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Weltraum
Mit Elon Musk zum Mars?

FOTO: spacex / unsplash.com
Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk ist dafür bekannt, dass er nicht vor Mammutprojekten zurückscheut. Sein neuestes Projekt: Ab 2024 möchte er Menschen auf den Mars bringen, um dort mit der Besiedlung zu beginnen. Dafür hat er im Jahr 2002 extra das Raumfahrtunternehmen SpaceX gegründet, welches sich die Entwicklung von Technologien zum Ziel gesetzt hat, mit deren Hilfe der Mars bevölkert werden soll. Laut Musk ist die Kolonialisierung anderer Planeten die einzige Möglichkeit für die Menschheit, auf Dauer zu überleben, denn der Erde werden über kurz oder lang die Ressourcen ausgehen.

Unterstützt wird eine Ausbreitung ins All auch von US-Präsident Donald Trump, der der NASA den Auftrag für ein "innovatives Weltraumerkundungsprogramm” gab. Auch die chinesische und russische Regierung und Privatunternehmen wie SpaceX sollen mit an dem Projekt arbeiten. Hauptziel ist es, eine bemannte Basis auf dem Mond zu bauen, bevor man mit der Bevölkerung des Mars beginnt. Doch wie hat man sich das Leben auf dem Roten Planeten 228 Millionen Kilometern von der Erde entfernt vorzustellen?

Das Interplanetare Transportsystem

Auf dem International Astronautical Congress erkläre Musk, dass er bereits im Jahr 2022 mit den ersten Versorgungsflügen in Richtung Mars starten möchte, um wichtige Materialien und Ausrüstungen vorauszuschicken. Zwei Jahre später sollen dann die ersten Menschen folgen. Mit Raketentechnik von heute würde eine Reise zum Mars mehrere Milliarden Dollar pro Person kosten - für fast alle Menschen eine unaufbringbare Summe. Musk peilt mit seinem Raumfahrtprogramm einen Preis von 200.000 Dollar pro Kopf an.

Die erste Ausführung der Mars-Rakete basiert auf der "BFR” (Big Falcon Rocket). Sie hat 42 Triebwerke und ragt 120 Meter in die Höhe. Das Interplanetare Transportsystem soll ähnlich wie die Falcon-9-Rakete wiederverwendbar sein. Die Trägerrakete soll insgesamt 250.000 kg Nutzlast transportieren können. Für die lange Reise entwickelt SpaceX extra ein neues Triebwerk namens Raptor. Mit drei Meganewton Schub wäre Raptor dreimal so leistungsfähig wie Falcon 9. Zudem soll Raptor mit flüssigem Methan betrieben werden, welches man auch auf dem Mars gewinnen kann.

Gesellschaft auf dem Mars

Den ersten Siedlern auf dem Mars werden deutlich weniger Ressourcen zur Verfügung stehen, als wir es auf der Erde gewohnt sind. Es wird deshalb nötig sein, so schnell wie möglich eine autonome Kolonie zu erreichten. Auf Annehmlichkeiten wird dabei wohl vorerst verzichtet werden müssen.

Da man anfangs keine Nutztiere auf dem Mars halten kann, wird die Proteinversorgung wahrscheinlich durch Insekten gedeckt werden. Auch Geld wäre ein Problem. Da keine Zentralbanken oder Regierungen die Marskolonisten mit Währung beliefern können, wäre es am wahrscheinlichsten, dass dort auf Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC), die auf dem Blockchainsystem basieren, eingeführt werden würden. Medikamente werden nur äußerst begrenzt zur Verfügung stehen. Baumaterialien auf dem Mars sind ebenfalls kaum vorhanden. Anstatt Bäumen und Metall findet man hier Staub und Stein. Eine Infrastruktur müsste deshalb mit äußerst begrenzten Mitteln aufgebaut werden. Die wichtigsten Dinge würden von der Erde mitgebracht werden müssen, damit man auf dem Mars so schnell wie möglich Laboratorien, chemische Fabriken, etc. bauen kann, um die Menschen mit den wichtigsten Gütern versorgen zu können.

Auf dem Mars gibt es Sonnenlicht und Atmosphäre. Das macht den Roten Planeten zur besten Option für eine uns erreichbare menschliche Kolonie. Ob Musk es schaffen wird, seinen extrem engen Zeitplan einzuhalten, bleibt weiterhin offen. Viele Experten bleiben eher skeptisch und Herausforderungen bringt das Mammutprojekt auf jeden Fall viele mit sich. Doch nichts was es sich zu haben lohnt, fällt einem in den Schoß.