Geschichte(n) zum Hören Der Kaiser in Trier: Was Napoleon 1804 bei seinem Besuch an der Mosel entdeckte (Podcast)

Trier · Das Hollywood-Epos „Napoleon“ geht dem Wirken des Franzosen nach, der vor 200 Jahren halb Europa unterwarf. Auch Trier wurde Teil dieses Imperiums und feierte 1804 die Visite des Kaisers. Welche Folgen Napoleons Besuch an der Mosel hatte? Das erfahren Sie in der neuen Episode unseres Geschichts-Podcasts „Porta“.

Für die einen ist Napoleon Bonaparte (1769-1821) ein Reformer, der die Vorrechte von Adel und Kirche abschaffte und einen für alle gültigen Rechtskodex erließ. Für die anderen der machthungrige Diktator, der sich mit seinen Armeen ein Imperium schuf, welches halb Europa umfasste. Freiheitsheld und Tyrann: Napoleon verkörperte beides. Ein neues Biopic entführt Kinobesucher in die Zeit der Französischen Revolution und erzählt die Geschichte des französischen Kriegsherrn, Politiker und Ehemann der Josephine de Beauharnais (Einen Bericht zu Ridley Scotts Hollywood-Epos mit Joaquin Phoenix als Napoleon lesen Sie hier).

Napoleon fasziniert bis heute die Menschen. Schon zu Lebzeiten war das der Fall - so wie auf seiner mehrwöchigen Rheinlandreise im Jahre 1804: Begeistert sei er empfangen wollen, der Kaiser der Franzosen, als er auf seiner Krönungsreise nacheinander Aachen, Düsseldorf, Koblenz, Mainz und schließlich Trier besuchte. Zu diesem Zeitpunkt regierte Napoleon über ein Gebiet, welches sich von den Pyrenäen (auf der anderen Seite lag das Napoleon willige Königreich Spanien) bis an den Rhein erstreckte - das Gebiet zwischen Xanten, Trier und der Pfalz hatten die Franzosen schon 1794 unterworfen und dem eigenen Empire einverleibt.

Trier, einst Residenz geistlicher Kurfürsten, war nun die Hauptstadt des „Saar-Departement“, wo der Revolutionskalender galt und lokale Honorationen Vorteile aus Enteignung und Verkauf kirchlicher Güter zogen. Ein Ende der Herrschaft Napoleons dürfte zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen gewesen sein - die sollte erst acht Jahre später mit dem katastrophalen Feldzug gegen Russland eingeläutet werden.

Napoleon 1804 in Trier zu Besuch - Folgen für Porta Nigra (Podcast Geschichte)
Foto: picture alliance / dpa/Horst Ossinger

1804 ist Napoleon zu Besuch in Trier

Über Napoleons Visite und seinen Empfang durch die Trierer sprechen wir in der neuen Episode unseres History-Podcasts „Porta - Das Tor zur Geschichte“ mit der Volksfreund-Kulturredakteurin Anne Heucher (Podcast wird nicht angezeigt? Klicken Sie hier für eine alternative Ansicht)

Die Porta Nigra ist das Wahrzeichen von Trier - dass sie heute so zu bewundern ist, hat die Stadt auch Napoleon zu verdanken.

Die Porta Nigra ist das Wahrzeichen von Trier - dass sie heute so zu bewundern ist, hat die Stadt auch Napoleon zu verdanken.

Foto: David Kunz

Napoleon im Jahr 1804 in Trier, das war aber auch ein Besuch mit langfristigen Folgen für die Stadt selbst: Denn des Kaisers Verfügungen in der Mosel hatten die Erhaltung eines gotischen Meisterwerkes, der Liebfrauenkirche, zur Folge - aber auch den Abriss eines ebenso alten Bauwerks, der Simeonkirche, weil sich darunter ein noch älteres Monument aus der Antike verbarg - eben die Porta Nigra. Und während die Revolution Kirche und Staat trennte und die Auflösung der Klöster zur Folge hatte, sorgte Napoleon mit der Schaffung der Vereinigten Hospitien für einen Ersatz in Bezug auf die Armenfürsorge. Was noch an den Franzosen in Trier erinnert? Gehen Sie ins Stadtmuseum! Dort ist der „Napoleonbecher“ zu bestaunen, den der Kaiser bei seinem Besuch verwendete.

Noch mehr Details zum Besuch und zur Franzosenzeit lesen Sie auch im Interview unserer Kollegin mit dem (verstorbenen) Trierer Historiker Frank Hirschmann auf einem Rundgang auf Napoleons Spuren (aus unserem Archiv).

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