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Killzone 3: Der beste Shooter der Gegenwart

Killzone 3: Der beste Shooter der Gegenwart

Da die Killzone-Serie sich ausschließlich auf den Sony-Konsolen abspielt und damit von der riesigen Multiplayer-Community der PC- und Xbox-360-User abgeschnitten ist, spielte sie bisher nie die erste Geige in der Debatte um strukturell, grafisch und szenisch hervorragende Shooter. Was genau betrachtet ein Fehler ist. Schon Killzone 2 war 2009 ganz großes Kino, und das gerade erschienene Killzone 3 ist nichts anderes als der beste Shooter der Gegenwart.


Der beste Shooter - eine hohe und natürlich auch subjektive Auszeichnung. Doch sie trifft zu. Bei Killzone 3 kommt alles zusammen. Die Grafik ist unglaublich gut und reizt die Fähigkeiten der Playstation 3 absolut aus. Die Spielmechanik entspricht der im Jahr 2011 zu erwartenden Qualität. Die Inszenierung ist schlicht großartig und führt den Spieler ohne spürbare Längen oder Pause durch Gefechte, Chaos und allgegenwärtige Zerstörung. Und auch der Punkt, an dem viele Shooter scheitern, stimmt in Killzone 3: Die Story, die Spielwelt und vor allem die Gegner sind weder unfreiwillig komische Comicfiguren (Halo) noch übertrieben gewaltgesteuerte Freaks (Bulletstorm). Im Gegenteil: Die Hellghast werden bis ins letzte Detail ernsthaft und nachvollziehbar als autokratische Militärdiktatur inszeniert.

Wir erinnern uns: In Killzone 2 war Sergeant Tomas Sevchenko, das Alter Ego des Spielers, Mitglied einer Spezialeinheit, die während der Invasion des Planeten Hellghan ins Zentrum vorstieß, den Palast des Diktators Scolar Visari infiltrierte und diesen schließlich tötete. Hier hört Killzone 2 auf und fängt Killzone 3 an. Trotz des Sieges beim Palast ist die Schlacht um Hellghan noch lange nicht gewonnen, im Gegenteil. Die Hellghast haben sich vom ersten Schock erholt, den der Angriff auf ihre Heimatwelt bewirkt hat, und schlagen konzentriert zurück.

Der Spieler steuert weiterhin Sevchenko, der sich wie bisher immer stets in Unterzahl den Hellghast gegenüber sieht. Auch sie sind Menschen, allerdings nicht mehr auf Sauerstoff-Basis, weshalb sie nie ohne Atemmaske in den Kampf ziehen. Deren Markenzeichen, die rot glühenden Augen, machen aus den Hellghan die perfekte Mischung aus Dämon und Soldat.

Hellghan selbst ist absolut kein schöner Ort. Der Planet der Hellghast wird als trostlose Wüste, als ausgebeutete und geradezu geschändete Welt gezeigt, übersäht von hässlichen Industrieruinen und nicht viel schöneren Städten. Eine Zivilbevölkerung, Kollateralschäden und unschuldige Opfer gibt es nicht in Killzone 3 - im Gesamtkontext unlogisch, aber der Spieler ist dennoch dankbar, keine Hellghast-Familien, Frauen und Kinder gefährden zu müssen. Schließlich ist die Invasion des Planeten reine Selbstverteidigung. Die aggressiven Hellghan sollen dauerhaft daran gehindert werden, andere Welten zu gefährden.

Killzone 3 ist ein Shooter, der funktioniert und einen bewaffneten Konflikt in der gebotenen Härte zeigt, ohne das Gesamtbild durch Überzeichnungen und Karikierungen abzuschwächen. Keine Schießbude, sondern ein an manchen Stellen geradezu bedrückendes Werk, in seiner Wirkung vergleichbar mit Kriegsfilmen wie "Der Soldat James Ryan". Ein Spiel, das sich und sein Thema ernst nimmt. Allein schon deshalb sticht der von Guerilla Games entwickelte Titel aus der Masse heraus. Die ebenfalls hervorragende Technik, die in dieser Brillianz aktuell kein anderer Shooter erreicht, hebt Killzone 3 auf den Thron des aktuell besten Shooters. Jörg Pistorius

Killzone 3: Publisher Sony Computer Entertainment, Entwickler Guerilla Games. Erschienen für Playstation 3. Frei ab 18 Jahren.