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Moderne
Ist der Mensch Sklave der Technik?

Wir Menschen brauchen sie, lieben sie und hassen sie: die Technik.

Ist es vorstellbar, dass wir heute ein Auto ohne automatische Fensterheber, Einparkhilfe oder das fernbedienbare Türschloss erwerben? Viele Verbraucher finden kaum noch ein Fahrziel, ohne es vorher ins Navigationssystem einzugeben, im Wissen: Hier finde ich sicher zu meinem Ziel. Noch vor 15 Jahren war das "Navi" eine einzigartige Neuheit, die sich nur Manager leisten wollten, die oft dienstlich mit dem Firmenwagen unterwegs waren. Bald schon werden wir alle in Autos fahren, die uns Menschen fast komplett ersetzen. Das selbst fahrende Auto ist die Zukunft - schaltet es gar den Verstand der Menschheit aus?

Technik ist Fluch und Segen zugleich. Der technische Fortschritt erleichtert uns sehr vieles im Leben. Die Kinder von heute wachsen mit dem Smartphone auf. Ist es sinnvoll, dabei nur auf Instagram, Facebook, Snapchat und Co zu setzen?

Heute beleuchten wir das Thema Technik näher. Wie können wir Menschen alle technischen Innovationen so nutzen, dass wir dabei nicht verdummen und seelisch verarmen?

Gegen technische Innovationen

Es gibt Menschen, gerade in der Generation 60 Plus, die wehren sich gegen alle technischen Hilfen, die der Fortschritt mit sich bringt. Das Smartphone ist "ein Teufelswerk", die Bezahlung mit der Kreditkarte im Supermarkt in ihren Augen "sinnlos wie ein Kropf". Diese Menschen brauchen keinen Computer zu Hause und würden am liebsten nur noch auf die Post setzen, die der Briefträger einmal am Tag persönlich bei einem Plausch im Garten bei Ihnen abgibt. Hierbei gilt nur eines zu sagen: Leute, die Zeit hat sich geändert. Im Zeichen der Emails ist es mehr als fortschrittlich, wichtige Botschaften per Mail zu verschicken. Auch die Post macht Fehler, oder?

Die Einparkhilfe bringt, gerade für ältere Menschen, viele Vorteile und durch den technischen Fortschritt beim Auto wird der ein oder andere Unfall vermieden. Unser Smartphone bietet Erleichterung, wenn wir im Supermarkt Preise vergleichen oder ermöglicht uns eine zeitnahe Kommunikation untereinander, die vor vielen Jahren noch nicht möglich war. Nicht zu glauben - mit dem Smartphone können wir arbeiten und uns die Zeit im Wartezimmer des Arztes auf eine sinnvolle Art und Weise vertreiben.

Fassen wir es zusammen - die Menschheit entwickelt sich weiter. Stillstand ist der Tod - diese These galt schon in der Nachkriegszeit und macht unsere Gesellschaft auch heute aus. Gut so! Wo wären wir als Wirtschaftsmacht Deutschland sonst geblieben?

Nichts geht ohne Smartwatch

Betrachten wir uns das andere Extrem der Menschheit: Die in die Technik verliebten Menschen, die ohne ihr Smartphone neben dem Bett in der Nacht nicht einschlafen können. Natürlich gehört auch die Smartwatch in ihr Leben, wie das Fitness-Armband zu ihrem Handgelenk. Diese Sorte von Menschen blickt beim Laufen nicht auf die Straße, sondern auf die Smartwatch, das Armband oder das Mobiltelefon. Es gibt immer etwas zu regeln und zu tun. Das Fitness-Band am Abend sagt uns: "Du hast erst 1570 Schritte geschafft und dabei 136 Kalorien verbrannt!" Schon macht sich ein schlechtes Gewissen beim Technik-Freak breit, ohne dass er die Zeit findet, wirklich an die frische Luft zu gehen und die so wichtigen Schritte zu laufen. Kann man hier noch abschalten vom Alltag?

Nein, keine Zeit. Schließlich muss der Verbraucher noch auf Twitter ein paar Pics posten und seine Mails checken. Außerdem hat er auf Instagram heute noch nicht kundgetan, wie sein Tag so verläuft. Dabei blinkt auf der Watch schon der nächste Termin: Die Mama hat Geburtstag, es muss noch ein Geschenk besorgt werden. Anstatt im Geschäft sich ein liebevolles Präsent für die Mutter auszusuchen, wird per Sprachsteuerung und App entschieden, den Blumenstrauß per Bote überbringen zu lassen. Ob sich Mutti nicht mehr über das persönliche Erscheinen ihres Sohnes freuen würde?

An diesem Beispiel ist leicht zu erkennen: Als Sklaven der Technik agieren wir im Alltag, ohne unsere Gefühle noch wahrzunehmen, geschweige denn, sie auszuleben. Wohin mag diese Lebensweise noch führen?

Sport und Technik

Sport ist soweit eine gesunde und wichtige Freizeitbeschäftigung. Wir trainieren, schwitzen und powern uns aus. Mehr Informationen zum Thema Sport sind hier zu finden: Sportwettenbonus.de

Wer kennt es nicht von der Kindheit, dass man unbeschwert im Dörfchen getollt hat, um Fußball zu spielen? War es nicht genial, verdreckt, hungrig und verschwitzt zu Hause erst einmal die Dusche zu genießen, um sich dann von Mama die leckeren Spagetti mit Tomatensauce servieren zu lassen? Daneben haben wir in der Familie begeistert erzählt, dass das Fußball-Spiel gegen das Nachbardorf gewonnen wurde und man sogar ein Tor geschossen hat. Die Familie saß zusammen und hat sich über die kleinen Erfolge der Kinder gefreut. Nach dem sportlichen Tag des begeisterten Jungen wurde gemeinsam ein Brettspiel gespielt oder zumindest "Wetten dass..." geschaut. Sport und Familie - diese Dinge gehörten einfach zusammen.

Wie sieht es heute aus, wenn die Kids von heute Sport betreiben? Sie tragen die innovativen Sportschuhe mit Luftpolster und spezieller Federung, die für besondere Sprungkraft sorgen. Was in Sachen funktionaler Sportkleidung noch sinnvoll erscheinen mag, setzt sich im technischen Wahn des 21. Jahrhunderts fort. Im Vorfeld zeigt der Trainer am Laptop oder am Tablet die taktischen Spielzüge, die seine Jungs einstudieren müssen. Während des Spieles wird gekämpft, alle zurückgelegenen Schritte der Spieler sind aufgezeichnet. Jeder 13jährige Spieler weiß, wie viele Kalorien er in der ersten Halbzeit mit wie vielen zurückgelegten Metern er verbrannt hat. Der Power-Riegel hilft, um neue Energien zu sammeln. Was ist auch einen Banane?

Nach dem Match, wo es kaum um sportliche Fairness, sondern vielmehr um den errungenen Sieg mit der richtige Strategie geht, zieht sich jeder Spieler zurück und muss nach Hause. Wer wartet im Zuhause der Jugend? Niemand, Papa ist arbeiten und Mama muss am Computer ein wichtiges Vorstellungsgespräch per Chat führen. Die Pasta steht als Fertiggericht vor der Mikrowelle - zum Kochen ist in unserer schnelllebigen Welt keine Zeit.

Wie das Spiel gelaufen ist, wird per Chat oder WhatsApp mitgeteilt, schließlich ist jeder mit seinen technischen Geräten beschäftigt, ohne dass man sich beim Gespräch in die Augen blicken muss. Und überhaupt - reicht es nicht, wenn die Eltern auf Facebook erfahren, welches Fußball-Ergebnis im Team des Sohnes erzielt wurde?

Ist das der richtige Sport im Sinne der Innovation im 21. Jahrhundert?

Die Dosis bestimmt das Glück

Natürlich mag das ein oder andere Beispiel übertrieben klingen. Dennoch ist folgende These unumstritten klar: Der Verlass auf jegliche Form von Technik lässt uns Menschen verdummen. Technik unterstützt, doch keinesfalls sollte er der einzig verlässliche Anker bei uns Menschen sein.

Ein Beispiel:

Per App kann sich jeder seinen Kühlschrankinhalt anzeigen lassen. Ist einmal eingespeichert, was wir in unserem Kühlschrank lagern und die ganze Woche über so konsumieren, können wir von unterwegs feststellen, dass der Erdbeerjoghurt leer ist und neu besorgt werden muss. Somit kann die innovative Dame von heute vom Büro aus abrufen, welche Einkäufe gleich im Anschluss der Arbeit noch zu erledigen sind. Der Erdbeerjoghurt, der schon seit Wochen immer im Kühlschrank stand, ist nach dem Einkauf wieder vorrätig - alles perfekt, oder?

Nein, denn der Ehemann, der den Joghurt liebend gerne konsumierte, hat vergessen, die App neu einzuprogrammieren. Schließlich hat er die bekannte Süßspeise langsam satt und kann keinen künstlichen Fruchtjoghurt mehr sehen. In der Hektik der Zeit hat er natürlich völlig vergessen, dies seiner Frau mitzuteilen, damit das Einkaufsverhalten angepasst werden kann.

Hier wird schnell klar: Was spricht dagegen, einfach miteinander wieder sprechen zu lernen? Viele Menschen reden lieber mit dem Psychologen als in der eigenen Familie. Das ist schick, trendy und cool. Wir chatten, schreiben und regeln unser Leben per App. Wo bleiben die Gefühle und die Worte für Menschen, damit wir emotional nicht verarmen? Ein Therapeut kann schließlich nicht alle einsamen, verarmten Seele, die sich als Auswirkung vieler technischer Innovationen bemerkbar machen, retten.

Fazit

Die Dosis bestimmt das Glück! Warum sollten wir uns gänzlich von der Technik versklaven lassen?