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Bequem von zuhause
Ratgeber Online-Services: So wird das Leben leichter

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Das Internet verändert die Welt. Wer will, kann inzwischen von zuhause aus alle denkbaren Aufgaben erledigen - oder erledigen lassen. Brauchte es früher viel Zeit, um durch die Boutiquen zu bummeln bis das geeignete Outfit beisammen war, reicht heute die Bestellung per Mausklick. Die Ware kommt bequem nach Hause. Ein Alltag ohne Internet ist praktisch unvorstellbar geworden.

Der Beitrag stellt einige hilfreiche Dienstleistungen und Services vor, die insbesondere für Berufstätige, aber auch für Senioren und Mitbürger in ländlichen Gebieten sehr hilfreich sind. Außerdem zeigt er auf, worin der Vorteil liegt und benennt kritische Bereiche.

Dinge des täglichen Bedarfs liefern lassen

Die Milch ist alle, der Zucker verbraucht und Nudeln sind auch nicht mehr im Schrank. Wohl dem, der in der Stadt lebt und mal kurz zum Supermarkt um die Ecke gehen kann. Doch was tun, wenn der Supermarkt zu weit entfernt liegt, weder Busse noch Bahnen fahren? Personen ohne Fahrzeug haben dann das Nachsehen. Auch für diejenigen, die keine Zeit für den Wocheneinkauf haben, weil sie beispielsweise

  • zuhause Angehörige pflegen,
  • beruflich stark eingespannt sind oder
  • aus gesundheitlichen Gründen das Haus nicht verlassen können

…sind dankbar für den Lieferservice aus dem Netz. Die gibt’s auch im Lebensmittelbereich: beim Online-Supermarkt AllyouneedFresh zum Beispiel gibt es buchstäblich alles, was Verbraucher in einem regulären Supermarkt vor Ort kaufen können, inklusive Obst, Gemüse und auch Kühlware.

Die Möglichkeit Lebensmittel liefern zu lassen schließt damit den Kreis des Onlineshoppings – denn nun ist es wirklich möglich, das Haus nicht mehr zu verlassen, wie die weiteren Beispiele zeigen.

Will man einen Nachteil finden, so liegt der vielleicht im Liefertermin. Wer nicht zuhause ist, muss einen sicheren Ablageort benennen und/oder ggf. auf Tiefkühlware verzichten.

Banking ohne Bank: zum Nulltarif Bankgeschäfte erledigen

Banking Apps und neue Finanzdienstleister zeigen uns: Bankfilialen haben bald völlig ausgedient. Wer überwiegend mit Plastikgeld oder online bezahlt, braucht (fast) kein Bargeld mehr. Die neuen Fin-Tech-Unternehmen drängen massiv auf den Markt. Ein Vorreiter aus Berlin heißt N26. Das Girokonto von N26 ist über das Smartphone zu bedienen, nur die wichtigsten Services lassen sich online anwählen. Für Privatkunden mit wenig Bargeldumsatz ist das sehr praktisch. Wer dennoch Cash braucht: Es sind 5 Abhebungen im Monat an jedem beliebigen Geldautomaten kostenfrei möglich. Darüber hinaus akzeptieren tausende Supermärkte die Zahlungsweise über das Handy und dienen auch als "Geldautomat". Nutzer können nämlich auch an der Supermarktkasse Geld abheben.

Die etablierten Bankhäuser werden sich nicht gerade über diese innovative Dienstleistung freuen, doch sie werden reagieren müssen. Es bleibt abzuwarten, ob sie mit vergleichbaren Angeboten nachziehen.

Kritische Stimmen warnen vor Datenmissbrauch

Es gibt allerdings auch kritische Stimmen, die im bargeldlosen Zahlungsverkehr ein Risiko sehen. Zum einen machen sie auf die Risiken von Datenschutzlücken aufmerksam und warnen vor Missbrauch. Das Gerücht, dass FinTech Unternehmen es mit dem Datenschutz nicht so genau nehmen, ist allerdings genau das: ein Gerücht. Die Realität sieht anders aus. Gerade junge, aufstrebende Firmen legen großen Wert auf Datensicherheit und arbeiten transparent.

Bald gar kein Bargeld mehr in Umlauf?

Zum anderen leisten digitale Bezahlmethoden der Tendenz Vorschub, dass Bargeld mehr und mehr von der Bildfläche verschwindet. Sind wir bald gläserne Kunden, die nachprüfbare Datenspuren hinterlassen, anhand derer unser Konsum verfolgt werden kann? Diese Frage beschäftigt viele, die sich mit dem Thema bargeldloser Zahlungsverkehr befassen.

Uns Deutschen mag es schwerfallen, auf Scheine und Münzen zu verzichten. Tatsächlich hat die EZB herausgefunden, dass die Deutschen im Schnitt 108 € in ihrer Geldbörse mit sich führen. Zum Vergleich: In Frankreich sind es nur 32 €, in Portugal sogar nur 29 €. Weitere Länder und Details sind in der Studie "The use of cash by households in the euro area" (Die Verwendung von Bargeld in der Euro-Zone) auf Seite 35 in Chart 20 (Average amount of cash in wallet) zu sehen.

Bei aller Vorsicht und der Vorliebe für Bargeld darf das Thema Sicherheit nicht nur einseitig betrachtet werden. Denn wer weniger Bargeld mit sich führt, dem kann auch weniger gestohlen werden. Bei Auslandsreisen ist die Mitnahme von Plastikgeld unverzichtbar und gehört zu den wichtigsten Zahlungsmitteln unterwegs.

Doc in the pocket: Online den Arztbesuch erledigen

Medikament werden schon lange per Post zugestellt und können in aller Ruhe am heimischen Küchentisch ausgewählt werden. Doch inzwischen können Verbraucher sich den Weg zum Arzt sparen. Gemeint sind ärztliche Termine über das Tablet sowie Leistungen von Pflegekräften und anderen Akteuren im medizinischen Bereich. Diese Innovation ist für schwache und kranke Personen in abgelegenen Regionen buchstäblich lebensrettend.

Es gibt viele interessante Ansätze in der Gesundheitsbranche, doch die Möglichkeit, einen Arzt oder einen anderen fachkundigen Menschen mittels Chat und Bildübertragung zu erreichen, ist sicherlich eine Errungenschaft, die zu den hilfreichsten gehört. Zwischentermine können digital erledigt werden, die Anfahrt zum Arzt entfällt oder der Hausbesuch des Arztes wird durch die digitale Übertragung ersetzt. Praktisch ist das für alle Beteiligten.

Ärzte, die so etwas anbieten, übertragen die Informationen meistens direkt in die digitale Patientenakte und können diese - ebenfalls digital - zu Fachärzten und Krankenhäusern schicken. Damit ist nicht nur das Ende des unglaublich umfangreichen Papierkrams in Sicht, sondern es wird auch machbar, die wichtigsten Informationen sofort einblenden zu lassen. Ist jemand Bluter, hat eine Aspirin-Unverträglichkeit, reagiert allergisch auf bestimmte Stoffe oder liegt ein Herzklappenfehler vor, all das wird prominent angezeigt. Das steigert die Behandlungserfolge, weil prekäre Situationen, die aus Unkenntnis der gesundheitlichen Eigenheiten einer Person entstehen können, von vornherein ausgeschlossen werden.

Die fehlende menschliche Komponente, die der digitale Arzttermin mit sich bringt, mag ein Manko sein, das sich nicht ausgleichen lässt. Doch ein digitaler Arztbesuch eröffnet Personengruppen Zugang zu ärztlicher Unterstützung, die andernfalls gar keine Möglichkeit hätten, ärztlichen Rat einzuholen.