einer romanischen Oberschicht aus Trier oder Köln und wandte sich dann aber einem Mönchsleben im Süden Galliens zu. Salvian erlebte die Umwälzungen der Zeit der sogenannten Völkerwanderung und des Niedergangs Roms. Um 450 nach Christus verfasste er die Schrift „De Gubernatione Dei“ (Von der Herrschaft Gottes), in der er seinen christlichen Mitmenschen eine mangelnde Moral vorwarf im Vergleich zu den siegreichen Barbaren - und zugleich auch konkret Bezug nimmt auf mehrmalige Plünderungen von Trier. Die Schrift „De Gubernatione Dei“ lässt sich in einer älteren deutscher Übersetzung auf den Seiten der Theologischen Fakultät der schweizerischen Universität Freiburg digital abrufen.

Als der Dom brannte ... aber wegen germanischer Plünderer? Das ist archäologisch nicht belegt. Fakt ist, dass der ab 310 nach Christus errichtete monumentale Kirchenbau der Christen des römischen Trier im Verlauf des Niedergangs durch ein Feuer zerstört worden ist. Eine eindrucksvolle 3D-Animation im Museum am Dom zeigt die antike Anlage und ihre Zerstörung aus verschiedenen Blickwinkeln. Mehr Informationen zum Trierer Dom gibt es auf den Seiten der Dominfornation sowie in unserer Bilderstrecke, die verschiedene Bauelemente und Einrichtungen des Doms vorstellt.

Wo kann ich mehr zur römischen Geschichte von Trier erfahren? Dafür eignen sich unter anderem gleich zwei Museen in Trier: Zu nennen ist das Rheinische Landesmuseum mit seiner umfangreichen Sammlung an archäologischen Funden aus der Region sowie das Museum am Dom, welches die Ausgrabungsstätten rund um den antiken Kirchenbau und St.Maximin behandelt. Die römische Geschichte der Stadt ist zudem Thema zahlreicher Angebote der Dominformation und der Tourist-Information der Stadt. Trier kann sich rühmen, gleich mehrere antike Bauwerke als UNESCO-Welterbe zu besitzen. Eine Übersicht gibt es in unserer Fotostrecke.

So war die Ausstellung zum Untergang des Römischen Reiches: Infos und Eindrücke von der vergangenen Ausstellung, die an drei verschiedenen Standorten in Trier stattfand (plus einer Sonderausstellung im Stadtarchiv Trier) gibt es auf den Seiten des Museums am Doms, des Stadtmuseums Simeonstift Trier, der Schatzkammer im Stadtarchiv Trier und im Rheinischen Landesmuseum. Ein umfangreicher Begleitband des Landesmuseums beinhaltet mehrere Aufsätze verschiedener Experten, darunter Korana Deppmeyer, zu Aspekten der römischen Spätantike. Das umfangreiche Werk ist in den Museumsshops zwar derzeit ausverkauft, Restbestände sind laut Angaben des Museums aber eventuell noch im Buchhandel zu finden (ISBN 9783806244250). Auch der Band zur ergänzenden Ausstellung im Stadtmuseum, „Das Erbe Roms“, ist derzeit vergriffen. Der Begleitband des Museums am Dom zur Ausstellung „Im Zeichen des Kreuzes“ ist im Buchhandel erhältlich (ISBN: 9783945768235).

Ein Projekt mit Studenten der Universitäten Trier und Luxemburg hat sich ebenfalls des Unterganges angenommen. Motto: Wie kann man ihn einmal anders erzählen? Die Studenten wurden aufgefordert, nach Lust und Laune Objekte aus den drei Ausstellungen auszuwählen und mit eigenen Worten zu beschreiben. Die Beiträge der Studenten lassen sich in einem Blog der Uni Trier aufrufen. Betreut wurde das Projekt von den Dozenten Andrea Binsfeld, Christian Rollinger und Patrick Reinard. So nahm einer der Autoren ein Ausstellungsstück, einen römischen Paradehelm, zum Anlass, einen fiktiven Brief eines Soldaten zu verfassen.

Attila der Hunne: Wer da an die furchteinflößende Figur aus dem Hollywood-Film „Nachts im Museum“ denkt, bekommt das typische Bild des Hunnenherrschers präsentiert: Ein Kämpfer und Barbar. Tatsächlich war Attila (gestorben 453 nach Christus) ein Herrscher, der im fünften Jahrhundert in einer wechselhaften Beziehung zum West- und Oströmischen Reich stand. Mal erhielt er Tribute von den Römern, mal lag er im Krieg mit ihnen. Die Hunnen waren ein aus Asien nach Osteuropa eingedrungener Reiterstamm, der nach gängiger Überlieferung mit seinem Erscheinen im Jahre 375 nach Christus die sogenannte Völkerwanderung auslöste und an der Donau ein Machtzentrum begründete. Attila wollte am Reichtum des Imperiums partizipieren - und sein Feldzug im Jahre 451 nach Christus Richtung Gallien lag auch darin begründet, dass der König der Hunnen auf einen Hilferuf einer Partei am weströmischen Kaiserhof reagierte und den Feldherrn des weströmischen Reichsteil, Flavius Aetius, herausforderte. Die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern im Zentrum des heutigen Frankreichs endete unentschieden. Im Zuge dieses Feldzuges ist möglicherweise auch Trier von hunnischen Kräften gestreift worden.

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